Testphase für Körperscanner vorbei: Wie es jetzt weitergeht

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Die Körperscanner-Testphase ist vorbei.

Hamburg - Am Hamburger Flughafen endet nach Medieninformationen in der kommenden Woche die Testphase mit den Körperscannern. Werden Sie nun an allen Flughäfen installiert?

Nach Informationen des Radiosenders NDR 90,3 werden die beiden Geräte erstmal abgebaut. Ob die Scanner künftig dauerhaft an deutschen Flughäfen eingesetzt werden, steht noch nicht fest.

Am Hamburger Flughafen habe man sich längst an die Körperscanner gewöhnt. Die beiden Geräte, die an eine Duschkabine erinnern, wurden in die Sicherheitskontrolle integriert. Viele Passagiere nutzen sie freiwillig. Doch Ende Juli wird die Testphase beendet, wie ein Sprecher des Innenministeriums dem Radiosender bestätigte. Die Geräte werden erstmal abgebaut. Ob sie wiederkommen und dauerhaft an deutschen Flughäfen installiert werden, steht noch nicht fest.

Körperscanner: Die wichtigsten Infos

Köperscanner: Die zehn wichtigsten Infos
Beine breit, Arme hoch! Die ersten Körperscanner sind an deutschen Flughäfen im Einsatz. Hier die zehn wichtigsten Infos für Reisende. 1. Wie funktioniert der Nacktscanner? Der Körper reflektiert oder strahlt Wärmewellen ab, die vom Gerät aufgespürt werden, das dadurch ein Abbild des menschlichen Körperserstellt. Gegenstände am Körper erkennt der Scanner durch sogenannte Wärmeschatten. © dpa
Köperscanner: Die zehn wichtigsten Infos
2. Werden Bilder von meinem Körper gespeichert? Körperbilder werden nicht erzeugt und demzufolge auch nicht ausgewertet. Detektionsdaten werden sofort nach der Kontrolle gelöscht. © dpa
Köperscanner: Die zehn wichtigsten Infos
3. Muss ich mich ausziehen? Nein! Der Körperscanner kann den Fluggast zwar bis zur nackten Haut durchleuchten. Eine Software verhindert diese Darstellung. © dpa
Köperscanner: Die zehn wichtigsten Infos
4. Kann ich mich dagegen wehren, dass das Gerät bei mir eingesetzt wird? Die Körperscanner sind noch Testeinsatz. Sie sind nur an bestimmten Sicherheitstoren aufgestellt. Wer nicht möchte, kann – zumindest jetzt noch – bei einem anderen Securitycheck anstehen. © dpa
Köperscanner: Die zehn wichtigsten Infos
5. Sieht man mich im Körperscanner nackt? Nein. Erkennt das Gerät keine verdächtigen Gegenstände, zeigt der Monitor dem Sicherheitspersonal nur ein „o.k.“ auf dem Bildschirm. Hat es vermeintlich Gefährliches entdeckt wird nicht der tatsächliche Körper abgebildet, sondern eine Figur, die aussieht wie ein Ampelmännchen. Die verdächtigen Stellen sind mit gelben Flaggen gekennzeichnet. © dpa
Köperscanner: Die zehn wichtigsten Infos
6. Kann ich mein Handgepäck mit in den neuen Scanner geben? Nein. Das muss wie bisher auf das Laufband gelegt werden. © dpa
7. Ist die Strahlung gesundheitsschädlich? Laut Angaben des Herstellers werden keine Röntgenoder radioaktiven Strahlen benutzt, sondern Radiowellen, die 10.000 Mal weniger intensiv sein sollen als die von Mobiltelefonen.
7. Ist die Strahlung gesundheitsschädlich? Die neuen Körperscanner arbeiten, laut Angaben der Bundesregierung, mit einer sogenannten Millimeterwellentechnologie und sind für den Menschen gesundheitlich unbedenklich. © dpa
8. Sieht man mein Piercing auf dem Monitor? Kleine Gegenstände erscheinen schemenhaft.
8. Sieht man mein Piercing auf dem Monitor? Kleine Gegenstände erscheinen schemenhaft. © picture alliance / dpa
9. Muss ich früher zum Flughafen, weil es längere Wartezeiten beim Securitycheck gibt? Das neue Gerät fertigt 350 Passagiere pro Stunde ab. Verzögerungen sollten deshalb nicht auftreten.
9. Muss ich früher zum Flughafen, weil es längere Wartezeiten beim Securitycheck gibt? Das neue Gerät fertigt 350 Passagiere pro Stunde ab. Verzögerungen sollten deshalb nicht auftreten. © picture alliance / dpa
Köperscanner: Die zehn wichtigsten Infos
10. Wo werden die Scanner eingesetzt? In den Flughäfen von Amsterdam, London und Zürich. In den USA arbeitet man bereits mit rund 200 Geräten auf 51 Flughäfen. Im November 2012 führte Australien an allen internationalen Flughäfen Körperscanner ein. Insgesamt 14 Körperscanner sind derzeit (2015) an sechs deutschen Airports im Einsatz. © dpa

Zunächst werden die Erkenntnisse ausgewertet, Ergebnisse sollen in einigen Wochen vorliegen. Ursprünglich sollten die Körperscanner nur bis Ende März getestet werden. Doch dann verlängerte das Bundesinnenministerium die Probephase bis Juli, weil es häufig Fehlermeldungen gab.

Der Scanner arbeitet mit einem automatischen Detektionsverfahren und zeigt die Position entdeckter Gegenstände über ein Piktogramm, das bei jedem Fluggast gleich aussieht. Das Gerät produziert damit keine Bilder des menschlichen Körpers. Daten werden nach dem Scanvorgang nicht gespeichert. Damit soll dem Schutz der Persönlichkeitsrechte der Passagiere umfassend Rechnung getragen werden.

dapd

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