„Die Seele eines Zeitalters ist gestorben“

Musik-Legende tot: Er gab einem ganzen Genre den Namen - „Vaterfigur“ für Bob Marleys Sohn

Der jamaikanische Reggae-Sänger Frederick Hibbert steht bei einem Konzert in Grass Valley in den USA auf der Bühne.
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Reggae-Legende Frederick „Toots“ Hibbert im Jahr 2019

Sein 1973 erschienenes Album war ein Meilenstein - doch schon lange davor schuf er einen ganzen Musikstil mit. Nun ist er in Jamaikas Hauptstadt gestorben.

  • Musik-Legende Toots Hibbert ist im Alter von 77 Jahren gestorben.
  • Sein 1973 erschienenes Album „Funky Kingston" war ein Meilenstein.
  • In seinem Genre konnte er Superstar Bob Marley das Wasser reichen.

München - Die Reggae-Musik hat eine ihren wichtigsten Stimmen verloren: Musiker Toots Hibbert ist Freitagabend US-Ortszeit im Alter von 77 Jahren gestorben. Laut seinem Manager Eric Baker starb der Sänger im „University Hospital of the West Indies“ in Jamaikas Hauptstadt Kingston.

Hibbert hatte den Reggae mit Songs wie „Funky Kingston“, „Pressure Drop“ und „Monkey Man“ entscheidend geprägt. Sein 1968 erschienener Titel „Do the Reggay“ hatte erstmals den Begriff in einem Hit erwähnt und so wesentlich dazu beigetragen, dass die gesamte Stilrichtung ihren Namen bekam. Hibbert war Medienberichten zufolge Montag vergangener Woche ins Krankenhaus gebracht und ins Koma versetzt worden. Es hieß, er habe auf das Ergebnis eines Corona-Tests gewartet. 

Toots Hibbert tot: Reggae-Pionier war auf Augenhöhe mit Bob Marley

Besonders in Hibberts Heimat Jamaika zählte er zu den bekanntesten Musikern des Genres, in seiner Bedeutung vergleichbar mit dem weltweiten Superstar Bob Marley. Rivalen seien die beiden aber nie gewesen, hatte Hibbert im August in einem Interview im britischen Independent gesagt.

„Er war eine Vaterfigur für mich“, schrieb Marleys Sohn Ziggy am Samstag auf Twitter. „Sein Geist ist mit uns, seine Musik erfüllt uns mit seiner Energie und ich werde ihn nie vergessen.“ „Jamaika hat eine große kulturelle Ikone verloren. Die Seele eines Zeitalters ist gestorben“, zitierte die Zeitung Jamaica Observer Hibberts Sprecher Claude Mills.

Toots Hibbert tot: Reggae-Pionier stirbt mit 77 Jahren

Als „Toots & the Maytals“ war Hibberts wichtigste Band jahrzehntelang erfolgreich, mit ihr nahm er in wechselnden Besetzungen seit den 60er Jahren mehr als 30 jamaikanische Nummer-eins-Singles auf. Das 1973 erschienene Album „Funky Kingston“ war für Kritiker ein Meilenstein und gilt als eines der besten Reggae-Alben aller Zeiten.

Erst im August hatte die Band mit „Got To Be Tough“ ein neues Album veröffentlicht, das erste seit „Flip And Twist“ im Jahr 2010. In den neuen Stücken hatten die Musiker Stilrichtungen wie Reggae, Ska, Stax-Soul und Afrobeat zusammengebracht. Für das 2005 erschienene Album „True Love“ hatten „Toots & the Maytals“ einen Grammy-Award als beste Reggae-Aufnahme gewonnen. Hibbert hinterlässt Ehefrau und sieben Kinder. (dpa/frs) *tz.de gehört zum Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerk.

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