Gedenkseite für Yanis (5)

Tod nach Strafe für Bettnässen: So trauern die Verwandten

Aire-sur-la-Lys - Der kleine Yanis starb, weil sein Stiefvater ihn fürs Bettnässen bestrafen wollte. Nun hat die Familie des Fünfjährigen eine Facebook-Gedenkseite für ihn eingerichtet. 

Wie die Website des Fernsehsenders France3 berichtet, hat die Familie des gewaltsam zu Tode gekommenen Yanis (5) in Aire-sur-la-Lys im Norden Frankreichs eine Facebook-Gedenkseite mit dem Namen „Yanis Notre Ange“ (Deutsch: Yanis unser Engel) eingerichtet.

Auf der Seite befinden sich Bilder von Yanis mit verschiedenen Familienmitgliedern, beim Spielen und bei einer Kindergarten-Aufführung, bei der Yanis als Engel verkleidet war.

Jeder Post ist mit traurigen Abschiedsworten versehen. Die Seite wurde von seiner Tante Melanie und seinem Onkel Gulliaume generiert. LautFrance3 sind sie Tante und Onkel von Seiten des leiblichen Vaters des Buben. 

Auf Facebook wird zudem auf eine Spenden-Seite bei leetchi.de verwiesen. Dort heißt es: „Willkommen auf der Spendenseite von Yanis. Hier können Sie direkt und mit einem Klick an dieser organisierten Spende teilnehmen, die für die Beerdigung verwendet wird. Es ist nicht das Ziel, eine immense Summe zu sammeln, aber es wäre eine Geste von Ihnen in seinem Gedenken. Danke an alle. Friede seiner Seele, unser kleiner Engel.“

Der Spendenaufruf hat eine Gültigkeitsdauer von einem Jahr. Nach zwei Tagen sind bereits mehr als 3.300 Euro zusammengekommen. Die Facebook-Gedenkseite verzeichnet bereits fast 10.500 Likes. Etwa 18.000 Personen sprechen darüber. Das Thema schlägt in Frankreich und auch anderen Ländern Europas hohe Wellen.

Laut der ZeitungLa Voix du Nord wurde in Gedenken an Yanis ein Protestmarsch in Aire-sur-la-Lys organisiert. Vor Yanis‘ Schule wurden Blumen und Spielzeug niedergelegt, um Anteilnahme zu bekunden.

Tod nach Strafe für Bettnässen

Yanis war in der Nacht von Sonntag auf Montag an einem Kanal leblos aufgefunden worden. Der Stiefvater des Jungen hatte gestanden, in kilometerweit mit dem Fahrrad den Kanal entlang getrieben zu haben, als Strafe dafür, dass Yanis in sein Bett genässt hatte. Die Polizei bestätigte, dass davon auszugehen sei, dass der Junge bereits seit längerem misshandelt wurde. Der 30-jährige Stiefvater und die 23-jährige Mutter des Jungen wurden vorerst in Polizeigewahrsam genommen. Den Sozialbehörden war die Familie zuvor nicht aufgefallen.

Katharina Haase

Rubriklistenbild: © Facebook Yanis Notre Ange

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