Suche nach Mädchen auf Rügen eingestellt

Rügen - Es gibt keine Hoffnung mehr: Die Suche nach der zehnjährigen Katharina, die bei einem Steilküstenabbruch auf Rügen verschüttet wurde, ist vorerst eingestellt.

Die Suche nach dem verschütteten Mädchen am Kap Arkona auf Rügen ist wegen Hochwassers eingestellt worden. Nach Vorhersagen des Wasser- und Schifffahrtsamtes soll der Wasserstand, der derzeit 70 Zentimeter über normal beträgt, bis zum Neujahrstag nicht zurückgehen. Bis dahin ruhen die Suchmaßnahmen, wie Einsatzleiter Daniel Hartlieb am Freitag auf einer Pressekonferenz am Kap Arkona sagte.

Familiendrama auf Rügen - Mädchen verschüttet

Familiendrama auf Rügen - Mädchen verschüttet

Das Mädchen war am zweiten Weihnachtsfeiertag bei einem Spaziergang am Fuß der rund 40 Meter hohen Steilküste unter abrutschenden Geröllmassen begraben worden. Mutter und Schwester überlebten das tragische Unglück verletzt. Beide liegen im Krankenhaus. Die Urlauberfamilie stammt aus dem Norden Brandenburgs. Mehrere tausend Kubikmeter Steilküste waren am Montagnachmittag plötzlich in die Tiefe gestürzt.

Sollten sich konkrete Hinweise ergeben, wo die zehnjährige Katharina unter den Geröllmassen liegt, würden die Helfer der Freiwilligen Feuerwehr sofort wieder anrücken, sagte Hartlieb. Rund 150 Helfer hatten am Donnerstag bis in die Nacht mit Bagger, Spezialkamera und einer Hundestaffel gesucht. Die Suche war dann wegen des steigenden Wasserstandes abgebrochen worden.

Am Samstag soll in der Silvesterandacht in der Kapelle des Fischerdorfes Vitt auf Rügen des tragischen Unglücks am nahen Kap Arkona gedacht werden. Bei der traditionellen, vom Bürgermeister geführten Sturmwanderung am Kap Arkona am selben Tag soll am Unglücksort mit einer Gedenkminute an das aller Wahrscheinlichkeit nach tote Mädchen erinnert werden. Das Silvester-Höhenfeuerwerk am Kap Arkona wurde abgesagt. Jährlich pilgern rund 10 000 Besucher zu dem Spektakel, viele von ihnen sind Touristen.

Als Ursache für das Abrutschen der Steilküste am Kap Arkona gelten die Regenmassen des vergangenen Sommers. In den kommenden Wochen sollen Mess-Sonden in den Steilhang gebracht werden, um Veränderungen besser beobachten zu können. Ein geologisches Gutachten soll besonders gefährdete Abschnitte lokalisieren. Urlauber werden mit Faltblättern und im Internet informiert. Ein Mess-Sonden-Feld gibt es bereits im Slawischen Burgwall auf Arkona. Dieser ist seit eineinhalb Jahren wegen Abrutschgefahr für Besucher gesperrt.

Immer wieder kommt es auf Deutschlands größter Insel zu Kreide- und Steilküstenabbrüchen. Schilder warnen vor dem Betreten der Strände unter den Klippen. Wer trotzdem dort spazieren geht, tut dies auf eigene Gefahr. Im Jahr 2005 war eine Frau auf der Halbinsel Mönchgut bei einem Küstenabbruch verschüttet worden und ums Leben gekommen. Drei Jahre zuvor war ein zwölfjähriger Junge beim Klettern an einem Steilufer nahe Grabow im Inselsüden von herabstürzenden Sandmassen und Steinen begraben worden. Der Junge, der nach 45 Minuten geborgen werden konnte, starb wenige Stunden später im Krankenhaus.

Am jetzigen Unglücksort hatte es nach Aussagen der Behörden seit rund 100 Jahren keinen Abbruch gegeben. Das Areal ist weiträumig abgesperrt und soll es zunächst auch bleiben. Eine generelle Sperrung der Steilküsten gilt als nicht realistisch.

dpa

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