Drama in Arnstein aufgeklärt

Stromaggregat verursacht Kohlenmonoxid-Tod von Teenagern

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Absperrband der Polizei vor der Zufahrt zu dem privaten Grundstück in der Nähe von Arnstein bei Würzburg. Foto: Daniel Karmann

Ein benzinbetriebenes Stromaggregat haben die Ermittler als Ursache für die Tragödie von Arnstein ausgemacht. Nun versuchen sie zu klären, wer das Gerät aufgestellt hat und für den Betrieb verantwortlich war.

Arnstein (dpa) - Der Kohlenmonoxid-Tod von sechs Teenagern in Unterfranken ist den Ermittlungen zufolge von einem Stromaggregat verursacht worden. Das mit Benzin betriebene Gerät habe das giftige Gas ausgestoßen, teilten die Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft mit.

Die sechs Freunde im Alter von 18 und 19 Jahren hatten das Kohlenmonoxid bei einer Feier in einer Gartenlaube in Arnstein in der Nacht zum Sonntag eingeatmet und waren gestorben.

Ein Sachverständiger des bayerischen Landeskriminalamtes habe das Stromaggregat begutachtet. Kripo und Staatsanwaltschaft betonten in ihrer Mitteilung, dass es nicht in Innenräumen betrieben werden darf.

Unklar sei, wer für das Aufstellen, die Installation und die Inbetriebnahme des Gerätes in dem abgelegenen Gartenhaus verantwortlich war. Das müsse noch ermittelt werden. Möglicherweise drohen dem Verantwortlichen auch juristische Konsequenzen.

Ob sich die sechs Teenager bereits schlafen gelegt hatten und das Gerät weiterlief oder ob die Feier noch im Gange war, konnte ein Polizeisprecher nicht sagen. Es werde wohl auch Detailfragen zum Hergang geben, die sich nie aufklären lassen würden.

Einer der Väter - der Besitzer der Laube - hatte sich am Sonntagmorgen besorgt auf den Weg gemacht, weil er nichts mehr von seinen Kindern gehört hatte. Dann fand er die Leichen seiner Tochter, seines Sohnes und der vier weiteren Gäste in dem Häuschen.

Am Dienstag war bekanntgeworden, dass die Opfer an einer Kohlenmonoxid-Vergiftung starben. Nun teilten die Ermittler klipp und klar mit, die Ursache stehe fest: "Stromaggregat stieß tödliches Kohlenmonoxid aus." Das Tückische an dem Gas ist, dass es sich geruchslos ausbreitet. Ein Gewaltverbrechen hatte die Polizei bereits unmittelbar nach dem Leichenfund ausgeschlossen.

Solche Aggregate mit Verbrennungsmotor sollten nach Expertenangaben nie in geschlossenen Räumen eingesetzt werden. Hin und wieder kommt es wegen falscher Bedienung zu tödlichen Unfällen. So war beispielsweise im Oktober 2015 ein Mann im Keller seines Hauses in Quierschied im Saarland ums Leben gekommen. Er starb an einer Kohlenmonoxid-Vergiftung infolge eines falsch betriebenen Stromaggregats.

2011 war eine 18-Jährige in Heilbronn an einer Kohlenmonoxidvergiftung gestorben. Ihre Mutter hatte im Keller ein Stromaggregat aufgestellt, weil der Energieversorger aufgrund nicht bezahlter Rechnungen den Strom abgestellt hatte.

Im Internet kursierten am Donnerstag nach Bekanntwerden der genauen Todesursache teils zynische Bemerkungen. Die Würzburger Polizei twitterte daraufhin: "Todesfälle in Arnstein sind eine Tragödie vor allem für die Familien!" Spott sei respekt- und pietätlos.

Aktuelle Pressemitteilung

Tweet der Polizei

Ein Stromaggregat stellt die Versorgung mit Energie unabhängig vom Stromnetz sicher. Es kommt zum Einsatz, wenn kein Stromanschluss vorhanden oder das öffentliche Netz ausgefallen ist - nach Naturkatastrophen zum Beispiel.

Das Gerät besteht aus einem Verbrennungsmotor als Antrieb und einem Generator, der die elektrische Energie erzeugt. Da das Aggregat meist mit Diesel oder Benzin betrieben wird, entstehen giftige Abgase wie Kohlenmonoxid. Es sollte also nicht in geschlossenen oder schlecht belüfteten Räumen genutzt werden.

Öffentliche Einrichtungen wie Krankenhäuser haben oft fest installierte Aggregate, um bei Stromausfall zumindest einen Notbetrieb fortsetzen zu können. Daneben gibt es mobile Geräte, die auch von Privatleuten verwendet werden.

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