Geographie-Gesellschaft einigt sich

Wissenschaftliche Sensation: Fünfter Ozean sorgt für Änderung der Weltkarten

Künftig wird der „Südliche Ozean“ oder „Südpolarmeer“ von der amerikanischen National Geographic Society als eigenständiger Ozean anerkannt.

Washington, D.C. - Pünktlich zum Weltozeantag (8.06.) haben die Ozeane der Erde - zumindest auf den Karten der National Geographic Society (NGS) - ein kleines Geschwisterchen bekommen. Den „Südlichen Ozean“, auch „Südpolarmeer“ gab es streng genommen schon vorher. Bislang galt er aber als kalte, südliche Erweiterungen des Pazifiks, des Atlantiks und des Indischen Ozeans. Wegen seiner einzigartigen geografischen Besonderheiten hat ihn die NGS jetzt offiziell als eigenständigen Ozean anerkannt. Das wird auch auf ihren Karten verzeichnet werden.

Bisher waren hier vier Ozeane benannt: der Atlantische Ozean (Atlantik), der Indische Ozean (Indik) der Pazifische Ozean (Pazifik) und das Arktische Mittelmeer. Die Änderung der Karten soll das Südpolarmeer unter anderem amerikanischen Schülern näherbringen. „Ich denke, eine der größten Auswirkungen zeigt sich in der Bildung“, erklärt Alex Tait, ein Geograf der National Geographic Society, „Schüler lernen anhand der benannten Ozeane etwas über diese spezifischen Meeresbereiche. Wenn man den Südlichen Ozean nicht mit einbezieht, lernt man seine Besonderheiten nicht und erfährt nicht, wie wichtig er ist.“

Der Südliche Ozean: Hier sind „die Gletscher blauer“ und „die Luft kälter“

Als einziger Ozean ist der Südliche Ozean nicht von Landmassen umschlossen und wird durch eine Strömung definiert, den Antarktischen Zirkumpolarstrom (ACC). Der Meereswissenschaftler Seth Sykora-Bodie erklärt gegenüber National Geographic: „Jeder, der schon einmal dort war, wird sich schwer tun zu erklären, was genau daran so faszinierend ist. Aber alle sind sich einig, dass die Gletscher blauer, die Luft kälter, die Berge eindrucksvoller und die Landschaften fesselnder sind als irgendwo sonst“.

Die Gletscher sollen hier blauer, die Luft kälter, und die Berge eindrucksvoller sein: der Südliche Ozean ist ein einzigartiger Lebensraum.

Eigentlich war der Weg zu Anerkennung eine „geografische Nerd-Debatte“, wie es Tait nennt. Verschiedene Wissenschaftler und Pressevertreter hatten den Begriff „Südlicher Ozean“ schon lange als eigenständige Ozeansbezeichnung verwendet. Nach jahrzehntelangen Debatten hatte sich nun auch die NGS dazu entschieden, diese Änderung zu Papier zu bringen. (vs)

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