Alle News zum feststeckenden Schiff

Kahn-Krimi im Suezkanal: „Maritime Katastrophe“ - Tierschützer fürchten Tod zigtausende Tiere auf Frachtern

Der Kahn-Krimi im Suezkanal geht weiter! Es gibt eine leichte Bewegung. Unterdessen fürchten Organisationen den Tod zigtausender Tiere an Bord einiger Schiffe. Alle News!

Update vom 28. März, 09.40 Uhr: Weiter heißt es geduldig warten, bis das Containerschiff Ever Given endlich aus seinem Schlammassel im Suezkanal befreit werden kann. Die Situation verschärft sich derweil immer mehr. Mittlerweile stauen sich Behörden zufolge um die 320 Schiffe an beiden Ausgängen des Kanals. Trotz erster Bewegung am 220.000-Tonnen-Schiff ist noch nicht abzusehen, wann die Strecke wieder frei befahrbar sein wird. Unterdessen schlagen Tierschützer Alarm.

Wie die Organisation „Animals International“ erklärt, drohe eine „maritime Katastrophe für lebende Tiere in noch nie dagewesenem Ausmaß“. Durch die Blockade werden nämlich auch Frachter mit lebenden Tieren an Bord an der Weiterfahrt gehindert. Auf rumänischen Frachtern befinden sich laut Angaben der Organisation rund 130.000 Schafe. „Die Situation ist sehr bedrohlich“, behaupten die Tierschützer und fürchten den Tod der Tiere an Bord der Schiffe. Rumänische Veterinärbehörden sollen aber bereits Kontakt mit den Transportern aufgenommen haben. Bisher sei versichert worden, dass vorerst ausreichend Wasser und Nahrung für die Tiere an Bord sei. Sollte die Blockade anhalten würden Lösungsansätze geprüft - etwa wäre dann möglich, die Frachter umzuleiten und die Schafe in anderen als den geplanten Ankunftshäfen zu entladen.

Update vom 27. März 2021, 21.31 Uhr: Noch immer wurde das Containerschiff Ever Given nicht freigelegt, obwohl es leichte Fortschritte gibt. Einen Zeitrahmen für die Freilegung nannte Admiral Usama Rabi, Vorsitzender der Kanalbehörde, am Samstag nicht. „Wir arbeiten rund um die Uhr, um die Krise zu beenden.“

Einige Länder haben deswegen bereits begonnen, erste Schiffe auf den Umweg um das Kap der Guten Hoffnung zu führen. Dadurch verlängern sich die Fahrten laut der Hamburger Reederei Hapag-Lloyd um circa eine Woche. Ein Problem dabei ist, dass die Gewässer vor der Küste Westafrikas, insbesondere im Golf von Guinea, als besonders gefährlich wegen möglicher Überfälle von Piraten.

Update vom 27. März 2021, 15.02 Uhr: Ausgerechnet! Ein Berliner erfuhr, dass sein DPD-Paket auf der Ever Given feststeckt ...

Kahn-Krimi im Suezkanal: Leichte Bewegung! US-Experten unterwegs - Wow-Fotos aus All aufgetaucht

Update vom 27. März 2021, 12.38 Uhr: Die erhoffte Freilegung des Containerschiffs Ever Given, das den Suezkanal blockiert, schreitet ein wenig voran. Das Seefahrt- und Logistikunternehmen GAC sprach am Samstag von mehr als zehn Schleppern und drei Baggern, die im Einsatz seien, um eine der wichtigsten Wasserstraßen der Welt wieder für den Handel freizugeben. Es gebe „leichte Bewegung“. Der Frachter liege aber weiter auf Grund.

Admiral Usama Rabi, Vorsitzender der Kanalbehörde, hatte am Freitagabend mitgeteilt, dass neun große Schlepper an den Arbeiten beteiligt seien. Bei den Manövern der Schlepper zur Freilegung spielten mehrere Faktoren eine Rolle, sagte Rabi, vor allem die Windrichtung sowie Ebbe und Flut. Es handle sich um einen „komplizierten technischen Einsatz“, teilte Rabi mit. Die USA und weitere Länder hatten Ägypten Hilfe angeboten. Dem Fernsehsender CNN zufolge wollte die US-Marine am Samstag ein Expertenteam schicken, um die Lage zu prüfen.

Update vom 27. März 2021, 9.22 Uhr: Ein erneuter Versuch, das Schiff aus seiner festgefahrenen Lage zu befreien, sei gescheitert, teilte am Freitag die Gesellschaft Bernhard Schulte Shipmanagement (BSM) in Singapur mit, die für das technische Management des Containerschiffs verantwortlich ist. Zwei weitere Schlepper werden demnach bis Sonntag im Suez-Kanal erwartet, um bei der Bergung zu helfen.

Der Eigentümer des im Suez-Kanal feststeckenden Containerschiffs Ever Given hofft auf eine Bergung des Frachters noch an diesem Samstag. Es gebe keinerlei Anzeichen darauf, dass die Triebwerke des Schiffs beschädigt worden seien, sagte der Chef des japanischen Unternehmens Shoei Kisen, Yukito Higaki, laut japanischen Medienberichten bei einer Pressekonferenz am Freitag. Ziel seines Unternehmens sei, den Containerriesen am Samstagabend japanischer Zeit „zu befreien“.

Es sei kein Wasser ins Schiff geraten. Auch gebe es keine Probleme mit seinem Steuerruder oder den Schiffsschrauben. „Sobald es sich wieder bewegt, sollte es operationsfähig sein“ sagte Higaki laut der Zeitung „Asahi Shimbun“. Die Arbeiten zur Entfernung von Sediment unter dem Bug hielten an, betonte er. Dabei kämen auch „zusätzliche Baggergeräte“ zum Einsatz.  

Diese faszinierenden Fotos aus dem Weltall zeigen den Stau:

Suezkanal blockiert: US-Armee bietet Hilfe an

Die US-Armee hat ihre Hilfe angeboten. "Im Rahmen unseres aktiven diplomatischen Dialogs mit Ägypten haben wir den ägyptischen Behörden US-Hilfe bei der Wiederöffnung des Kanals angeboten", teilte die Sprecherin des Weißen Hauses, Jen Psaki, am Freitag in Washington mit. Ein Expertenteam der US-Marine könnte schnell zum Suezkanal entsandt werden.

Die Gespräche mit Kairo über eine Unterstützung durch die USA dauerten noch an, fügte Pskai hinzu. Der Sprecher des US-Zentralkommandos, Bill Urban, erklärte, die Marine-Experten stünden im Falle einer Anfrage aus Ägypten bereit. Eine zentrale Aufgabe des für den Nahen Osten zuständigen Zentralkommandos ist der Schutz der Handelsschiffe in der Region.

Ein Vertreter des US-Verteidigungsministeriums, der nicht namentlich genannt werden wollte, sagte, Washington habe die Entsendung eines Expertenteams der Marine angeboten. Wenn Ägypten eine formelle Anfrage stelle, könne das Team sich bereits am Samstag vom US-Flottenstützpunkt in Bahrain auf den Weg machen.

Außerdem könne die US-Armee die Belegschaft von Schiffen beraten und unterstützen, die sich wegen der Blockade des Kanals für den Umweg um Afrika entschieden und dabei auf Piraten treffen könnten. "Wir können sicherlich beraten, aber wir können sie nicht alle eskortieren", sagte der US-Vertreter.

Suezkanal blockiert: Kahn-Krimi amüsiert Twitter-Nutzer

Der Kahn-Krimi ist weiterhin Anlass für zahlreiche Scherze bei Twitter. Einer postet ein Foto, das links einen Mini-Bagger zeigt und rechts das große Containerschiff - beschriftet links mit „Pandemie-Strategie Deutschland“ und rechts mit „Covid-19“. Andere witzeln: „Zumindest am Suezkanal herrscht jetzt strikte Ausgangssperre.“ Oder: „Immer diese Querlenker ...“

Suezkanal blockiert: Twitter-User eskalieren völlig - Ägypten-Berater hat überraschende Nachricht

Unser Artikel vom 26. März 2021: Port Said - 400 Meter lang und 59 Meter breit: Das Containerschiff mit dem Namen MV Ever Given blockiert seit Mittwoch (24.3) den Suezkanal. Ein Sandsturm hatte den Frachter vermutlich vom Kurs abgebracht. Seitdem liegt das Schiff quer und verursachte damit einen Stau auf beiden Seiten des Kanals. Zunächst warteten bis zu 100 Schiffe auf ihre Durchfahrt. Laut Angaben des Seefahrts- und Logistikunternehmens GAC liegen derzeit noch 70 Schiffe an den Ankerplätzen in den Städten Suez und Port Said.

Ein Ereignis, das den Welthandel durcheinander bringt. Der Suezkanal gehört zu den wichtigsten Handelsrouten. 2020 passierten fast 19.000 Schiffe die Wasserstraße. Dabei seien bereits internationale Logistik-Turbulenzen zu spüren, so der Bundesverband der Deutschen Industrie. Zentrale Lieferketten drohen demnach aufgrund mangelnder Container, unpünktlicher Schiffe und fehlender Transportkapazität ins Stocken zu geraten.

Stau im Suezkanal: Bergung schneller möglich als gedacht? - Experte meldet sich - „binnen 48 bis 72 Stunden“

Wie geht es nun weiter? Der Suezkanal ist weiter blockiert. Auch am Freitag (26.3) versuchen Schlepperboote weiterhin, die gestrandete „MV Ever Given“ freizubekommen. Doch laut Angaben eines Vertreters der ägyptischen Regierung könnte das Prozedere schneller abgeschlossen sein als erwartet. Eine überraschende Nachricht, nachdem viele gedacht hatten, das Ganze könnte sich viele Tage hinziehen.

Die Schifffahrt auf dem Kanal zwischen Rotem Meer und Mittelmeer werde „binnen 48 bis 72 Stunden höchstens wieder aufgenommen“ werden, so der Berater für Seehäfen von Ägyptens Staatschef Abdel Fattah al-Sisi , Mohab Mamisch. Mamisch gab an, als ehemaliger Chef der Behörde für den Suezkanal bereits mehrere Bergungen miterlebt zu haben. „Ich kenne jeden Zentimeter des Kanals.“ Zuvor war von mehreren Wochen der Bergung die Rede gewesen. Ein gutes Zeichen für die Schifffahrt im Kanal.

Stau im Suezkanal: Blockierte Wasserstraße löst Meme-Welle aus - ein bekanntes Gesicht ist ebenfalls dabei

Während die Schlepperboote versuchen, den Schlamm unter dem Frachter zu entfernen, nimmt das Internet das Unglück mit Humor. Bereits der Gag einer Fußball-Legende kam bestens bei der Community an. Mittlerweile scheint eine ganze Meme-Welle anzurollen, die das Schiff für lustige Sketche aus ihrem Alltag nutzen.

„My To-Do List, My progress“ (deutsch: Meine To-do-Liste, mein Fortschritt), kommentiert beispielsweise ein Twitter-Nutzer zu dem querstehenden Schiff und den Arbeitern, die an dem Schlamm um den Bug des Schiffes baggern und im Vergleich zu dem großen Frachter wirklich sehr klein aussehen. Aber auch das alte ägyptische Reich findet Verwendung. Das Schiff als die Invasion von Xerxes I., dem ersten ägyptischen Pharao und die Arbeiter als Spartaner und Griechen - schon ist das Meme fertig. Einem User hat es das Schiff wohl besonders angetan. Er erstellte ganze 26 Memes zu dem Vorfall. Die To-do-Liste gehört zu seinen Werken. (chd mit AFP)

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