Baden-Württemberg

Tornado auf Campingplatz: Kinder flüchten

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Mitarbeiter eines Zeltlagers am Hammerschmiede See bei Pommertsweiler bringen am 19.08.2013 ihr Hab und Gut in Sicherheit

Aalen - Vor einem verheerenden Tornado auf einem Campingplatz in Baden-Württemberg haben sich viele Kinder und Betreuer im Waschhaus in Sicherheit gebracht.

Ein Tornado hat auf einem Campingplatz in Baden-Württemberg eine Schneise der Zerstörung hinterlassen und 27 Menschen verletzt. „Es flogen knapp fünf Minuten lang Zeltstangen und Holzstücke durch die Luft. Danach war alles vorbei“, berichtete Joachim Hug, Besitzer des Campingplatzes Hammerschmiede, am Dienstag. Viele der Kinder und Betreuer eines Zeltlagers hatten sich zuvor in ein Waschhaus gerettet.

Helfer räumen Dachziegel auf

Montag, 13.25 Uhr: Sturm und Regen ziehen über den Campingplatz inmitten einer idyllischen Seenplatte nahe Aalen im Ostalbkreis. Innerhalb weniger Minuten wandelt sich das Unwetter aber in einen zerstörerischen Wirbelsturm. Gegenstände fliegen durch die Luft, Dachziegeln werden von den Gebäuden gerissen, Bäume knicken um. Mittendrin: eine Gruppe von 100 Kindern und Betreuern eines christlichen Ferienzeltlagers. Ihre Zelte werden weggewirbelt, viele flüchten in das Waschhaus.

Ein umgefallener Wohnwagen wird am Hammerschmiede See bei Pommertsweiler am 19.08.2013 vom ADAC abtransportiert

Mit seiner vollen Wucht kippt der Tornado sogar Wohnwagen auf den Kopf. Wenige Minuten später ist der Spuk vorbei. Dennoch werden 16 Kinder und elf Betreuer verletzt, fünf davon schwer. Eine 10-jähriges Mädchen muss mit Rückenverletzungen nach Stuttgart in eine Klinik geflogen werden. Bis auf sie haben alle Verletzten die Krankenhäuser wieder verlassen, hieß es am Dienstag.

Der Gesamtschaden, den der Tornado auch rund um den Campingplatz anrichtete, liegt nach Schätzungen der Polizei bei rund 200 000 Euro. Die Schneise der Zerstörung sei 200 Meter breit und mindestens einen Kilometer lang, sagte Hug. Der Sachschaden allein in dem Zeltlager wurde auf rund 90 000 Euro geschätzt.

Nach dem Unwetter wurden die Teilnehmer des Zeltlagers in einer Turnhalle medizinisch und psychologisch betreut, bis die Eltern der Jugendlichen ihre Kinder nach Hause holten. Die Kinder sollten eigentlich noch zehn Tage länger auf dem Zeltlager der evangelischen Freikirche aus Böbingen (Ostalbkreis) bleiben.

Der 54-jährige Besitzer des Campingplatzes ist nun mit den Aufräumarbeiten beschäftigt. Am Montag habe er bereits fast 20 umgestürzte Bäume zersägt und weggeräumt. Am Dienstag wollte er beginnen, die Dächer seiner Gebäude zu reparieren. Auch die Nachbargemeinde Hüttlingen wurde von dem Unwetter stark getroffen. Dort deckte der Wind mehrere Dächer ab.

Wie ein solcher Wirbelsturm entsteht, wissen selbst die Meteorologen nicht. Auch vorhersagbar seien sie nicht, sagt Thomas Ruppert vom Deutschen Wetterdienst in Stuttgart. Ähnlich wie bei Gewittern vermischen sich heiße und feuchte mit kalten Luftmassen und verwirbeln sich bis ein Tornado entsteht. Solche Böen können im Extremfall Windgeschwindigkeiten von mehreren hundert Stundenkilometern erreichen. „Im Zentrum des Aalener Tornados hätte es durchaus auch ein Kind mitreißen können“, erklärte der Meteorologe. In Deutschland kommen durchschnittlich drei Tornados pro Jahr vor.

dpa

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