Bahnstrecken lahmgelegt

Sturmtief "Thomas" fegt über Westen Deutschlands hinweg

Die Wucht des Orkantiefs drückte dieses Gespann von einer Straße zwischen Rheine und Riesenbeck.

Berlin/Düsseldorf - Umgestürzte Bäume und lahmgelegte Züge: Sturmtief "Thomas" braust am Donnerstagabend vor allem über Nordrhein-Westfalen. Zuvor kam in Großbritannien sogar eine Frau ums Leben.

Sturmtief "Thomas" ist am Donnerstagabend mit heftigen Böen über den Westen Deutschlands hinweggefegt. Flusspegel stiegen, Bäume wurden entwurzelt und Bahnstrecken lahmgelegt.

In Dornhan in Baden-Württemberg verletzten sich mehrere Menschen leicht beim Einsturz eines Baugerüsts, wie die Polizei mitteilte. Für den Westen und Nord-Westen Deutschlands galt nach Angaben des Deutschen Wetterdientes eine Unwetterwarnung.

Probleme gab es am Wuppertaler Hauptbahnhof, wie eine Bahnsprecherin sagte. Dort würden Züge zurückgehalten, weil ein Baum ins Gleisbett gestürzt sei. Ein ICE musste geräumt werden. Bei Aachen stürzte ein Baum auf einen Thalys-Zug. Auch am Dortmunder Bahnhof und auf mehreren Strecken in Nordrhein-Westfalen konnten zwischenzeitlich keine Züge fahren. Sperrungen gab es auch nahe Frankfurt am Main, in Niedersachsen, Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein.

In Köln, wo die Rettungskräfte ohnehin wegen der Karnevalsfeiern im Großeinsatz waren, zählte die Feuerwehr am Abend bereits mehr als 150 Einsätze. Meistens ging es um umgestürzte Bäume oder heruntergewehte Dachziegel. In Bonn wurde wegen der Sturmwarnung eine Karnevalsparty auf dem zentralen Münsterplatz abgesagt. In Düsseldorf beendeten die Karnevalisten wegen des schlechten Wetters ihr Bühnenprogramm zu Altweiber vorzeitig. In Berlin sollen die Anlagen der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten an diesem Freitag vorsorglich geschlossen bleiben.

In Großbritannien kam mindestens ein Mensch im Orkan um. Die Frau habe tödliche Kopfverletzungen erlitten, als sie von einem umherfliegenden Trümmerteil getroffen wurde, teilte der Rettungsdienst am Donnerstag in der Stadt Wolverhampton mit. Mehrere Menschen wurden durch umstürzende Bäume verletzt. Britische Meteorologen sprachen wegen der besonderen Tiefdruckverhältnisse von einer "Wetterbombe". Dabei führt ein schneller Luftdruck-Abfall im Zentrum eines Tiefs zu starken Winden.

Im Westen Deutschlands sollte sich die Situation am frühen Freitagmorgen beruhigen. Die Unwetterwarnung gelte derzeit noch bis 3 Uhr, sagte ein Meteorologe vom DWD. Sturmtief "Thomas" ziehe in Richtung Osten - über Nordhessen und Thüringen nach Sachsen und ins südliche Brandenburg. Dabei schwäche es sich voraussichtlich ab. Der Wind werde im Laufe des Vormittags überall im Land deutlich abnehmen. Über NRW erreichten die Sturmböen die Stufen neun und zehn - vereinzelt auch elf. Das entspricht einer Geschwindigkeit von 100 bis 115 Kilometern pro Stunde.

dpa

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