„Faszinierendes Stück Geschichte“

Flaschenpost von der Titanic: Schrieb Mädchen diese Zeilen vor dem Untergang? Meer-Fund sorgt für Wirbel

Ein Fund im Meer sorgt für Wirbel: Stammt diese Flaschenpost wirklich von der 1912 gesunkenen Titanic? Forscher wenden sich jetzt an die Öffentlichkeit.

Rimouski - Die Geschichte von dem 1912 gesunkenen Kreuzfahrtschiff Titanic ist längst unsterblich. Bis heute ranken sich etliche Geheimnisse um das Passagierschiff, das an einem Eisberg zerschellte und sank. Ein weiteres Mysterium ist eine Flaschenpost mit einem handgeschriebenen Brief, die Forscher vor ein Rätsel stellt.

In der Nacht vom 14. auf den 15. April 1912 rammte das zu diesem Zeitpunkt größte Schiff der Welt einen Eisberg auf seiner Jungfernfahrt. Zwei Tage zuvor soll ein Mädchen noch eine Flaschenpost geschrieben haben, dieser Brief sorgt nun für Rätsel bei Forschern.

Titanic-Fund: Flaschenpost aus einer anderen Zeit

Geschrieben haben soll den Brief ein französisches Schulmädchen namens Mathilde und das am 13. April. Der Flaschenpost zufolge warf sie den Brief in einer Flasche auf dem Atlantik ins Meer und ging davon aus, dass sie in wenigen Tagen in New York ankommen würde. „Wenn jemand sie (die Flaschenpost, d. Red.) findet, soll er es der Familie Lefebvre in Lievin sagen“, heißt es weiter. Doch nur Stunden danach sank das Schiff und Mathilde starb bei dem Unglück.

Gefunden wurde die Flaschenpost bereits im Jahr 2017 an einem Strand in Kanada. Seitdem tüfteln Wissenschaftler, ob der Brief aus der Vergangenheit echt ist oder nicht.

Titanic-Flaschenpost von Schulmädchen: Eine Fälschung?

Einen Hinweis auf eine Fälschung konnte man allerdings bislang nicht finden, wie Professor Nicolas Beaudry von der Universität in Rimouski jetzt gegenüber dem kanadischen Portal CBC News sagte. Bekannt sei, dass eine Mathilde Lefebvre tatsächlich auf der Titanic gewesen sei. Sie war mit ihrer Mutter und ihren Geschwistern an Bord gegangen. Sie war demnach die Tochter eines Bergmanns aus Nordfrankreich, der in Amerika sein Glück versuchte und nun seine Familie nachholen wollte.

Jetzt konnte Professor Beaudry aber auch bestätigen, dass der Brief in die damalige Zeit passt. Sowohl das Papier des Briefes, als auch der Korken, mit dem die Flasche versiegelt worden war, lassen darauf schließen, dass der Brief wirklich aus der Zeit um 1912 stammt. Allerdings heißt das nicht, dass es sich nicht um eine Fälschung handeln kann.

Der Untergang der Titanic war schon damals eine Riesen-Schlagzeile. Und nach Angaben des Wissenschaftlers war es damals durchaus gängig, Fälschungen zu produzieren, um die Klatsch-Spalten in Zeitungen zu füllen.

Titanic-Flaschenpost erreicht nach mehr als 100 Jahren die Familie

Deshalb untersuchten die Forscher auch die Handschrift. Dabei gebe es Unstimmigkeiten, so der Professor zu CBC News. So lernten Kinder in Frankreich damals wohl teils andere Handschriften in der Schule. Möglich ist aber auch, dass etwa die Mutter den Brief für ihre Tochter schrieb. Die Forscher suchen nun weiter nach Hinweisen.

Übrigens: Der Brief wurde nach dem Fund an die Nachkommen von Mathilde Lefebvre gegeben. (rjs)

Rubriklistenbild: © titanic mathilde

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