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Polizei in Tschechien geht mit Ferrari auf Verbrecher-Jagd – „Alle müssen sparen, nur die Polizei nicht“

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Von: Patrick Huljina

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Die tschechische Polizei hat ihren neuen Einsatzwagen präsentiert: einen Ferrari.
Die tschechische Polizei hat ihren neuen Einsatzwagen präsentiert: einen Ferrari. © Screenshot/Twitter/@PolicieCZ

Die tschechische Polizei hat mit einem eindrucksvollen Video ihren neuen Ferrari-Streifenwagen präsentiert. In den sozialen Medien wurde Kritik laut.

Prag - Ein aufheulender Motor, dunkle Beleuchtung, funkelnde Lichter, ein Ferrari. Was aussieht wie der Trailer für ein Computerspiel, ist in Wahrheit ein Video der tschechischen Polizei. Auf diversen Social-Media-Kanälen präsentierten die Einsatzkräfte am Montag (25. Juli) ihren neuen Streifenwagen: einen Ferrari F 142 – 458 Italia.

Der Sportwagen hat eine Leistung von etwa 570 PS. Mit einer Geschwindigkeit von bis zu 326 Kilometern pro Stunde können die tschechischen Polizisten in ihrem neuen Einsatzfahrzeug künftig Verkehrssünder verfolgen. Der Listenpreis des Ferraris lag neu bei knapp 200.000 Euro. Nun trägt er die blau-gelben Streifen tschechischer Polizeiautos.

Polizei in Tschechien geht mit Ferrari auf Verbrecher-Jagd: Beschlagnahmter Sportwagen umgebaut

Kurios: Das Auto gehörte einst Kriminellen. Das teilte die Polizei in einer Pressemitteilung mit. Die Behörden hätten den Sportwagen beschlagnahmt – im letzten Jahr seien insgesamt rund 900 Fahrzeuge von der tschechischen Polizei eingezogen worden. Und der Ferrari sei dabei nicht einmal das wertvollste, hieß es in der Mitteilung weiter.

Die Instandsetzung und Umrüstung des Ferraris in einen Streifenwagen kostete den Angaben zufolge umgerechnet knapp 14.000 Euro. Dafür glänzt der Sportwagen nun mit neuen Features, wie beispielsweise einem speziellen Warnlicht, einem Kamerasystem und einer Funkstation. Zudem wurde die Farbe des Autos vom klassischen Ferrari-Rot zu einem glänzenden Silber mit blau-gelben Streifen angepasst. Ans Steuer dürfen allerdings nur speziell ausgebildete Beamte.

Tschechien: Polizei will Ferrari gegen die „aggressivsten Fahrer“ einsetzen

Die tschechische Polizei kündigte an, den schnellen Sportwagen gegen die „aggressivsten Fahrer“ auf den Autobahnen nutzen zu wollen. Jährlich gebe es im deutschen Nachbarland rund 30 illegale Autorennen, teilten die Einsatzkräfte mit. Normale Streifenwagen könnten mit den dort eingesetzten Autos nicht mithalten. Auch in Bayern wird der Raser-Wahnsinn immer schlimmer. In Nürnberg wurde zuletzt ein 31-jähriger Fußgänger bei einem illegalen Rennen totgefahren.

Die Aufgaben für den neuen Polizei-Ferrari in Tschechien seien weit gefächert, teilten die Einsatzkräfte mit. „Wir können das Potenzial des Sportwagens auch bei der Verfolgung von Autodieben nutzen, die unser Land auf der Flucht in Nachbarländer durchqueren“, sagte der oberste Verkehrspolizist Tschechiens, Jiri Zly in dem Präsentations-Video.

Kritik in den sozialen Netzwerken: „Alle müssen sparen, nur die Polizei nicht“

In den sozialen Netzwerken halten sich die Jubelstürme der tschechischen Bürger allerdings in Grenzen. „Wird das Auto auch mit beschlagnahmten Teilen gewartet?“, fragt ein User auf Twitter. Einige fürchten eine Verschwendung von Steuergeldern. Die Instandhaltungskosten für einen solchen Sportwagen sind schließlich deutlich höher als die für einen regulären Streifenwagen.

Laut der offiziellen Mitteilung der tschechischen Polizei betrugen die Anfangskosten für die Inbetriebnahme des Fahrzeugs, nachdem es zehn Jahre gelagert wurde, umgerechnet rund 5300 Euro. Die Kosten für die Instandhaltung für das Jahr 2022 sollen sich demnach auf rund 1000 Euro belaufen. „Alle müssen sparen, nur die Polizei nicht“, bemängelte daher ein weiterer Nutzer in den sozialen Medien. (ph)

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