Einfach nur kopflos!

Landwirt sieht nach TikTok-Trend rot: „Gehirnamputierte Vollpfosten!“ - Nun zieht Netzwerk Schlussstrich

Menschen erschreckten Kühe, rannten davon und ließen sich dabei filmen. Die „Kulikitaka-Challenge“ sorgte für jede Menge Aufsehen und Kritik auf TikTok. Jetzt reagiert das soziale Netzwerk auf den lebensgefährlichen Trend.

  • Bei der „Kulikitaka-Challenge“ auf TikTok galt Kühe zu erschrecken als Trend
  • Die Challenge stieß auf auf viel Kritik – insbesondere bei Landwirten.
  • Tiktok selbst macht nun kurzen Prozess mit der Challenge.

Update, 8. Juli 2020, 14:48 Uhr: China – Manche fanden die Clips tierisch witzig, andere kritisierten die „Kulikitaka-Challenge als bloße Tierquälerei. Insbesondere Landwirte wehrten sich vehement gegen den Internet-Trend, tz.de berichtete darüber.

Für das soziale Netzwerk Tiktok war die öffentliche Kritik an der „Kulikitaka-Challenge“ offenbar so ausschlaggebend, dass sich das chinesische Videoportal nun dazu entschlossen hat, die Clips von der Plattform zu löschen. Eine Sprecherin des Unternehmens erklärte die Entscheidung so:

Nach der „Wie unsere Community Richtlinien deutlich machen, dulden wir keine Inhalte, die unnötig schockierend und grausam sind, sowohl gegenüber Menschen als auch Tiere.“ Dabei seien alle Beiträge unter den entsprechenden Hashtags gelöscht worden.

Online-Trend bringt Kühe in Gefahr - Landwirt sieht rot: „Gehirnamputierte Vollpfosten!“

Erstmeldung vom 1. Juli 2020:
Österreich - Die App TikTok ist derzeit bei Stars und vielen anderen, zumeist jungen Menschen total angesagt. In kurzen Videos, oft mit Musik untermalt, werden lustige kurze Sequenzen aufgenommen.

Poptitan Dieter Bohlen schaffte etwa durch TikTok mit einem verrückten Video über eine Million Aufrufe*. Mitunter nehmen die lustig gemeinten Videos einen anderen Verlauf, kürzlich reagierte eine Mutter drastisch auf das TikTok-Video ihres Sohnes*. 

Doch nicht für jeden lässt sich der Hype um TikTok nachvollziehen. Einem Bauern aus Österreich stößt der Trend um die Video-App bitter auf.

TikTok-Challenge Kulikitaka: Bauer sieht seine Kühe in Gefahr

Denn dank einer neuen TikTok-Challenge muss Georg Doppler um das Wohl seiner Tiere fürchten. Die sogenannte Kulikitaka-Challenge könnte schlimme Folgen haben.

Bei der Challenge begeben sich Menschen auf eine Weide. Ziel der Kulikitaka-Challenge ist es, zum gleichnamigen Lied des karibischen Musikers Tono Rosario hektische Bewegungen mit dem ganzen Körper zu vollziehen und so die auf der Weide stehenden Tiere zu erschrecken.

Unter dem #scaringcowchallenge wird der Beitrag dann gepostet. Ursprünglich wurde der Song für harmlose Tanzvideos benutzt, mit dem #kulikitaka versehen - nun eskaliert der neue Trend um das Lied.  

TikTok-Challenge Kulikitaka: Bauer befürchtet „Verletzte oder Tote“

Doppler ist fassungslos, da diese dämliche Aktion für Kühe, aber auch für Menschen tödlich ausgehen kann. "Grüß euch, liebe gehirnamputierte Vollpfosten auf Tiktok und ich weiß nicht wo noch überall", startet er das Video. „Wenn die in Panik geraten und über etwas oder ihre Kälber drüber rennen, dann hast du Verletzte oder Tote“, sagte Doppler bei Instagram zu der kopflosen Aktion.

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

Was kommt als nächstes? Gibt es überhaupt noch Grenzen? Darf denn jeder alles tun? Ohne Konsequenzen? Einfach weils grad cool is und viele Likes bringt? Diese #scaringcowchallenge auf #tiktok ist nur ein neuerlicher Auswuchs unserer Gesellschaft. Aber wehe, es passiert mal was, dann wird gleich nach der Mami gerufen, bzw. nach dem Anwalt und dann sucht man nach dem Schuldigen weil "irgendwer muss ja verantwortlich" sein. Der Gesetzgeber beugt sich leider auch zunehmend diesem Trend und Bürokratiewahnsinn und Überregulierung sind die Folge. Wir müssen alle wieder zurück zu mehr #Eigenverantwortung und #Hausverstand. Nur so kann eine zivilisierte Gesellschaft auf Dauer überleben!

Ein Beitrag geteilt von Georg Doppler (@georg.doppler) am

Der Landwirt kann nicht nachvollziehen, dass man für ein paar Likes und mehr Follower bereit ist, sein eigenes Leben und das anderer Lebewesen in Gefahr zu bringen. Wenn man Kühe erschreckt, so Doppler, laufen diese panisch und wild durcheinander.

Gerade, wenn sich Kälber auf der Weide befinden, ist die Gefahr besonders groß. Ein Muttertier beschützt instinktiv ihr Junges, ein Eindringen in den Lebensraum der Tiere löst bei Kühen mit Nachwuchs Aggressionen aus.

In dieser unübersichtlichen Situation können leicht Menschen oder Tiere (insbesondere Jungtiere) niedergetrampelt werden, erklärte Doppler. Mit fatalen Folgen.

Trauriges Beispiel gibt Bauer recht: 13 Kühe stürzen ab - Menschen daran schuld

Und tatsächlich scheint seine Sorge nicht unbegründet: 13 Kühe stürzten beispielsweise am Immenstädter Horn (Bayern) bis zu 300 Meter in die Tiefe - weil Wanderer sie erschreckt haben. Ein Zusammenhang zu der Challenge scheint jedoch nicht zu bestehen.

Studie beweist: Unfälle mit Kühen sind für Menschen manchmal tödlich

Dass Unfälle mit Kühen für Menschen mitunter tödlich ausgehen, beweisen Studien. Die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau registrierte in Deutschland 2019 über 7000 Verletzungen und sogar neun Todesfälle durch Kühe.

Ob diese Statistiken die TikTok-Gemeinde zur Besinnung bringt, ist sehr fraglich. Die Kulikitaka-Challenge ist jedenfalls ein äußerst gefährlicher neuer Trend.  

* tz.de ist Teil des Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes

Eine unschöne Begegnung mit einem Tier hatte auch der Besucher eines Polterabends in Österreich, als er eine Kreuzotter mit einem Wurm verwechselte.

Rubriklistenbild: © Instagram/Screenshot

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