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Deutsches Mädchen war in Kontakt mit Texas-Amokläufer: „Er hatte nie Pläne mit seinen Freunden“

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Von: Julia Volkenand, Laura May

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Am 24. Mai tötete ein 18-Jähriger bei einem Amoklauf an einer Grundschule in Uvalde, Texas 21 Menschen. Was bisher über den Täter und seine Motive bekannt ist.

Update vom 27. Mai, 14.04 Uhr: Die Mutter des 18-jährigen Amokläufers von Uvalde hat um Vergebung gebeten. „Ich habe keine Worte, ich weiß nicht, was er sich dabei gedacht hat“, sagte sie am Freitag auf Spanisch dem Sender Televisa nach einer Übersetzung des Partnersenders CNN. „Vergeben Sie mir, vergeben Sie meinem Sohn.“ Sie fügte hinzu: „Ich möchte nur, dass die unschuldigen Kinder, die gestorben sind, mir vergeben.“ 

Amoklauf in den USA: Kritik an Polizeieinsatz in Uvalde wächst

Update vom 26. Mai, 22.41 Uhr: Zuletzt hatte es lautstarke Kritik von Eltern am Vorgehen der örtlichen Polizei gegeben. Sie werfen der Polizei vor, zu lange untätig gewesen zu sein. Diese gerät immer mehr unter Rechtfertigungsdruck. Es sei eine „komplexe Situation“ gewesen, sagte Victor Escalon vom Ministerium für öffentliche Sicherheit in Texas bei einer Pressekonferenz am Donnerstag. Er bat um mehr Zeit, um die Ereignisse genauer zu analysieren.

Ersten Erkenntnissen zufolge hatte der Todesschütze gegen 11.40 Uhr Ortszeit die Schule und anschließend ein Klassenzimmer in der Nähe des Eingangsbereiches betreten. Polizisten seien vor Ort gewesen, hätten das Klassenzimmer aber zunächst nicht betreten können, da sie beschossen worden seien. „Da waren mindestens 40 bis an die Zähne bewaffneten Polizisten, aber sie haben verdammt nochmal nichts unternommen, bis es viel zu spät war“, sagte etwa der Augenzeuge Jacinto Cazares, dessen Tochter unter den Todesopfern ist, dem US-Sender ABC. „Die Situation hätte schnell vorüber sein können, wenn sie eine bessere taktische Ausbildung gehabt hätten.“ Der Attentäter hielt sich offiziellen Angaben zufolge etwa eine Stunde in dem Klassenzimmer auf, bevor die Verstärkung eintraf und den Amokläufer tötete.

Amoklauf in Uvalde/Texas: Mahnwache für die 21 Todesopfer - „Wir sind am Boden zerstört“

Update vom 26. Mai, 13.45 Uhr: Bei einer Mahnwache in Uvalde (Texas) haben Anwohner am Mittwochabend (Ortszeit/25. Mai) um die Opfer des Amoklaufs getrauert. „Ihr könnt weinen, denn unsere Herzen sind gebrochen. Wir sind am Boden zerstört“, meint Pastor Tony Gruben von der Baptist Temple Church in seiner Rede. Die Zeitung Texas Tribune berichtete, dass etwa 1.000 Menschen an der Trauerfeier in einem Mehrzweckstadion der Kleinstadt teilgenommen haben. Sie gedachten der Opfer mit Gebeten und Gesang. Geistliche verschiedener örtlicher Kirchen sprachen auf Englisch und Spanisch zu den Trauernden.

Update vom 26. Mai, 10.34 Uhr: US-Präsident Joe Biden will nach dem schrecklichen Massaker an einer Grundschule im Bundesstaat Texas die betroffene Gemeinde bald besuchen. Biden erklärte im Weißen Haus in Washington, er werde „in den nächsten Tagen“ mit seiner Ehefrau Jill nach Texas reisen. Dort wollen sich der Präsident und die First Lady mit den Familien der Opfer treffen. Er wolle ihnen sein Mitgefühl zeigen und der Gemeinde etwas Trost spenden in einer Zeit von Schock, Trauer und Trauma, meinte Biden.

Ein Mann zündet eine Kerze vor der Robb Elementary School an. Ein 18-jähriger hat bei einem Amoklauf an der Grundschule im US-Bundesstaat Texas mehrere Menschen getötet.
Ein Mann zündet eine Kerze vor der Robb Elementary School an. Dort hatte ein Amokläufer 21 Menschen getötet. © Jae C. Hong/dpa

Amoklauf in Uvalde: Täter lieferte sich Schießerei mit der Polizei und verschanzte sich in Klassenzimmer

Update vom 26. Mai, 9.33 Uhr: Steve McCraw, Direktor des Texas Department of Public Safety, hat sich zu weiteren Details zum furchtbaren Amoklauf an einer texanischen Grundschule in Uvalde geäußert. Der 18-jährige Täter lieferte sich demnach eine etwa 30 Minuten andauernde Schießerei mit der Polizei. Zuvor hatte er 19 Schüler und zwei Lehrer getötet.

„Und dann hörte die Schießerei auf, und er verbarrikadiert sich“, schilderte McCraw den Hergang. In einem Klassenzimmer des Schulgebäudes verschanzte sich der Amokläufer. Polizeibeamte drangen eine knappe halbe Stunde später gewaltsam in den Raum ein und töteten den 18-Jährigen.

Update vom 26. Mai, 6.42 Uhr: Nach der entsetzlichen Bluttat in Texas kommen immer mehr Details ans Licht. Zuletzt hatte eine 15-Jährige aus Frankfurt offenbart, dass sie mit dem Täter in Kontakt stand (siehe Update vom 25. Mai, 21.27 Uhr). Dabei sagte sie unter anderem: „Jedes Mal, wenn ich mit ihm sprach, hatte er nie Pläne mit seinen Freunden.“ Inzwischen hat sich auch der Großvater des 18-jährigen Schützen, der bei der Tat selbst ums Leben kam, geäußert. Er erklärte dem Sender ABC, dass sein Enkel nie viel geredet habe. „Er war sehr ruhig.“

Täter schrieb kurz vor Amoklauf wohl deutschem Mädchen (15): „Habe meiner Oma in Kopf geschossen“

Update vom 25. Mai 21.27 Uhr: Wie CNN berichtet, schrieb der Amokläufer, der mindestens 21 Menschen an einer texanischen Grundschule tötete, kurz vor seiner Tat mit einem 15-jährigen Mädchen aus Frankfurt. Er habe ihr sofort, nachdem er seine Großmutter abschoss, eine SMS geschickt, in der er schrieb: „Ich habe gerade meiner Oma in den Kopf geschossen.“ In der nächsten Nachricht hieß es dann wohl: „Ich werde jetzt gleich auf eine Grundschule schießen.“ Das deutsche Mädchen, das in Frankfurt lebt, hatte demnach seit dem 9. Mai über einen Messengerdienst mit dem Täter Kontakt, er habe sogar geplant, sie zu besuchen. In einem Interview mit dem Sender, berichtete das Mädchen, sie habe den Eindruck gehabt, der 18-Jährige habe kaum Freunde.

Eine Frau weint, als sie das Uvalde Civic Center verlässt. Bei einem Amoklauf an einer Grundschule im US-Bundesstaat Texas sind mehrere Menschen getötet worden.
Eine Frau weint, als sie das Uvalde Civic Center verlässt. Bei einem Amoklauf an einer Grundschule im US-Bundesstaat Texas sind mehrere Menschen getötet worden. © dpa/William Luther

Update vom 25. Mai, 20.19 Uhr: Der Todesschütze von Uvalde kündigte laut Aussagen des texanischen Gouverneurs Greg Abbott seine Tat bei Facebook an. 30 Minuten vor dem Angriff, bei dem mindestens 21 Menschen ihr Leben verloren habe der Täter noch Posts auf Facebook gepostet, so Abbott. Der erste Beitrag habe „Ich werde meine Großmutter töten“, gelautet. Auch den Angriff auf die Schule habe er angekündigt: „Ich werde auf eine Grundschule schießen.“ Später schoss der 18-Jährige tatsächlich auf seine Großmutter, die schwer verletzt die Polizei alarmierte.

Steven McCraw, der Direktor für Sicherheit in Texas, gab bei der Pressekonferenz bekannt, wie der Schütze an die Waffen und Munition gelangen konnte. Der 18-Jährige habe keine kriminelle Vergangenheit und habe mit seiner 66-jährigen Oma gelebt. In einem örtlichen Sportbedarfsgeschäft habe er am 18. März ein halbautomatisches Gewehr gekauft, dazu 375 Kugeln Munition. Am 20. März habe er dann im selben Laden ein zweites halbautomatisches Gewehr erstanden.

Ursprungsmeldung: 21 Menschen wurden an der Robb Elementary Grundschule von Uvalde (Texas) bei einem Amoklauf getötet. Der 18-jährige Salvador R. eröffnete am Dienstag, dem 24. Mai, das Feuer an der Schule.

Wie im Laufe des Tages bekannt wurde, schoss der junge Mann erst auf seine Großmutter, fuhr dann an die Schule und schoss mit zwei AR-15-Gewehren um sich. Seine Oma befindet sich im Krankenhaus. Ihr Zustand ist offenbar kritisch. Salvador R. kam ebenfalls ums Leben, durch Schüsse der Polizei. Nach den Schüssen auf seine Oma stieg Salvador R. offenbar in sein Auto und raste los. Nahe der Robb Elementary School fuhr er in einen Graben, stieg aus dem Auto und ging zur Schule. Polizisten konnten ihn nicht am Betreten des Gebäudes hindern.

Die USA trauern – und suchen nach Erklärungen für die schreckliche Tat. Die Polizei versucht nun „detaillierte Hintergrundinformationen“ über den jungen Mann zu bekommen. Bisher sind seine Beweggründe noch unbekannt.

Amoklauf an US-Grundschule in Uvalde, Texas: Täter-Nachricht bei Instagram publik geworden

Der Täter hatte vor seinem Amoklauf eine Minderjährige auf Instagram über seine Tat informiert. Sie selbst veröffentliche den Chatverlauf und bedauert, das Morden nicht verhindert zu haben. Salvador R. schickte ihr Bilder seiner Waffen und schrieb: „Ich bin kurz davor.“ Er wollte, dass das Mädchen die Fotos weiter verbreitet. Die Minderjährige fragte nach und bekam nur die Antwort: „Ich habe ein kleines Geheimnis“.

Ramos postete gerne Waffen-Fotos auf Instagram. Hier zwei AR-15-Maschinengewehre.
Ramos postete vor der Tat Waffen-Fotos auf Instagram. Hier zwei AR-15-Maschinengewehre. © salv8dor_/Instagram

Amoklauf an US-Grundschule in Texas: Alter, Arbeit und was über Täter Salvador R. sonst bekannt ist

Was über den Täter bekannt ist: Salvador R. war 18 Jahre alt und besuchte laut Gouverneur Greg Abbot die örtliche Highschool. Gleich zu seinem 18. Geburtstag besorgte er sich Medienberichten zufolge zwei AR-15-Gewehre.

Seit rund einem Jahr arbeitete er bei dem Burger-Fastfood-Restaurant Wendy‘s. Vor etwa einem Monat kündigte Salvador R. Ein Manager der Lebensmittelkette sagte gegenüber der New York Times, der junge Mann wäre verschlossener gewesen als seine Kollegen. „Keiner kannte ihn wirklich“.

US-Grundschule in Uvalde, Texas: Diskussion um schärfere Waffengesetze - Senator Ted Cruz dagegen

Zu den Motiven des jungen Mannes ist bisher nichts bekannt. Nach der Tat diskutieren Politiker allerdings wieder über schärfere Waffengesetze. Erst vergangenes Jahr unterzeichnete der republikanische Gouverneur Greg Abbott in Texas ein gegenteiliges Gesetz. Bürger des US-Bundesstaates brauchen demnach keine Genehmigung mehr, um sich zu bewaffnen.

Während US-Präsident Biden den Grund für derartige Verbrechen in laxen Waffengesetzen sieht, sagte der republikanische texanische Senator Ted Cruz gegenüber CNN: „Wir wissen aus der Vergangenheit, dass eines der effektivsten Werkzeuge, um die Sicherheit von Kindern zu gewährleisten, bewaffnete Strafverfolgung auf dem Campus ist.“

Ramos postete vor der Tat Waffen-Fotos von zwei AR-15-Maschinengewehren auf Instagram. Das Model kam bereits bei anderen Amokläufen zum Einsatz, beispielsweise beim „Sandy Hook-Massaker“, wo ein Killer 28 Menschen tötete, darunter 20 Kinder. Steve Kerr, Coach des NBA-Teams der Golden State Warriors, reagierte mit emotionalen Worten auf den Amoklauf.

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