„Die Situation ist ernst“

Crash nahe bayerischer Grenze: Expresszug aus München in Tschechien verunglückt – Zahl der Todesopfer steigt

Am Mittwochvormittag sind Nahe der deutsch-tschechischen Grenze zwei Züge frontal zusammengestoßen. Bei dem Unglück sind drei Menschen ums Leben gekommen.

Update vom 4. August, 12.50 Uhr: Die Zahl der Todesopfer nach dem Zugunglück nahe der deutsch-tschechischen Grenze ist auf drei gestiegen. Wie die tschechischen Behörden bekannt gaben, kamen bei dem Frontalzusammenstoß beide Zugführer, sowie eine weitere Person aus dem tschechischen Nahverkehrszug ums Leben. Beide Zugführer hatten die tschechische Staatsbürgerschaft. Die Herkunft der Frau ist bislang noch unbekannt. Am frühen Vormittag wurden noch zwei Todesopfer gemeldet.

Das Unternehmen Länderbahn gab darüber hinaus bekannt, dass sich rund 20 Fahrgäste an Bord des „alex“-Zugs befanden haben. Der Zug habe den Hauptbahnhof München planmäßig um 4.44 Uhr verlassen und hatte gegen 7.40 Uhr in Furth am Wald einen planmäßigen Halt. Dabei wurde der Zug dem Personal der tschechischen Bahn Ceské Drahy (CD) übergeben. Eisenbahnrechtlich habe der Zug in der Verantwortung der CD gestanden, betonte der Länderbahn-Sprecher.

Zugunglück nahe der bayerischen Grenze - Frontallzusammenstoß von „alex“-Zug aus München

Erstmeldung vom 4. August:

Domazlice – Im Südwesten Tschechiens hat sich am Mittwochmorgen ein schweres Zugunglück ereignet. Nach ersten Informationen war ein aus München kommender Expresszug nahe der deutsch-tschechischen Grenze frontal mit einem anderen Personenzug zusammengestoßen. Bei dem Zusammenstoß sollen nach Informationen der Agentur CTK zwei Menschen ums Leben gekommen sein.

Zugunglück in Tschechien: Zwei Tote bei Frontalzusammenstoß – ein Zug kam aus München

Der Expresszug, der die bayerische Landeshauptstadt München mit der tschechischen Hauptstadt Prag verbindet, war in den frühen Morgenstunden am Münchner Hauptbahnhof gestartet. Aus bisher ungeklärten Gründen soll der Zug in der Nähe von Domazlice an der deutsch-tschechischen Grenze ein Haltesignal überfahren haben und kurz darauf mit einem anderen Zug zusammengestoßen sein.

Der aus München kommende und nach Prag fahrende Zug wurde von dem privaten Anbieter Länderbahn (alex) betrieben. Das bestätigte das Unternehmen in einer Pressemitteilung am Mittwoch. Für Fragen von Fahrgästen oder Angehörigen wurde unter 0341-9135 4040 eine Hotline eingerichet.

Bei dem anderen Zug soll es sich um einen tschechischen Nahverkehrszug vom Typ RegioShark handeln, der auf der Strecke zwischen Pilsen und Domazlice verkehrte. Aschließend waren dutzende Einsatzkräfte mit der Unterstützung von vier Hubschraubern im Einsatz. Dabei wurden sie auch von Einsatzkräfte des bayerischen Roten Kreuz aus dem Landkreis Cham und ein Rettungshubschrauber aus Regensburg unterstützt.

Zug aus München in Tschechien verunglückt: 38 Verletzte - „Die Situation ist Ernst“

„Die Situation ist ernst, ich bin auf dem Weg zum Unglücksort“, teilte der tschechische Verkehrsminister Karel Havlicek mit. Am Mittwochvormittag meldeten die Einsatzkräfte neben den zwei Todesopfern auch 38 Verletzte. Sieben davon sollen sich in einem kritischen Zustand befinden.

Die Technik auf tschechischen Eisenbahnstrecken gilt mit unter als veraltet und sorgt immer wieder für Zugunfälle. So kam es erst vor einem Jahr im Erzgebirge nahe der deutschen Grenze zu einem frontalen Zusammenstoß von zwei Zügen. Dabei kamen zwei Menschen ums Leben. (fd/dpa)

Rubriklistenbild: © Chaloupka Miroslav/dpa

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