Provokantes Titelbild

160 Beschwerden über Titanic-Papst-Cover

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Nach der Beschwerde wurde das Cover auf der Titanic-Seite geschwärzt.

Berlin - Gegen das provokante Papst-Titelbild des Satiremagazins "Titanic" sind beim Deutschen Presserat bisher schon gut 160 Beschwerden eingegangen.

Der Rechtsstreit zwischen dem Satiremagazin “Titanic“ und Papst Benedikt XVI. geht in eine neue Runde: Die Zeitschrift legte wie angekündigt Widerspruch gegen die vom Papst erwirkte einstweilige Verfügung des Landgerichts Hamburg gegen ihr aktuelles Titelbild ein, wie Chefredakteur Leo Fischer am Mittwoch auf dapd-Anfrage in Frankfurt am Main sagte. Der Deutsche Presserat erhielt unterdessen bisher gut 160 Beschwerden gegen das Cover. Der Beschwerdeausschuss des Presserates werde voraussichtlich am 27. September darüber entscheiden, sagte Sprecherin Edda Kremer auf dapd-Anfrage in Berlin.

Die Beschwerden seien vor allem von Privatleuten gekommen, es seien aber auch katholische Organisationen darunter. Kritisiert werde unter anderem die Verletzung der Persönlichkeitsrechte, der Menschenwürde oder der Würde des Amtes, sagte Kremer.

Das umstrittene Cover der Juli-Ausgabe zeigt Papst Benedikt XVI. mit einem gelben Fleck auf der Soutane. Auf dem Titel heißt es in Anspielung auf den “Vatileaks“-Skandal um den Verrat von Interna: “Halleluja im Vatikan - Die undichte Stelle ist gefunden!“. Auf der Rückseite wird der Papst von hinten mit braunem Fleck und dem Kommentar “Noch eine undichte Stelle gefunden!“ gezeigt.

Das Oberhaupt der katholischen Kirche fühlt sich durch das Titelbild in seinen Persönlichkeitsrechten verletzt und hat eine einstweilige Verfügung erwirkt - ein in Deutschland bisher einmaliger Vorgang. Das Gericht hatte die weitere Verbreitung des Titelfotos verboten und bei Zuwiderhandlung ein Ordnungsgeld angedroht. Die Deutsche Bischofskonferenz hatte kritisiert, die “Titanic“ überschreite “jedes Maß an Zumutbarem“.

Nächstes Cover ebenfalls mit Papst

Laut Fischer wird die Begründung für den Widerspruch in diesen Tagen eingereicht. Das Gericht entscheidet dann unter anderem, ob es zu einer mündlichen Verhandlung kommt. Der “Titanic“-Chefredakteur hatte bereits angekündigt, sämtliche Rechtsmittel auszuschöpfen, aber auch ein “persönliches Gespräch“ mit dem Papst angeboten. Die Kirche sei bisher nicht auf die Redaktion zugekommen, sagte Fischer. Auch das Cover der nächsten Ausgabe, die am 27. Juli erscheint, wird den Papst zum Thema haben und “sich deutlich auf das verbotene Titelbild beziehen“.

Vor zwei Jahren waren beim Presserat rund 200 Beschwerden gegen ein Titelbild der “Titanic“ eingegangen, das sich ebenfalls auf die Kirche bezog. Das Satiremagazin hatte einen katholischen Geistlichen gezeigt, der in Schritthöhe vor Jesus am Kreuz kniet, der wiederum im Gesicht dunkelrot angelaufen ist. Das Heft griff damit die Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche auf. Der Beschwerdeausschuss hatte die Beschwerden alle zurückgewiesen.

dapd

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