Wetter extrem

Sturmschäden und Orkan-Chaos in Deutschland: Diese Unwetter sind die bislang heftigsten

Eine leichte Brise zum Drachensteigen lassen, Segeln oder für Windräder ist in Ordnung. Doch wenn aus der Brise Sturm wird, fliegen Äste und Dachziegel umher. Die heftigsten Stürme sorgen jedes Jahr für reichlich Schäden.

  • Heftige Stürme treffen Deutschland seit dem Jahr 2000 regelmäßig.
  • Der mächtigste Orkan war „Kyrill" - er zog im Jahr 2007 über Deutschland.
  • Orkane heißen international auch Zyklon, Hurrikane oder Taifun.

Die Herbststürme stehen vor der Tür. Viele Menschen lieben es, in der Brise spazieren zu gehen und sich den Wind „um die Ohren“ wehen zu lassen. Wird aus dem Wind Sturm, dann können schnell große Schäden entstehen. Dachziegel fallen beispielsweise auf ein Auto oder entwurzelte Bäume blockieren Straßen – so wie bei der Mega-Sturmflut an der deutschen Ostseeküste im Oktober 2020. 2019 haben die Versicherungen in Niedersachsen 134 Mio. Euro ausgezahlt, um Windschäden zu heben.

Unwetter extrem: Die teuersten Stürme in Deutschland

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft hat die teuersten Stürme in Deutschland aufgelistet.

SturmnameSchaden in Millionen Euro
Kyrill 18. und 19.1.20073300
Jeanett 27.10. und 28.10.20021340
Friederike 16.1. bis 18.1.20181000
Xynthia 28.2.2010760
Niklas 30.3. und 1.4.2015750
Sabine 9. bis 11.2.2020675

Neben dem materiellen Schaden richten Wind und Sturm oft weitere Schäden an. Diese reichen von Sturmfluten über Erdrutsche bis hin, dass Menschen sterben. „Kyrill“ sucht Europa im Januar 2007 heim. Elf Menschen sterben in Deutschland. Erstmals in der Geschichte der Bahn steht der Schienenverkehr fast völlig still. „Xavier“ einer der heftigsten Stürme seit Jahrzehnten, zieht im Oktober 2017 über den Norden und Osten Deutschlands hinweg und legt den Verkehr weitgehend lahm. Mindestens sieben Menschen sterben. „Christian“ wütet im Oktober 2013 über Norddeutschland und Nordeuropa. Mindestens 16 Menschen sterben europaweit bei Sturmböen bis zu 172 Kilometer pro Stunde.

Wind - was ist das und wo kommt es her?

Einfach gesagt kann man bei Wind von einer gerichteten, starken Luftbewegung in einer Atmosphäre sprechen. Im Gegensatz zu Wind werden Luftbewegungen in geschlossenen Räumen oder technischen Anlagen als Luftzug bezeichnet. Die häufigste Ursache für Wind sind Unterschiede im Luftdruck. Die Luftteilchen aus dem Hochdruckgebiet bewegen sich so lange in das Tiefdruckgebiet, bis der Druck ausgeglichen ist. Physikalisch gesehen handelt es sich um einen Massenstrom. Dieser folgt dem zweiten Hauptsatz der Thermodynamik.

Wind: Geschwindigkeit und Stärke

Die Windstärke wird normalerweise in Meter pro Sekunde (m/s), in Kilometer pro Stunde (km/h) oder in Knoten (Seefahrt) gemessen. Ein Knoten (kn) entspricht 1,852 km/h. Die höchsten jemals gemessenen Windstärken von bis zu 650 Kilometer pro Stunde treten nur in großen Höhen bei sogenannten Jetstreams auf.

Nach einem Sturm haben Bäume und Äste auf der Trasse Hannover - Göttingen bei Lamspringe (Niedersachsen) einen ICE gestoppt. 

Um den Wind zu vergleichen, wird er in Stärken eingeteilt. Maßgebend ist die Beaufortskala. Sie reicht von Stärke 0 (Windstille) bis Stärke 12 (Orkan). Damit ein Sturm als Orkan gilt, muss er mindestens zehn Minuten mit einer Geschwindigkeit von mindestens 118 Kilometer pro Stunde wehen. Schwächt der Wind vorher ab, erreicht aber dennoch 118 Kilometer pro Stunde, spricht man von Orkanböen.

0-1 Bft:Windstill / leiser ZugRauch steigt senkrecht auf
2-5 Bft:Brisedünne Zweige bewegen sich
6-8 Bft:stürmischer WindZweige brechen von Bäumen
9-11 Bft:SturmWind entwurzelt Bäume
12 Bft:Orkanschwere Verwüstungen

Neben Wind und Sturm gibt es noch weitere Bezeichnungen für Luftbewegungen. Tropische Orkane, die im Nordatlantik entstehen, nennt man Hurrikans. Sie betreffen hauptsächlich die Ostküste der USA, die Karibik und den Golf von Mexiko. Entsteht ein solcher Wirbelsturm im nordöstlichen Pazifik, spricht man ebenfalls von einem Hurrikan. Dieser kann dann die Westküste der USA, Mexiko oder Hawaii treffen. Als Hurrikan-Saison gilt die Zeit von Juni bis November.

Im Indischen Ozean sowie im südlichen Pazifik rund um Australien heißen die tropischen Orkane Zyklone. Länder wie Indien, Madagaskar oder Australien werden von Zyklonen getroffen. Der Unterschied zu Hurrikans ist die Drehrichtung. Zyklone auf der Südhalbkugel drehen sich im Uhrzeigersinn, während sich Hurrikans auf der Nordhalbkugel gegen den Uhrzeigersinn bewegen.

Als Taifun bezeichnet man tropische Orkane in Ost- und Südostasien. Sie entstehen also im nordwestlichen Pazifik und richten Schäden vor allem in Japan, Taiwan und den Philippinen an.

Hurrikan „Laura“ nähert sich der US-Küste am Golf von Mexiko. Dort, wo „Laura“ auf Land treffe, müsse mit „verheerenden Sturmschäden»“ gerechnet werden, warnt das US-Hurrikanzentrum.

Monsun“: Damit wird ein durchgehender Wind gemeint, der einmal im halben Jahr seine Richtung wechselt. Er beeinflusst maßgeblich das Wetter in Süd- und Südostasien.

Im Westen der USA kamen bislang mindestens 35 Menschen ums Leben. Jahr für Jahr werden die Dürreperioden länger und die Waldbrände extremer. Ein deutscher Meteorologe schildert ein Wetter-Phänomen, das unweigerlich aus dem Klimawandel resultiert und für das Ausmaß in den Staaten mitverantwortlich ist: Trockengewitter.

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