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"Tofu ist schwules Fleisch": Wirbel um peinlichen Slogan

Hamburg/München - Eine Werbeanzeige sorgt derzeit für viel Wirbel im Internet: Gezeigt wird ein gegrilltes Steak, auf dem der Slogan "Tofu ist schwules Fleisch" eingebrannt ist.  

Im Internet steht die Anzeige seit 2009, für Wirbel sorgt sie erst, seit sie vor Kurzem wieder aufgetaucht ist: Die Rede ist von dem Motiv, das ein gegrilltes Steak zeigt, auf dem der Slogan "Tofu ist schwules Fleisch" eingebrannt ist. Unten links prangt das Logo der Steak-Haus Kette Maredo. Schwulen-Verbände, Vegetarier und Politiker laufen Sturm. Auch auf sozialen Plattformen wie Facebook ist die Verärgerung groß.

Entworfen hat die Anzeige die Werbeagentur "Scholz and Friends" aus Hamburg für die Kampgagne "Brandeisen", die die Agentur 2008 anfertigte.  Als Werbung erschienen ist dieses Motiv nie - doch das tut dem Aufruhr im Netz keinen Abbruch.

Ein Sprecher von "Scholz and Friends" in Hamburg sagte der Zeitung "Express", dass dieses Motiv nur Teil der Grundidee einer Kampagne für Maredo aus dem Jahr 2008 gewesen sei.  „Die fand der Kunde auch gut und hat sie so auch freigegeben. Lediglich dieses eine Motiv wurde abgelehnt und ist aufgrund eines Missverständnisses in unserem Haus trotzdem an die Öffentlichkeit gelangt.“

Das Internet vergisst nichts

Auf seiner Hoempage schreibt Maredo allerdings, dass diese Kampagne nie auf seinen Auftrag hin gestartet wurde. Vielmehr sei "Scholz and Friends" unaufgefordert an Maredo herangetreten, da sich die Agentur für einen Agenturwettbewerb mit dem Thema befassen wollte: "Es war nie beabsichtigt, die eventuell entstehenden Motive für Werbung einzusetzen, eine Beauftragung seitens Maredo ist nie erfolgt." Dass das Motive aktuell wieder im Web auftauche, sei für Maredo unerklärlich.

Reaktionen auf den Slogan

Der bekennende Homosexuelle und Bundestagsabgeordnete Volker Beck (Bündnis 90/Die Grünen) sagte gegenüber dem "Express": „Schwule seien keine richtigen Männer, Lesben keine richtigen Frauen, Tofu kein richtiges Fleisch – wer so etwas denkt, ist nicht ganz bei Trost“ und fordert er eine „aktive Wiedergutmachung“ durch die Werbeagentur.

„Das ist ein völliger Fehltritt!“, sagt Farid Müller dem Blatt. Der medienpolitische Sprecher der Grün-Alternativen Liste Hamburg (GAL) und bekennende Schwule betont: „Ich schäme mich dafür, dass so etwas passieren konnte. ‚Scholz & Friends‘ muss sich entschuldigen!“

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