27 von 33 Proben enthielten Pestizide / Bayerische Lebensmittelaufsicht wiegelt ab

Test: Viele Giftstoffe in fertigen Gewürzen

Viele Fertiggewürze sind mit hochgiftigen Spritzmitteln belastet. Bei einem Test der Umweltorganisation Greenpeace enthielten 27 von 33 Proben Pestizid-Rückstände.

Das Ergebnis deckt sich mit Untersuchungen des Bayerischen Landesamtes für Lebensmittelsicherheit. Die Behörde fand es aber nicht nötig, die Verbraucher zu informieren. Sprecherin Katrin Grimmer: „Wir haben das im Internet und in unseren Jahresberichten veröffentlicht.“

Greeenpeace hatte beliebte Gewürze wie Paprikapulver, Dillspitzen, Pfeffer, Ingwer und Petersilie unter die Lupe genommen und bei sechs führenden Supermarktketten eingekauft. Ergebnis: 82 Prozent der Proben wiesen Pestzide auf. Besonders negativ fielen Paprikapulver, Dill und getrocknete Petersilie auf. In einem einzigen Gläschen Paprikagewürz aus einer Hamburger Edeka-Filiale fand Greenpeace allein 22 verschiedene Spritzmittelwirkstoffe, die höchste Mehrfachbelastung, die bei Greenpeace-Untersuchungen festgestellt wurde. Zwei Produkte mit Grenzwertüberschreitungen, das Paprika-Gewürz von „Spice Islands“ bzw. Paprikapulver von Wagner wurden von der Supermarktkette bzw. vom Hersteller aus den Regalen genommen.

„Mit den Pestiziden aus einer starken Prise Paprika oder Dillspitzen kann man sich das ganze Essen verderben“, weiß Manfred Krautter, Chemieexperte von Greenpeace. Krautter: „Die Supermärkte dürfen solche Giftmischungen nicht mehr verkaufen. Es ist unglaublich, dass die Lebensmittelüberwachungsbehörden die Missstände dulden!“ Insgesamt fand das Greenpeace- Labor 53 verschiedene Pestizide, von denen 35 als gefährlich für die Gesundheit von Verbrauchern gelten. So wurden oft das krebserregende Cyprocconazol und Carbendazim gefunden. Ein Viertel der Spritzmittel ist nicht zugelassen.

Das bayerische Amt für Lebensmittelsicherheit hatte bei 38 Proben Paprikapulver 13 Grenzwertüberschreitungen festgestellt. Behördensprecherin Wagner: „Das ist nicht gesundheitsgefährdend“. Krautter kontert: „Die Stoffe sind sehr wohl gefährlich. Aber man braucht sich bei dieser Behördenmentalität nicht wundern, wenn es einen Lebensmittelskandal nach dem anderen gibt.“

di.

Quelle: tz

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