Grausame Inszenierung

Foto-Shooting mit toter Giraffe! Riesen-Wut über Hobby-Jägerin - und sie provoziert weiter

Merelize van der Merwe posiert mit dem Kadaver einer Giraffe, die sie getötet hat.
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Merelize van der Merwe posiert mit dem Kadaver einer Giraffe, die sie getötet hat.

Eine Hobby-Jägerin aus Südafrika tötet eine Giraffe und posiert dann stolz mit dem Kadaver. Dafür fährt sie nun weltweit Rage und Entrüstung ein.

Südafrika - Unter Romantik mag sich ja jeder etwas anderes vorstellen. Für die einen sind es Blumen, manch anderer wünscht sich vielleicht einen langen Strandspaziergang. Doch eine Hobby-Jägerin aus Südafrika freute sich am vergangenen Valentinstag über das Herz einer selbst erlegten Giraffe. Als wäre das nicht makaber genug, setzte sie sich mit ihrer Trophäe auch noch auf Instagram in Szene - und kassierte einen weltweiten Sturm der Entrüstung.

Merelize van der Merwe kommt aus Südafrika und lebt dort mit ihrem Ehemann und ihrem Kind auf einer Farm. Ihr liebstes Hobby: die Trophäenjagd. Daher war es in ihrer Welt eine besonders schöne Überraschung, als ihr „wunderbarer“ Ehemann ein luxuriöses Wochenende im Luxushotel absagte und stattdessen mit ihr Jagd auf einen alten Giraffenbullen machte. Das berichtet sie auf Facebook.

Hobby-Jägerin tötet Giraffe und posiert mit Kadaver - dann verhöhnt sie Tierschützer

Nachdem sie das Tier erlegt hatte, posierte die 32-Jährige sichtlich stolz mit den Überresten und teilt die Bilder auf Facebook. Dazu schreibt sie, sie habe vor dem Jagdtrip „wie ein Kind“ die Tage gezählt. Auf einem der Fotos hält sie das Herz der getöteten Giraffe in die Luft. Sie sei „überglücklich mit ihrem Valentinstagsgeschenk“ kommentiert sie den Schnappschuss. „Danach wurde ich von Emotionen überflutet“, erklärt sie weiter - und damit ist sie nicht allein. Denn die grausam inszenierten Fotos haben weltweit jede Menge Gefühle ausgelöst. Hauptsächlich Wut, Empörung und Unverständnis.

Vor allem viele Tier- und Naturschutzorganisationen lehnen die Trophäenjagd vehement ab. Das scheint die Hobby-Jägerin aber nicht im Geringsten zu stören. Im Gegenteil, sie habe „keinen Respekt“ vor den Organisationen und habe die Bilder auch gepostet, um diese zu verspotten, wie die britische Zeitung The Mirror berichtet. „Ich nenne sie Mafia“, soll sie in Bezug auf Natur- und Tierschützer weiter gesagt haben. In der Wut der anderen scheint sie regelrecht aufzublühen. Sogar einige Petitionen gegen sie hat Merelize in den vergangenen Tagen mit hämischen Kommentaren versehen auf ihrer Facebook-Seite geteilt.

Fotos der getöteten Giraffe sorgen weltweit für Entrüstung - darum ist Trophäenjagd so problematisch

Die Hobby-Jägerin denkt nach eigener Aussage, dass sie mit dem Abschuss alter Tiere zum Artenschutz beiträgt und auch den lokalen Gemeinden hilft. Tatsächlich handeln manche die Trophäenjagd als Naturschutzinstrument. Es gibt laut der Naturschutzorganisation WWF einzelne Belege dafür, dass Trophäenjagd eine hilfreiche Artenschutzmaßnahme sein kann, von der sowohl die Natur als auch die Gemeinden vor Ort profitieren, wenn sie streng kontrolliert umgesetzt wird.

Dennoch ist dieses Vorgehen nicht nur moralisch stark umstritten. Trotz einzelner positiver Beispiele ist sie meist eher schädlich und grausam. „Zu viele Tiere werden geschossen, Regulationen funktionieren nicht. Regeln werden nicht hinreichend umgesetzt“, erklärt die Naturschutzorganisation WWF auf ihrer Webseite. Andere Organisationen sind noch strikter: „Die Trophäenjagd ist weder ein Naturschutzinstrument, noch trägt sie signifikant zur Finanzierung der lokalen Gemeinden bei“, sagt zum Beispiel Mark Jones von der britischen Organisation Born Free Foundation gegenüber The Mirror. „Jemand, der ein anderes empfindungsfähiges Wesen tötet, ihm das Herz herausschneidet und damit prahlt, entspricht der Definition eines Soziopathen,“ so eine Vertreterin von PETA UK gegenüber dem Blatt.

Hobby-Jägerin sorgt für Riesen-Wut: Ihr Facebook-Account ist voller grausamer Bilder

Selbst wenn Merelize tatsächlich auch aus Artenschutzgründen jagen sollte - und das dürfte angesichts der abscheulichen Inszenierung äußerst fraglich sein - das anschließende Posieren mit Tierkadavern und das hämische Provozieren von Tierschutzorganisationen und Kritikern, hätte sie sich in jedem Fall sparen können. (mam)

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