Staatsanwaltschaft ermittelt

Tierquälerei auf Familienbauernhof im Südschwarzwald - Videoaufnahmen sind kaum zu ertragen

Schockierende Aufnahmen wurden auf einem familienbetriebenen Bauernhof im Südschwarzwald angefertigt. Tiere wurden dort grausam gequält. Nun wird der Bauer zur Verantwortung gezogen.

Schweine im Wartebereich des Schlachthofes Gärtringen Ende Juni 2020. Die Tiere liegen in ihren Fäkalien.
  • Tierschützer haben mit einer versteckten Kamera Aufnahmen auf einem Familienbauernhof im Schwarzwald gemacht.
  • Die Videos zeigen, wie Tiere gequält werden.
  • Nun wird gegen den verantwortlichen Bauern ermittelt.

Südschwarzwald - Die Videos, die in einem familienbetriebenen Bauernhof in der Nähe von Freiburg im Breisgau aufgenommen wurden, sind nur schwer zu ertragen. Man sieht, wie Truthühnern ohne Betäubung die Kehle durchgeschnitten wird und sie ausbluten. Kotverschmierte Rinder stehen mit den halben Beinen in ihren eigenen Fäkalien. Ferkel liegen mit Wunden und Entzündungen übersät in einem kleinen Raum ohne Tageslicht. Schließlich zeigen die Filmaufnahmen, die mit versteckten Kameras aufgenommen wurden, wie der Bauer Norbert J. im Stall versucht, ein Rind zu erschießen, das weder fixiert noch von den anderen Tieren und vor allem Jungtieren getrennt wurde: Nach dem ersten Schuss taumelt das Tier unter Schmerzen durch den Stall. Erst nach dem zweiten Schuss sackt das Tier vor den Augen der Kälber in sich zusammen.

Tierquälerei auf Familienbauernhof im Schwarzwald - Aufnahmen zeigen enormes Tierleid

Diese Videoaufnahmen wurden von Tierrechts-Aktivisten Philipp Hörmann (36) mithilfe von versteckten Kameras aufgenommen. Der Aktivist des Vereins „Metzger gegen Tiermord e.V.“ hat sich den familienbetriebenen Bauernhof im Südschwarzwald genauer angesehen, nachdem er einen Tipp bekommen hat. Die BILD hat mit ihm darüber gesprochen. Laut ihm handelt es sich bei dem Betrieb und dem Bauern, der diesen leitet, um den klassischen „Metzger des Vertrauens“, zu dem Menschen in dem Glauben gehen, dass die Tiere unter besseren Verhältnissen leben und geschlachtet werden. Die Kunden würden einen höheren Preis in der Überzeugung zahlen, dass sie etwas für das Wohl der Tiere tun würden. Dies sei aber bei dem Bauernhof nicht im geringsten der Fall: „Das Leid dieser Tiere ist wirklich unvorstellbar“.

Der Tierschützer hat den Bauern nach der Auswertung der Aufnahmen konfrontiert. Wie in einem Video der BILD zu sehen ist, reagierte der Bauer mit Unverständnis: „Ich tue alles, damit es meinen Tieren gut geht hier auf dem Hof. Und jetzt wird mir vorgeworfen, das sei alles nicht tierschutzgerecht.“

Schockierende Aufnahmen von Tierschützern - Verantwortliche Bauer ist sich keiner Schuld bewusst

Laut der Einschätzung des Fachtierarztes für Tierschutz und Agraringenieurs Dr. Michael Marahrens erfüllen die Handlungen, die auf den Videos zu sehen sind, den Straftatbestand der Rohheit. Nachdem das für die Kontrolle zuständige Veterinäramt die Aufnahmen vorliegen hatte, wurde ein Tierhaltungsverbot für den betreffenden Bauernhof im Südschwarzwald erlassen. Die Haltungsbedingungen müssten unbedingt verbessert werden. Der Bauer Norbert J. habe nun bis zum 21.12. Zeit, die Tiere abzugeben. Darüber hinaus lege der Fall auch der Staatsanwaltschaft vor. (at)

Rubriklistenbild: © SOKO Tierschutz e.V.

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