Negativberichte schaden nicht

Trotz Huren-Ärger: "Malle" vor Rekord-Umsatz

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Trotz negativer Berichte über Huren (Archivbild) steht Mallorca vor einem Rekord-Umsatz.

El Arenal - Berichte über Sauftourismus, Prostitution und Kleinkriminalität haben Mallorca in Aufregung versetzt. Aber Sorgen muss sich die spanische Ferieninsel deshalb nicht machen. Die diesjährige Saison dürfte eine der besten seit Jahren werden.

Jagdszenen am „Ballermann“: In der Nähe der berühmten Strandbar auf Mallorca liefern sich deutsche Urlauber Prügeleien mit afrikanischen Straßenhändlern; Banden von Prostituierten rauben betrunkene Touristen aus. Auf der Lieblingsinsel der Deutschen entfachten zu Beginn der Hochsaison Negativschlagzeilen große Aufregung.

Den Höhepunkt bildete eine mehrseitige Reportage über „Mallorcas dunklen Sommer“. „Glücksritter, Billigprostituierte und organisierte Banden beherrschen die Playa de Palma nach Sonnenuntergang“, schrieb die „Bild am Sonntag“. In Spanien reagierte die Polizei am schnellsten auf den Artikel. „Glaubt uns: Mallorca wird in diesem Sommer so wunderbar sein wie immer“, versicherten die Sicherheitskräfte auf Twitter.

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Auch die Hoteliers meinten, die Medienberichte vermittelten einen falschen Eindruck. Die Angaben zur Kriminalität seien falsch, betonte Aurelio Vázquez, Präsident des Hoteliersverbandes von Mallorca (Fehm). Die Zahl der Delikte habe im Vergleich zum Vorjahr nur um 0,25 Prozent zugenommen. Der spanische Sicherheitsstaatssekretär Francisco Martínez sagte der „Mallorca Zeitung“: „Es gibt weder eine alarmierende, noch eine steigende Tendenz.“

Zugleich zeigt die Insel sich bemüht, den Imageschaden zu beheben. An einem bestimmten Strandabschnitt der Playa de Palma, der Hochburg des deutschen Massentourismus, wurden Open-Air-Trinkgelage außerhalb der Lokale eingedämmt. Dort darf von 22.00 bis 1.00 Uhr auf der Straße kein Alkohol mehr getrunken werden. In dieser Gegend befindet sich die Partymeile mit der Bier- und der Schinkenstraße. In Supermärkten kann man Putzeimer mit Alkohol, Erfrischungsgetränken, Eiswürfeln und Strohhalmen im Paket kaufen.

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Im kommenden Jahr sollen dort Trinkgelage auf der Straße generell verboten werden. Die Verordnung ist im übrigen Stadtgebiet von Palma de Mallorca schon umgesetzt. Am „Ballermann“ werden allerdings noch keine Bußgelder verhängt wie andernorts in der Stadt. Die Hoteliers ließen zudem mehrsprachige Faltblätter drucken, auf denen die Gäste vor Prostituierten, Hütchenspielern, Masseusen, Taschendieben oder dem übermäßigen Genuss von Alkohol gewarnt werden.

„Die Saufgelage sind nicht vereinbar mit einem Qualitätstourismus, wie wir ihn an der Playa de Palma anstreben“, sagte der Tourismusdezernent der Inselhauptstadt, Alvaro Gijón. Die negativen Presseberichte schoben offenbar auch die stockenden Pläne zur Generalsanierung der Gegend neu an. Seit mehreren Jahren gibt es Pläne zur Aufwertung der Bucht. Die Stadtverwaltung erließ nun eine Verordnung zur Verschönerung des Straßenbildes, die ab Juni 2014 in Kraft treten soll.

Die Regionalregierung der Balearen erleichterte zudem den Hoteliers an der Bucht von Palma die Sanierung und Aufwertung der Herbergen. Gebäude, die auf mindestens Vier-Sterne-Niveau verbessert werden, sollen um zwei Etagen oder bis zu 80 Meter Höhe aufgestockt werden dürfen.

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Die Klagen über Sauftourismus und Kleinkriminalität auf Mallorca sind im Grunde nicht neu. Sie konzentrieren sich auf die Partymeilen an der Playa de Palma oder in der britischen Urlauberhochburg Magaluf. In anderen Gegenden der Insel geht es ruhiger und beschaulicher zu.

Die Buchungszahlen belegen Mallorcas ungebrochene Anziehungskraft. Die Belegungsrate der Hotels liegt im Juli und August seit Jahren zwischen 80 und 90 Prozent. In diesem Jahr seien bereits Anfang Juli 80 Prozent der Hotelbetten auf der gesamten Insel gebucht gewesen, teilte der Hoteliersverband Fehm mit. Die Zahl könne sich mit den erwarteten kurzfristigen Buchungen bis auf 100 Prozent erhöhen. Damit sei Mallorca in diesem Sommer das beliebteste Ferienziel am Mittelmeer. Die Insel profitiert dabei zum einen von der unstabilen Lage in Ländern wie Tunesien. Zum andern gewinnt sie immer mehr Anhänger in Russland und Skandinavien.

Von Brigitte Kramer und Hubert Kahl

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