Gemeinde um Aufklärung bemüht

Alkohol-Eklat bei sechs Kita-Erzieherinnen: „Ging über normale Geburtstagsrunden weit hinaus“

Bobbycars stehen unter Jacken von Kindern, die an einer Garderobe einer Kindertagesstätte (Kita) hängen.
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In einer Kita in Sachsen-Anhalt wurden sechs Frauen nach einem Alkohol-Eklat suspendiert. (Symbolbild)

Sechs Frauen sollen Berichten zufolge in einer Kita in Sachsen-Anhalt regelmäßig zur Flasche gegriffen haben. Nun wurden die Erzieherinnen suspendiert.

Teutschenthal - Es sind schwere Vorwürfe, die der Leiterin einer Kita in Teutschenthal sowie fünf Betreuerinnen gemacht werden. Sie sollen laut mehreren Medienberichten immer wieder Alkohol getrunken haben - und das, während sie eigentlich arbeiten und Kinder betreuen sollten. Die Gemeinde im Saalekreis in Sachsen-Anhalt hat nun die Konsequenzen gezogen und alle sechs Frauen vom Dienst suspendiert.

Alkohol-Eklat in Kita: Sechs Frauen suspendiert - „Notwendige personelle Veränderungen“

In einer offiziellen Mitteilung der Gemeinde Teutschenthal ist von „notwendigen personellen Veränderungen“ die Rede. Laut Berichten von Bild und RTL wurde die Trinkerei der sechs Frauen aufgedeckt, als ein Kind in der vergangenen Woche kollabierte. Es soll demnach dehydriert sein. Als die Mutter das Kind abholte, sollen die Erzieherinnen laut den Berichten nach Alkohol gerochen haben. „Das ging über normale Geburtstagsrunden weit hinaus“, zitiert die Bild eine weitere Kita-Mitarbeiterin, die nicht suspendiert wurde.

Gegenüber dem MDR wies das zuständige Jugendamt des Saalekreises die Berichte über das dehydrierte Kind allerdings zurück. Die Vorwürfe würden zwar geprüft, nach jetzigem Kenntnisstand sei jedoch keine Gefährdung des Kindeswohls bekannt. Die Suspendierung sei laut Jugendamt wegen „möglicher Pflichtverletzungen“ erfolgt.

Alkohol-Eklat in Kita: Gemeinde Teutschenthal um „lückenlose Aufklärung“ bemüht

Die Gemeinde Teutschenthal äußerte sich in ihrer Mitteilung ähnlich. „Es gab Anhaltspunkte für die Verletzung der Fürsorge- und Aufsichtspflicht, darunter auch Verhaltensweisen, welche den heutigen Maßstäben der Sozialpädagogik nicht Genüge tragen“, hieß es dazu. „Eine mögliche strafrechtliche Relevanz verbleibt einer gesonderten Überprüfung“, teilte die Gemeinde weiter mit.

„Im Interesse aller Beteiligten, insbesondere zum Wohl der Kinder, ist die Gemeinde Teutschenthal bemüht um eine lückenlose Aufklärung des Sachverhaltes“, betonte der Bürgermeister Tilo Eigendorf. Durch eine Verkürzung der Öffnungszeiten und den Einsatz von Fachkräften aus anderen Einrichtungen, konnte die Betreuung der Kinder in der betroffenen Kita aufrechterhalten werden. (ph)

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