Lebensraum Arktis

Erstmals seit 23 Jahren: Seltenes Tier schlafend auf Nordseeinsel fotografiert – „Habe es erst nicht geglaubt“

Leere Strandkörbe am Bade- und Burgenstrand der ostfriesischen Insel Wangerooge stehen im März 2021 bei Sonnenschein in Reih und Glied nebeneinander.
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Nordsee

Die Exemplare der Art werden meterlang und bis zu 1000 Kilo schwer. Jetzt erreichte eines die deutsche Küste. Auch an anderen Küsten erregte offenbar genau dieses Exemplar schon Aufsehen.

Baltrum - Der Dünenwart Heinz Ideus ist ganz aus dem Häuschen. „Ich habe es erst gar nicht geglaubt, als mich ein Baltrumer darauf aufmerksam gemacht hat“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Was ist passiert? Auf der Nordseeinsel Baltrum ist ein Walross gesehen worden.

Der Arktisbewohner habe am Dienstagmorgen auf einer breiten Buhne - einer Küstenschutzanlage - an der Westspitze der Insel im niedersächsischen Wattenmeer gelegen, berichtete Ideus. Er habe dafür gesorgt, dass das Walross in Ruhe dort liegen konnte und ihm niemand zu nah kam. Zuerst habe es müde gewirkt, inzwischen sei das Tier aber auch schon „ein bisschen weggeschwommen“.

Walross erreicht deutsche Nordseeinsel – vermutlich kam es aus Dänemark

Die Gemeinde schaltete die Seehundaufzuchtstation Norddeich ein. Dort tauschte man sich mit europäischen Kolleginnen und Kollegen aus und stellte fest, dass das Walross wohl zuletzt in Dänemark gesichtet worden war. Nach Angaben von Chef-Tierpfleger Tim Fetting von der Aufzuchtstation wurde seit 1998 kein Walross mehr in der südlichen Nordsee gesehen. Damals war ein Tier auf der Insel Juist aufgetaucht.

Das auf Baltrum gesichtete Walross

Im März war an der Küste der britischen Provinz Wales sowie an der irischen Westküste jeweils ein Walross gesehen worden. Biologen gingen im Frühjahr davon aus, dass es sich um das gleiche Tier handelte - es wurde womöglich auf einer Eisscholle angeschwemmt.

Klimawandel gefährdet Walrosse: Art ist vom Aussterben bedroht

Die bis zu 3,50 Meter langen und bis zu 1000 Kilogramm schweren Walrosse leben eigentlich rund um den Nordpol. Sie gelten als gefährdete Art. Naturschützern zufolge bringt die Eisschmelze in der Arktis aufgrund des Klimawandels die Raubtiere mit den markanten Stoßzähnen besonders in Not.

Über den Gesundheitszustand des Walrosses auf der kleinsten ostfriesischen Insel Baltrum ist der Verwaltung zufolge bisher nichts bekannt.

Auch auf vor einer weiteren Urlaubsinsel wurde dieser Tage ein sehr seltenes Tier gesichtet - leider war es bereits tot. Und auch an der US-Küste zog ein Mann ungewöhnliches Wesen aus dem Wasser. (dpa/frs)

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