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Weniger Licht und Wärme: Zahlreiche Supermärkte wollen aktiv Energie sparen - Auch Rolltreppen im Gespräch

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Von: Stella Henrich

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Nicht nur die Verbraucher müssen aktiv Energie sparen, auch die Händler müssen seit Septemberanfang auf die Beleuchtung von Parkplätzen und Werbetafeln ab 22 Uhr verzichten.

München ‒ Gemäß der Energiesparverordnung müssen Händler von nun an ab 22 Uhr bis 16 Uhr des Folgetags das Licht abschalten. Schaufenster und Werbetafeln dürfen nicht mehr beleuchtet werden. Außerdem gilt, dass Türen und Fenster nicht dauerhaft offen stehen dürfen. Mit diesen Maßnahmen soll der Einzelhandel seinen Beitrag zur Energiekrise leisten.

Um Kosten und Energie zu sparen, gehen die Händler sogar noch einen Schritt weiter. Viele Märkte drosselten nun auch ihre Heizungen, berichtet die Berliner Morgenpost (Mopo). Um eine angenehme Raumtemperatur zu schaffen, wären vielerorts daher die Schließmechanismen elektrischer Türen verändert worden. In Kaufhäusern soll es außerdem bald keine offenen Eingangstüren mehr geben.

Energiesparen im Handel: Bei Aldi, Rewe und Co. wird es kühler

Angesicht der explodierenden Energiekosten ist die Umsetzung dieser Maßnahmen nur konsequent. Wie Focus.de berichtet, haben bereits Supermärkte und Discounter der Marken Aldi Nord und Aldi Süd, Rewe, Lidl und Kaufland angekündigt, die Temperatur im Verkaufsbereich um mindestens zwei Grad herunterzudrehen. 

Aldi Nord halte es für möglich, Heizungsanlagen abzusenken oder sogar abzuschalten. Außerdem prüfe der Discounter, wann und wo bestimmte Beleuchtungen in und an den Märkten sowie in den Logistikzentren abgestellt werden könnten, ohne die Sicherheit von Menschen zu gefährden. Die Baumarktkette Hornbach hat sogar einen Krisenstab eingerichtet, um einen Stufenplan zu entwickeln. Dieser umfasst die Absenkung der Raumtemperatur in bestimmten Zonen der Baumärkte - wie beispielsweise bei Zimmerpflanzen, Tierfutter und Spachtelmasse. Und das Möbelhaus Ikea denkt gegenwärtig darüber nach, den Betrieb von Energiefressern wie Rolltreppen in seinen Filialen einzustellen, um angemessen Energie zu sparen.

Die erste Energiesparverordnung des Bundes gilt seit 1. September 2022. Darin ist zum Beispiel festgelegt, dass Klauseln aus Mietverträgen ausgesetzt werden, die eine bestimmte Mindesttemperatur in gemieteten Räumen vorsehen. Das Credo: Wer die Heizung runterdrehen will, soll das auch tun dürfen. Das Heizen von privaten Pools – egal, ob innen oder außen – mit Gas und Strom aus dem Stromnetz ist untersagt. In öffentlichen Gebäuden soll die Raumtemperatur auf maximal 19 Grad begrenzt werden – wenig genutzte Räume wie Foyers und Flure sollen gar nicht mehr beheizt werden. Denkmäler und Gebäude dürfen nicht mehr angestrahlt werden. Und im Einzelhandel müssen die Ladentüren geschlossen bleiben, damit die Heizwärme nicht entweicht. Beleuchtete Werbeanlagen müssen von 22 bis 16 Uhr ausgeschaltet bleiben. Soweit die ersten Vorgaben, die zunächst für sechs Monate gelten – und zum 20-Prozent-Einsparziel für diesen Winter beitragen sollen.

Energiepsaren im Handel: Der Kunde soll bei Edeka mithelfen

Doch offenbar hat der Handel nicht nur Einsparpotenziale bei seinen Heizungen und seiner Elektronik im Blickfeld. Die Supermarkt-Kette Edeka bittet laut Mopo seine Kunden an Kühlvitrinen und Kühltruhen mit einem Hinweisschild darum, die Türen möglichst schnell nach dem Gebrauch wieder zu schließen.

Beim Münchner Traditionskaufhaus Kustermann fragt man sich hingegen, wie die Verordnung eigentlich genau umgesetzt werden soll und ob auch Eingangstüren, die als Fluchtwege dienen, zu bleiben müssen. Die Regierung müsse den Betrieben schon mehr Eigenverantwortung lassen. Kleinteiliger Aktionismus helfe nicht weiter.

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