Todesdrama um echten "Keinohrhasen"

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Die Praktikantin Sophie Hartig betrachtet am Dienstag im Tierpark Limbach-Oberfrohna das Hauskaninchen ohne Ohren. Am Mittwoch wurde das Tier totgetrampelt

Limbach-Oberfrohna - Bei Dreharbeiten ist es im Tierpark Limbach-Oberfrohna zu einem Drama gekommen: Der designierte Star des Zoos starb.

Ein Hauskaninchen ohne Ohren - quasi ein “Keinohrhase“ - ist in einem Tierpark in Limbach-Oberfrohna bei Chemnitz geboren worden. Das kleine Tier sollte die Attraktion des Parks werden, doch drei Wochen später kam es am Mittwoch bei Filmarbeiten über das Kaninchen zu einem Unfall. Ein Kameramann passte nicht auf und zerquetschte es beim Rückwärtsgehen mit seinen Schuhen. “Wir sind alle geschockt und können es kaum fassen“, sagte Tierparkleiter Uwe Dempewolf der Nachrichtenagentur dpa. Jetzt soll das Hauskaninchen erst einmal eingefroren werden.

Drama um echten "Keinohrhasen"

Keinohrhase
 © dpa
Keinohrhase
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Keinohrhase
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Keinohrhase
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In den kommenden Tagen sollte das Tier “Til“ getauft werden - nach dem Produzenten und Hauptdarsteller der Komödie “Keinohrhasen“, Til Schweiger. Man habe den Schauspieler auch fragen wollen, ob er die Patenschaft für das Kaninchen übernehmen wolle.

“Das ist nun alles hinfällig“, sagte Dempewolf, der kurz nach dem Unfall sichtlich um Fassung rang. Schon nach wenigen Tagen sei das drollige, braun-goldene Kaninchen der Liebling der Tierpark-Mitarbeiter gewesen. Auch zahlreiche Besucher aus ganz Sachsen hätten schon angefragt, ab wann der “Keinohrhase“ zu sehen sein werde. Bisher lag das ohrlose Kaninchen gemeinsam mit seinen fünf Geschwistern in einem Extra-Stall und wurde von der Mutter versorgt.

Die schrägsten Tiere der Welt

Opossum
Das schielende Opossum (Didelphis) Heidi im Zoo Leipzig. Das Tier hat einen Sehfehler. © dapd
Zu viel Winterspeck? Ein Katta im Hamburger Tierpark macht den Test. © ap
Dieser chinesischen Schopfhund ist 2007 zum hässlichsten Hund der Welt gewählt worden. Er wird nur bis zu 33 Zentimeter groß und ist in dieser Variante haarlos. © AP
Huch? Ist ein Storch nicht eigentlich weiß? In Briesen (Brandenburg) wurde dieser blaue Storch gesichtet. © dpa
Mit seiner großen gurkenförmigen Nase gehört der Nasenaffe nicht zu den gängigen Naturschönheiten. Er lebt nur auf der indonesischen Insel Borneo, immer nah am Wasser und in Mangrovenwäldern. © dpa
Diese Königskrabbe kann bis zu 15 Kilogramm schwer werden und erreicht eine Spannweite von bis zu zwei Metern. Sie ist auch als "Kamtschatka Riesenkrabbe" bekannt. Sie stammt aus dem nördlichen Pazifik vor Japan und Alaska. © AP
Diese japanische Riesenkrabbe spielt mit einem Mini-WM-Ball. Sie ist die größte lebende Krebsart. Ihre Spannweite beträgt knapp vier Meter. © dpa
Zwei Sphinx-Katzen. Sie sind eine kanadische Katzenart. Auf den ersten Blick ist die Sphinx-Katze haarlos, doch bei näherer Betrachtung ist ein zarter Flaum zu erkennen. Sie ist sehr intelligent und ihre Haut bräunt im Sommer ebenso wie die des Menschen. © AP
Die Sphinx-Katzen Hale-Bopp (links) und Beanie Baby ruhen sich bei einer Tiershow aus. © AP
Es gibt den reinrassige chinesische Schopfhund auch in der Variante „Powder Puff“ mit ganz feinem Fell. Auch dieses Exemplar wurde ebenfalls beim World's Ugliest Dog Contest in Petaluma, Kalifornien, 2007 gesehen. © AP
Dieser chinesische Schopfhund besitzt nur ein Auge und drei Pfoten. Der arme Kerl gewann 2008 den Titel des hässlichsten Hundes der Welt. Chinesische Schopfhunde gelten als verspielt, aufgeweckt und gefühlvoll. © AP
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Der mexikanische Schwanzlurch hat eine besondere Fähigkeit: Er kann verlorene Gliedmaßen nachwachsen lassen. In ihrer Heimat gehören Axolotl zu den vom Aussterben bedrohten Tierarten. © dpa
Bei uns werden Axolotl für die Wissenschaft genutzt. An ihnen wird das Wachsen von Zellen aus dem Embionalstadium beobachtet. Die Tiere wachsen ein Leben lang, im Alter allerdings immer langsamer. © dpa
„Astaroth“ ist ein Aye-Aye-Männchen. Das Fingertier verfügt über bis zu acht Zentimeter lange Finger mit denen es sich sein Essen angelt. Fingertiere leben nur noch auf Madagaskar. © dpa
„Sam“ war drei Jahre in Folge der hässlichste Hund der Welt. Der chinesische Schopfhund wurde inzwischen eingeschläfert, seine Website gibt es aber immer noch. © dpa
Der Nacktmull lebt in Halbwüsten in Äthiopien, Kenia und Somalia und ist ein Sandgräber. Er lebt in von Weibchen geleiteten großen Kolonien. © dpa
Der Nacktmull (hier im Dresdener Zoo) gilt als das sozialste Tier der Welt, hat aber ein echtes Imageproblem wegen seines Aussehens. © dpa
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Der Sternmull ist eine Maulwurfart und hat rund um seine Schnauze 22 fingerförmige Hautanhänge. Er lebt an Land, jagt aber auch im Wasser. Um seine Beute aufzuspüren, bläht er Luftblasen auf, saugt sie sofort wieder ein und nimmt so die Duftstoffe der Beute war. Dann weiß er, wohin er schwimmen muss. © Ken Catania/Nature/dpa
Dieser Kater heißt Frank bzw. Louie. Je nachdem von welcher Seite man ihm ins Gesicht schaut. Er lebt in Worcester im Bundestaat Massachusetts. © 

“Wir haben uns so darauf gefreut, den kleinen Kerl zu präsentieren und hier aufwachsen zu sehen“, sagte Dempewolf. Aber dem Kameramann könne man nicht die Schuld geben. “Es war ein tragischer Unfall“, sagte Dempewolf. Der Mann sei wohl selbst am meisten geschockt und betroffen gewesen.

Jetzt soll das Tier erst einmal eingefroren werden. Wenn sich der erste Schock dann gelegt habe, werde man darüber nachdenken, das Hauskaninchen eventuell zu präparieren, sagte Dempewolf.

Warum es ohne Ohren auf die Welt kam, ist noch nicht endgültig geklärt. Womöglich handelt es sich um einen genetischen Defekt. “Es kann aber auch sein, dass die Mutter dem Kaninchen die Ohren abgeknabbert hat“, sagte der Vorsitzende des Landesverbandes Sächsischer Rassekaninchenzüchter, Michael Rockstroh. Die Geschwister des toten Tieres haben Ohren.

Nach der Geburt werden die Jungen von der Mutter sauber geleckt. “Wenn sie zu sehr zubeißt, kann es passieren, dass das dünne Gewebe verletzt wird.“ Auch bei Rassekaninchen komme es gelegentlich vor, dass ein Ohr fehle oder beide angeknabbert seien. “Aber dass alle beide Ohren fehlen, ist schon sehr selten“, sagte Rockstroh.

dpa

Hätten Sie es gewusst? So alt werden Tiere

Ameisen werden bis zu sieben Jahre alt. © dpa
Bären werden bis zu 50 Jahre alt. © dpa
Eintagsfliegen werden nur einen Tag alt. © dpa
Elefanten werden bis zu 85 Jahre alt. © dpa
Enten werden bis zu 22 Jahre alt. © dpa
Füchse werden bis zu 15 Jahre alt © dpa
Hirsche werden bis zu 35 Jahre alt. © dpa
Hunde werden bis zu 15 Jahre alt. © dpa
Kakadus werden bis zu 100 Jahre alt © dpa
Kanarienvögel werden bis zu 22 Jahre alt. © dpa
Karpfen werden bis zu 120 Jahre alt. © dpa
Katzen werden bis zu 15 Jahre alt © dpa
Kröten werden bis zu 40 Jahre alt. © dpa
Krokodile werden bis zu 50 Jahre alt. © dpa
Löwen werden bis zu 35 Jahre alt © dpa
Maikäfer werden bis zu sechs Wochen alt. © dpa
Mäuse werden bis zu drei Jahre alt. © dpa
Nashörner werden bis zu 50 Jahre alt. © dpa
Pferde werden bis zu 40 Jahre alt. © dpa
Regenwürmer werden bis zu zehn Jahre alt. © dpa
Riesenschildkröten werden bis zu 180 Jahre alt. © dpa
Schimpansen werden bis zu 40 Jahre alt. © dpa
Manche Schmetterlinge werden nur einen Tag alt. © dpa
Steinadler werden bis zu 100 Jahre alt. © dpa
Uhus werden bis zu 70 Jahre alt. © dpa
Wale werden bis zu 120 Jahre alt. © dpa
Wespen werden bis zu einem Jahr alt. © dpa
Wildgänse werden bis zu 80 Jahre alt. © dpa

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