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Supermarkt-Kette regt kürzere Öffnungszeiten an - Reaktionen von „Schwachsinn“ bis „wird auch Zeit“

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Von: Oliver Schmitz

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Die Supermarkt-Kette Tegut hat wegen der Energiekrise vorgeschlagen, die Öffnungszeiten deutschlandweit zu reduzieren. Das löste eine hitzige Debatte aus.

Köln – Derzeit stellt sich ganz Deutschland die Frage, wie im Herbst und Winter am besten Energie gespart werden kann. Damit auch Supermärkte und Discounter dabei helfen können, hat Tegut kürzere Ladens-Öffnungszeiten für ganz Deutschland vorgeschlagen. Bayern würde dabei als Vorbild dienen. Das heißt: um spätestens 20 Uhr sollen die Türen für Kunden geschlossen werden. Dieser Vorschlag fand bei einigen Menschen Zustimmung, jedoch gibt es auch kritische Stimmen, wie 24RHEIN schreibt.

Kürzere Supermarkt-Öffnungszeiten sorgt für viel Zuspruch – „Früher ging es auch“

Ein volles Kassenband bei Lidl.
Die Reaktionen auf den Tegut-Vorschlag für kürzere Öffnungszeiten fallen sehr unterschiedlich aus. (Symbolbild) © Manuel Geisser/Imago

Während Tegut auf seinen Vorschlag für kürzere Öffnungszeiten zunächst keine Rückmeldung aus der Politik bekommen hat, entbrannte nach der Meldung schnell eine Debatte in den sozialen Medien. Unter einem Facebook-Post von 24RHEIN meldeten sich hunderte Leute zu Wort. Viele davon begrüßten den Vorschlag. Sätze wie „wird auch Zeit“, „bin dafür“, „richtig so“ oder „die Angestellten haben es auch verdient“ sind häufig zu lesen.

Auch Leute, die selbst nicht gerade von der Reduzierung der Supermarkt-Öffnungszeiten profitieren würden, sprachen sich dafür aus. „Ich arbeite im Schichtdienst! Find es aber gut, wenn Geschäfte früher schließen. Auch das Personal hat Familien. Früher ging es auch. Hab ich Frühschicht, gehe ich Mittags, hab ich Spät gehe ich morgens. Alles eine Frage der Organisation“, schreibt eine Userin.

Viele weitere sind allein deshalb von der Idee überzeugt, weil es in der Vergangenheit auch bereits funktioniert hatte. „Früher ging es auch, Läden von 8 bis 18 Uhr, Samstag bis 12 Uhr und verhungert sind wir auch nicht“. Dem schließt sich auch ein weiterer User an: „Zurück zu den alten Zeiten, das war familienfreundlicher und wir haben es alle überlebt!“. Deshalb schlagen auch einige vor noch weiter zu gehen und die Supermärkte nur bis 19, 18:30 oder gar 18 Uhr offenzulassen.

„Zurück in den 70er-Jahre“? Warum einige gegen kürzere Öffnungszeiten sind

Für einige andere Facebook-User wäre eine Verkürzung der Öffnungszeiten aber vor allem eins: ein Rückschritt. „Zurück in die 70er Jahre“, schreibt einer und „Fortschritt? Wir entwickeln uns zurück“ ein anderer. Auch das Argument, dass es früher auch funktioniert hat, findet ein Nutzer nicht nachvollziehbar: „Mama war Hausfrau und konnte tagsüber einkaufen. Wann sollen die Angestellten, die von 7 bis 18 Uhr unterwegs sind, denn dann noch einkaufen? Eine Fahrzeit von 1 bis 1,5 Stunden pro einfache Strecke sind nicht unüblich und auch zumutbar.“

Ein Kommentar kritisiert vor allem Tegut selbst: „Was ein Schwachsinn! Können sie doch machen, es zwingt sie doch keiner bis 22 oder 24 Uhr auf zu haben“, heißt es in Bezug auf den Vorschlag nur noch bis 20 Uhr zu öffnen. Die Supermarkt-Kette hätte laut dem User „doch nur Angst, dass Ihr Verdienst sinkt, wenn andere länger aufhaben“. Dem stimmte auch ein anderer zu: „Das kann doch jedes Geschäft selber festlegen.“ (os)

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