Taliban erhängen achtjährigen Jungen

Kabul - Die radikalislamischen Taliban haben im Süden Afghanistans den Sohn eines Polizeikommandeurs (8) entführt und nach vier Tagen erhängt.

Nach Regierungsangaben vom Samstag hatten sie mit der Entführung des Buben Druck auf den Vater ausüben wollen. Sie hätten den Mann aus der Provinz Helmand aufgefordert, sich den Rebellen zu ergeben und ihnen seinen Dienstwagen und seine Waffen zu überlassen, wenn er seinen Sohn lebend wiedersehen wolle, sagte ein Sprecher des Regionalgouverneurs am Samstag.

Das sind die Taliban

Der Begriff Taliban (“Koranschüler“) hat sich als Bezeichnung für die islamistischen Aufständischen in Afghanistan eingebürgert. © dpa
Die “Gotteskrieger“ kämpfen für einen Abzug der ausländischen Soldaten und den Sturz der Regierung Karsai. © AP
Sie wollen wieder ihr Islamisches Emirat Afghanistan errichten. © AP
Bis 2001 hatten sie die Macht über das Land am Hindukusch. © AP
Maßstab aller Ordnung ist für die Taliban eine besonders strenge Auslegung der Scharia, des islamischen Rechts. Foto: Afghanische Frau in einem Burka-Schleier. © dpa
Gegründet wurde die Bewegung von Absolventen pakistanischer und afghanischer Koranschulen. © AP
Die Taliban sind Sunniten, wie die Mitglieder aller derzeit international operierender islamistischer Terrorgruppen. © AP
Die Taliban konnten sich unter ihrem Anführer Mullah Omar nach dem Sturz ihres Regimes wieder zu einer schlagkräftigen Guerillatruppe formieren. © AP
Trotz mehr als 100 000 ausländischer Soldaten im Land sind sie seit einigen Monaten stark wie nie zuvor. © AP
Schätzungen über die Zahl ihrer Kämpfer reichen bis zu mehreren zehntausend. © AP
Anschläge und Angriffe werden oft vom benachbarten Pakistan aus gesteuert. © AP
Dabei nehmen die Taliban keine Rücksicht auf Unbeteiligte und sind für die meisten zivilen Opfer in dem Konflikt verantwortlich. © AP

Die Taliban äußerten sich bislang nicht zu dem Vorfall vom Freitag. Die Aufständischen hatten im vergangenen Jahr in der gleichen Region einen siebenjährigen Jungen umgebracht, dem sie vorwarfen, für ausländische Soldaten spioniert zu haben.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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