Bedrückender Fall in Zürich

Toter fährt sechs Stunden unbemerkt in Tram - Sohn ist außer sich: „Ignoranz macht mich fassungslos“

In Zürich starb in einer Straßenbahn der Linie 2 ein Mann und keiner bemerkte es.
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In Zürich starb in einer Straßenbahn der Linie 2 ein Mann und keiner bemerkte es.

Ein Mann stirbt kurz nach dem Einstieg in eine Tram. Doch kein Fahrgast bemerkt etwas. Nach sechs Stunden kann ein Notarzt nichts mehr machen. Der Sohn ist empört.

Zürich - In der Schweiz ist es in einer Straßenbahn zu einem bedrückenden Todesfall gekommen, der gleichzeitig nachdenklich macht. Ein Mann steigt am Montagmorgen an einer Haltestelle in Zürich in die Tram, um zur Arbeit zu fahren. Doch dort kommt er nie an.

Zürich: Fahrgast fällt erst nach sechs Stunden lebloser Mann in Tram auf

Wie Videoaufnahmen zeigen, sackte er bereits nach wenigen Haltestellen zusammen, berichtet die Schweizer Zeitung 20 Minuten. Der Mann hätte rund 30 Minuten später wieder aussteigen sollen. Das Erschreckende: Niemand will etwas bemerkt haben. „Weder dem Tramchauffeur noch den anderen Passagieren fiel etwas auf. Mein Vater fuhr stundenlang leblos im Tram mit“, sagte der Sohn des Verstorbenen 20 Minuten.

Erst nach etwa sechs Stunden kam die Situation einem Fahrgast an der Endhaltestelle seltsam vor. Die Frau gab dem Straßenbahnfahrer Bescheid, der einen Notruf absetzte. Doch der Notarzt konnte nur noch den Tod des 64-Jährigen feststellen. In München hatte man eine tote Seniorin erst nach zwei Jahren entdeckt, in Madrid blieb der Tod einer Rentnerin sogar 15 Jahre lang unbemerkt.

Mann fährt stundenlang tot in Straßenbahn - Fassungsloser Sohn klagt an

Der Tod seines Vaters, der womöglich hätte vermieden werden können, bringt den Sohn in Rage. Er verstehe nicht, warum niemandem etwas auffiel und keiner half, sagte der 40-Jährige 20 Minuten. „Die Ignoranz der Leute macht mich fassungslos und traurig. Zivilcourage ist leider nicht mehr alltäglich. Die Leute sind heutzutage zu sehr auf sich konzentriert und nehmen ihre Umwelt gar nicht mehr wahr.“

Jetzt will der Sohn gemeinsam mit seiner Schwester auf das Problem aufmerksam machen und etwas dagegen tun, dass sich so ein Vorfall nicht wiederholt. In München lag eine getötete Frau mehrere Tage lang unbemerkt unter dem Bett ihres Sohnes. (mt)

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