Frau und sechs Kinder alleine nach Europa

"Taimaa, wir vermissen dich!"

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Taimaas letzter Tag bei ihren Freundinnen im Kinderschutzzentrum.

Tripoli - Ein Vater entschied sich, seine Frau und die sechs Kinder alleine nach Europa zu schicken. Ihre Freundinnen im Kinderschutzzentrum haben jetzt nur noch Fotos von ihr.

Tagelang hat Taimaa immer nur rumgedruckst, ihren Freundinnen nicht erzählt, was los ist. Nur so komisch ruhig war sie. Und irgendwie traurig. Und gesagt hat sie, dass was passieren werde. Aber sie nicht darüber reden dürfe. Dann, am Mittwoch, 14.Oktober, hat die 13-Jährige es nicht mehr ausgehalten und das Geheimnis ihren Freundinnen anvertraut. „Taimaa hat uns erzählt, dass sie ihr Vater wegschicken wird nach Europa. Und er hier im Libanon bleiben will. Nur die Kinder und die Mutter müssen weg“, berichtet Anjham.

Ihre Freundinnen haben nur noch Bilder von Taimaa.

Die Mädchen kennen sich aus dem Kinderschutzzentrum Beyond, das von Unicef unterstützt wird. Sie alle sind syrische Flüchtlinge, gestrandet im Bekaa-Tal. Die eine in einem ehemaligen Ziegenstall, die andere in einem löchrigen Zelt, die dritte in einem Rohbau ohne Fenster, wo es zieht und hereinregnet. Die Beyond-Anlage – ein kleiner Flachbau, ein paar große, dichte Zelte, eine Bühne und funktionierende Stehtoiletten – ist für die Freundinnen der einzige Ort in der Fremde, wo sie sich sicher und geborgen fühlen. Sie vertrauen den Menschen dort. Und Chefin Maria Assi, die jeden Tag von morgens bis abends hier ist.

Deshalb erzählen die Mädchen Maria auch von Taimaas Geschichte. „Wir waren zig Mal bei ihrem Vater, um ihn davon zu überzeugen, da zu bleiben. Er wollte einfach nicht. Wir hätten die Familie so gut es geht unterstützt“, sagt Maria. Ohne Erfolg. „Ich kann sie nicht mehr versorgen, sie werden hier sterben“, hatte er immer nur eintönig geantwortet. Woher das Geld für die Reise kommt? Er habe es sich geliehen, behauptet er gegenüber Maria.

Können nicht verstehen, dass Taimaa gehen musste: Abiir, Nada und Anjham (v.l.).

20. Oktober, Tag vor der Abreise: Taimaa verabschiedet sich von ihren Freundinnen. Sie haben der 13-Jährige Abschiedsbriefe geschrieben, kleine gelbe Zettel, die sie in die Tasche stecken kann. Darin steht, wie viele Talente Taimaa hat, wie mutig sie ist, wie sehr sie ihr alle wünschen, dass sie beschützt und in Europa glücklich wird. „Taimaa will Ärztin werden oder Ingenieurin, sie ist richtig gut in der Schule. Ich hoffe, dass sie die Schule dort mit den besten Noten abschließt“, sagt Abiir. Sie machen ein letztes Foto, wie die 13-Jährige sich winkend vom Gelände verabschiedet. „Sie ist so tapfer und lächelt, damit wir nicht weinen.“ Eine letzte Umarmung mit der Gewissheit, dass dies ein Abschied für sehr, sehr lange Zeit sein wird.

Am nächsten Tag, dem 21. Oktober, bringt der Vater seine Frau und die sechs Kinder nach Tripoli. Dort beginnt die Reise nach Europa wie für so viele andere syrische Flüchtlinge mit dem Schlauchboot. Taimaa ist die Älteste. Sie weiß, dass sie eine große Verantwortung trägt. Ohne ihre Hilfe ist ihre Mutter verloren. Was für eine Verantwortung für ein 13 Jahre altes Kind. Die Familie schafft die Überfahrt, ist derzeit in der Türkei, das haben die Beyond-Mitarbeiter vom Vater erfahren. Wie es weitergehen soll, wissen sie nicht.

Wir versuchen, Taimaas Vater bei unserem Besuch im Bekaa-Tal zu treffen. Er versteckt sich, will nicht reden. Die anderen Familien in seiner Umgebung wollen keinen Kontakt mehr zu ihm. Sie können seine Entscheidung nicht verstehen. Wer ist so herzlos und schickt seine Liebsten weg?

Im Kinderschutzzentrum wird fast jeden Tag über Taimaa geredet. Ihre drei besten Freundinnen Abiir, Nada und Anjham schauen sich die Plakate mit Fotos und Texten an: „Sie ist eine wundervolle Schwester in unseren Herzen. Taimaa, wir vermissen dich und werden dich nie vergessen.“

Dorit Caspary

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