Terrorverdächtiger klagt über Knast in Pakistan

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Auf der Anklagebank des Oberlandesgerichts in Frankfurt am Main sitzt der 25-jährige Deutsch-Syrer Rami M. am Donnerstag.

Frankfurt/Main - Der islamistische Terrorverdächtige Rami M. hat am Freitag vor dem Oberlandesgericht Frankfurt am Main über seine schlechten Haftbedingungen im pakistanischen Gefängnis berichtet.

Auf Nachfrage des Richters sprach der 25-Jährige von “psychischer Folter“. Sein Anwalt stellte jedoch klar, dass Rami M. in Haft zwar “nicht mit Samthandschuhen angefasst“ worden sei. Foltermethoden wie das sogenannte Waterboarding habe es jedoch nicht gegeben.

Der Angeklagte hatte am Donnerstag gestanden, in einem Terrorcamp der Al-Kaida in Waziristan im Umgang mit Waffen ausgebildet worden zu sein. Auf Dauer sei ihm der Einsatz in den Bergen jedoch zu anstrengend geworden und er habe zurück nach Deutschland gewollt. Dazu habe er Kontakt mit der deutschen Botschaft in Islamabad aufgenommen. Auf dem Weg dorthin wurde Rami M. jedoch vom pakistanischen Geheimdienst festgenommen und zwei Monate später nach Deutschland überstellt.

Am Freitag berichtete der Angeklagte, dass er der pakistanischen Geheimpolizei die Bescheinigung der deutschen Botschaft gezeigt habe, aus der hervorging, dass er auf dem Weg nach Deutschland sei. Doch die Agenten hätten ihn als Lügner beschimpft, ihm ein schwarzes Tuch über den Kopf gezogen, ihn gefesselt und in eine winzige Zelle gesteckt.

Das sind die Taliban

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Dort sei er “hardcore verhört“ worden, sagte Rami M. Im Gefängnis habe er kein Tageslicht gehabt, nur einmal die Woche duschen dürfen und zu wenig Essen und Trinken bekommen. “Ich hatte Schwächeanfälle, wurde fast ohnmächtig“, berichtete er.

Die Bundesanwaltschaft wirft Rami M. vor, von Mai 2009 bis zu seiner Festnahme im Juni 2010 Mitglied der Al-Kaida gewesen zu sein. Nach seiner Ausbildung im Terrorcamp sei er auch an Kampfhandlungen gegen die pakistanische Armee beteiligt gewesen. Da er körperlich dem Einsatz nicht gewachsen gewesen sei, habe ihn ein hochrangiges Al-Kaida-Mitglied beauftragt, das Terrornetzwerk von Deutschland aus zu unterstützen. Demnach sollte Rami M. Spendengelder in Höhe von 20.000 Euro pro Halbjahr eintreiben und als Kontaktperson zur Verfügung stehen. Ein Urteil wird für Montag erwartet.

dapd

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