Mann kochte Kopf seines Partners

Tödlicher Sex: Prozess wird neu aufgerollt

Berlin - Der Prozess gegen einen Berliner, der seinen Sexualpartner getötet und anschließend seinen Kopf gekocht hatte, erhält eine Neuauflage.

Das Landgericht habe bei seiner Entscheidung „unzweideutige Tatsachen“ nicht ausreichend gewürdigt, urteilte jetzt der Bundesgerichtshof (BGH). Laut einem Bericht der Zeitungen „B.Z.“ und „Bild“ (Mittwoch) hob er das Urteil der Vorinstanz vom 7. Dezember 2012 auf. (AZ: 5 StR 214/13). Der damals 44 Jahre alte Vertreter bekam dafür eine Freiheitsstrafe von drei Jahren und drei Monaten. Mit der jetzt verfügten Neuauflage des Verfahrens waren die Revision der Anklagebehörde sowie der Nebenkläger erfolgreich.

In dem neuen Verfahren sei insbesondere die Schuldfähigkeit des Angeklagten gründlich zu prüfen, heißt es in dem BGH-Urteil vom 9. Oktober, das auf der Internetseite des Gerichts veröffentlicht ist. Dabei gehe es beispielsweise darum, ob sich der damals arbeitslose Vertreter zur Tatzeit in einem „Drogenrausch“ befunden habe und ob bei ihm womöglich eine „schwere andere seelische Abartigkeit“ vorliegt.

Bei Sexspielen des Verurteilten mit einem gleichgesinnten 37 Jahre alten Bankangestellten war dieser am 5. Januar 2012 ums Leben gekommen. Später zerstückelte der Vertreter die Leiche und kochte den Kopf in einem Topf. Dieses „leichenschänderische Nachtatverhalten“ hat das Berliner Landgericht laut BGH gar nicht berücksichtigt.

Es hatte den Täter wegen Körperverletzung mit Todesfolge verurteilt und war damit weit unter der Forderung der Staatsanwaltschaft geblieben, die eine lebenslange Haftstrafe wegen Sexualmordes beantragt hatte. Die Richter hielten dem Angeklagten zugute, dass beide Männer die gefährlichen Praktiken ausdrücklich wollten und sich deren Risiken bewusst gewesen seien.

dpa

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa (Symbolbild)

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