„Viel durch die Gegend geflogen“

Tornado in Kiel reißt Menschen ins Wasser: Mehrere Personen schwer verletzt

Naturkatastrophe in Kiel: Ein Tornado zog am Mittwoch an der Uferpromenade entlang. Mehrere Menschen wurden dabei in die Ostsee gespült und verletzt.

Kiel - Die Bilder aus Kiel waren am Mittwochabend (29. September) beängstigend. Ein Tornado zog an der Uferpromenade entlang. Menschen wurden vom starken Wind teilweise in die Ostsee gezogen. Gegenstände flogen umher und trafen Personen. Laut Angaben der Feuerwehr gab es mehrere Schwerverletzte.

Tornado in Kiel: Mehrere Personen schwer verletzt

Der Tornado war laut Behörden gegen 18 Uhr über die Kiellinie – eine beliebte Promenade am Ufer der Ostsee – gezogen. Vier Menschen wurden bei dem Ereignis schwer verletzt. Drei hätten zudem mittelschwere Verletzungen erlitten, mehrere Personen seien leicht verletzt worden, teilte die Feuerwehr mit.

Bei dem Versuch, zwei Ruderboote aus dem Wasser zu retten, seien mehrere Ruderer auf einem Steg überrascht worden. „Sie sind vollständig durcheinander gewirbelt worden und dabei sind auch Leute ins Wasser gefallen“, erklärte die Feuerwehr weiter. Einige Personen hätten umherfliegende Gegenstände an den Kopf bekommen. Auf Twitter und Co. gingen schnell Videos des Tornados um. Sie zeigen die Wucht der Naturgewalt. Insgesamt waren 60 Helfer der Feuerwehr vor Ort. Der Einsatz dauerte etwa zwei Stunden.

Tornado in Kiel: Menschen werden ins Wasser gerissen – „Viel durch die Gegend geflogen“

Der Vorsitzende des Ersten Kieler Ruder-Clubs von 1862, Bernd Klose, sagte: „Es sind Menschen betroffen. Das ist traurig.“ Rund um den Verein erinnerten am späten Abend ein umgestürzter Baum, abgerissene Äste und umgekippte Müllbehälter an das heftige Ereignis. „Da ist viel durch die Gegend geflogen“, sagte ein Mitarbeiter eines nahen Lokals. „Das hat alle emotional mitgenommen.“ Nach Angaben der Feuerwehr wurden zudem in einem Neubaugebiet in Kiel-Meimersdorf mehrere Dächer abgedeckt. In Kiel-Gaarden seien Ziegel von Dächern gerissen worden.

„Auf Grundlage von Bildern gehen wir davon aus, dass es sich um einen Tornado handelte“, sagte Meteorologe Michael Bauditz vom Deutschen Wetterdienst (DWD) der Deutschen Presse-Agentur. Sein Kollege, der Kieler Diplom-Meteorologe Sebastian Wache von WetterWelt, erklärte: „So etwas ist absolut nicht vorherzusagen.“

Ein Wetter-Experte warnte in diesem Spätsommer auch vor Tornados an Badeseen in Bayern. (ph/dpa)

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