Sturmtief "Joachim" wütet über Deutschland

Dauchingen - Wind, Schnee und Wassermassen: Nach einer unruhigen Nacht über Frankreich hat das Sturmtief “Joachim“ Deutschland erreicht. Die Orkanböen rissen Bäume aus, manche Regionen wurden mit Schnee überschüttet.

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Sturmtief “Joachim“ hat auf seinem Weg durch Deutschland für teils chaotische Verhältnisse gesorgt. So kam es am Freitag in Thüringen nach Schneefällen zu massiven Verkehrsproblemen, im Hunsrück standen zahlreiche Straßen unter Wasser und in der Südwestpfalz musste der Regionalverkehr der Bahn wegen umgestürzter Bäume einstellt werden. Auch der Flughafen in Frankfurt war betroffen - es gab einzelne Verspätungen. Dem Deutschen Wetterdienst (DWD) zufolge wird “Joachim“ im Lauf des Tages über die Mitte Deutschlands ziehen, am stärksten werde der Sturm am Nachmittag. Für ganz Süddeutschland gab der DWD Unwetterwarnungen vor heftigen Schneefällen, Dauerregen und schwerem Sturm heraus.

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In Südthüringen ereigneten sich auf den winterlich weißen Straßen zahlreiche Unfälle, wie das Lagezentrum des Innenministeriums mitteilte. In Mönchsberg rutschte ein mit 15 Kindern besetzter Schulbus auf dem Weg zur Schule gegen eine Mauer. Kinder und Fahrer blieben unverletzt.

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In Rheinland-Pfalz standen wegen Starkregens zahlreiche Straßen unter Wasser. “Die Bäche neben den Straßen laufen einfach über“, sagte ein Sprecher der Polizei in Birkenfeld. In der Südwestpfalz ließ sich auch ein Notverkehr mit Bussen wegen der teils schlechten Straßenverhältnisse mit umgestürzten Bäumen nicht einrichten, wie ein Bahnsprecher sagte. Der Fernverkehr laufe weiter.

In Saarbrücken wurden Bäume entwurzelt und Straßen sowie Keller überflutet. Baustellenschilder und Verkehrszeichen wurden umgeworfen, eine Ampel wurde beschädigt.

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In Frankreich wütete “Joachim“ bereits in der Nacht. In dem Sturm strandete vor der Südküste der französischen Bretagne der unter Malta-Flagge fahrende Frachter “TK Bremen“. Die Behörden lösten Umweltalarm aus, da Öl ausläuft. “Im Rumpf gibt es ein Loch, der Ölfilm ist mittlerweile einen Kilometer lang und fünf Meter breit“, sagte die Bürgermeisterin des Ortes Erdeven, Marie-Françoise Le Jossec, dem Nachrichtensender BFM. Die Tanks des Schiffes sollen ausgepumpt werden. Der Frachter sei aber abgesehen von 220 Tonnen Treibstoff weitgehend leer.

In Westfrankreich fiel nach Regierungsangaben in rund 400 000 Haushalten der Strom aus, davon 100 000 in der Bretagne. Beeinträchtigungen wurden auch auf der Luftverkehrs-Drehscheibe in Paris erwartet, wo der Andrang der Reisenden im Vorfeld des Weihnachtsfestes bereits groß ist.

Ein Toter und neun Verletzte bei Sturmtief in Spanien

Bei einem Ausläufer des Sturmtiefs „Joachim“ ist im Südosten Spaniens ein Rentner getötet worden. Der 70-Jährige wurde nach Angaben der Behörden am Freitag in Almansa beim Einsturz des Dachs seines Wohnhauses von Trümmern erschlagen.

Im spanischen Baskenland wurden neun Menschen verletzt. In der Hafenstadt San Sebastián warf eine Welle an der Atlantikküste zwei Spaziergänger zu Boden. In anderen Gegenden der Region wurden sieben Bewohner beim Einsturz eines Baugerüsts und eines Gewächshauses sowie von herabstürzenden Gegenständen verletzt.

Der Sturm kippte an der nordspanischen Atlantikküste Lastwagen um, knickte Bäume und Strommasten um. Auf den Flughäfen von Bilbao, San Sebastián und Vigo wurden wegen des Unwetters 18 Flüge gestrichen. Elf Maschinen mussten nach Angaben der Flughafenbehörde AENA umgeleitet werden.

Sturm erreicht Tschechien - Autobahn nach Dresden zu

Auch in Tschechien wütete der Sturm am Freitag und löste ein Verkehrschaos aus. Die Autobahn D8 in Richtung Dresden warm zeitweise nicht befahrbar, weil der Verkehr im Erzgebirge im Schneetreiben steckenblieb. Das meldete das tschechische Fernsehen.

Im ganzen Land mussten zahlreiche Eisenbahnstrecken wegen umgefallener Bäume gesperrt werden. Mit Orkangeschwindigkeiten von bis 127 Kilometern pro Stunde fegte der Sturm über die Höhen des Riesen- und des Altvatergebirges. Der tschechische Wetterdienst warnte für das Wochenende vor weiteren schweren Unwettern.

Wenn „Joachim“ durch Deutschland gezogen ist, soll es stürmisch bleiben und gleichzeitig deutlich kälter werden. Am Wochenende sinkt die Schneefallgrenze vor allem im Süden und Südosten bis ins Flachland. Auch im Norden und Nordwesten können sich bei Temperaturen um den Gefrierpunkt Flocken unter die Regentropfen mischen. Danach wird es wieder milder, und der Schnee schmilzt rasch. Für Weiße Weihnachten stehen die Aussichten nach den Erwartungen der Meteorologen eher schlecht.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa/ap

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