Albtraum im Krankenhaus

"Tote" Frau wacht kurz vor Organentnahme auf

Syracuse - Eine 43-Jährige Frau wurde in einer Klinik im US-Bundesstaat New York für hirntot erklärt. Doch als Ärzte die Frau in einen OP brachten, um ihr Organe zu entnehmen, schlug sie plötzlich die Augen auf.

Es ist eine gruselige Vorstellung: Man landet als Patient in einem Krankenhaus und wird fälschlicherweise für tot erklärt. Die Ärzte schalten die Maschinen ab und bereiten den OP-Saal vor, um die noch brauchbaren Organe zu entnehmen. Genau so ist es Colleen Burns 2009 ergangen, als sie mit einer Überdosis Medikamente in eine Klinik im US-Bundesstaat New York eingeliefert wurde. Das berichtet das lokale US-Nachrichtenportal syrcuse.com.

Ärzte stellten fahrlässig die falsche Diagnose "Hirntod"

In den folgenden Tagen begingen die Ärzte, die sich um die 43-Jährige kümmern sollten, mehrere gravierende Fehler: So wurde eine Behandlung, die verhindert hätte, dass die Arzneimittel in den Magen der Patientin gelangen, einfach nicht durchgeführt. Außerdem wurde nicht ausreichend getestet, ob Burns die Medikamente wieder vollständig ausgeschieden hatte. Es hätten auch mehrere Gehirnscans durchgeführt werden müssen, um die endgültige Diagnose der Ärzte - "Hirntod" - abzusichern. Denn auf diesen Befund gestützt, gestatteten die Eltern der 43-Jährigen den Mediziniern, die lebenserhaltenden Maschinen abzustellen und willigten ein, die Organe ihrer Tochter zu spenden.

Erst auf dem OP-Tisch schlug die Patientin plötzlich die Augen auf

Mit am beängstigsten ist jedoch, dass eine Krankenschwester einen Tag vor der Operation bei der Patientin Reflexe am Fuß feststellte und Burns wenige Minuten vor dem Eingriff noch selbstständig atmete und ihre Lippen bewegte. Für die Ärzte war keines dieser Anzeichen ein Grund, von der Organentnahme abzusehen. Sie betäubten die Patientin sogar noch. Erst als die 43-Jährige - die ins Koma gefallen und keineswegs hirntot war - auf dem OP-Tisch lag und die hellen Lichter über sich wahrnahm, schlug sie plötzlich die Augen auf.

Mutter von Burns: "Die Ärzte hat es genauso überrascht wie uns"

Gegenüber den Eltern erklärten die Ärzte nie, was eigentlich vorgefallen war. "Sie waren selbst schockiert. Es hat sie genauso überrascht wie uns", zitiert syrcuse.com die Mutter von Burns. Die Klinik ließ diesen grob fahrlässigen Fall unter den Tisch fallen - und kam damit durch, da die Patientin von einer Klage absah. Sie litt unter so schweren Depressionen, dass der Vorfall sie laut ihrer Familie nicht weiter interessierte. 16 Monate später beging Burns Selbstmord.

Erst als das Gesundheitsministerium Wind von der Sache bekam und das Krankenhaus schließlich doch noch verklagte, kam der Fall vor Gericht. Die Klinik wurde wegen fahrlässiger Abweichung von allen üblichen und anerkannten medizinischen Pflegestandards zu einer Strafe von 6000 Dollar verurteilt.

mm

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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