Skandal oder gute Idee?

TV-Show verlost Baby als Hauptgewinn

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Eine szene der Sendung bei Youtube.

Islamabad - Alles für die Quote? Eine umstrittene pakistanische Fernseh-Spielshow hat einen neuen Anreiz gefunden, um Zuschauer zu gewinnen: Sie verlost Babys.

"Dieses wunderschöne Mädchen hat jemand auf einen Müllhaufen geworfen. Seht doch mal, wie schön und unschuldig sie ist", ruft Aamir Liaquat Hussain. Die 500 Zuschauer im Studio klatschen begeistert. Auf seinem Arm hält der Moderator ein zwei Wochen altes Baby in einem roten Strampler. Unglaublich: Das Neugeborene ist der Hauptgewinn in seiner TV-Spielshow "Ammaan Eamazan".

"Ich konnte nicht glauben, dass man uns dieses Mädchen wirklich geben würde", zitiert CNN Suriya Bilqees. Sie ging als Siegerin in der pakistanischen Variante von "Der Preis ist heiß" hervor, nicht zuletzt weil sie sich besser als ihre Konkurrenz im Koran auskannte und besser kochen konnte. 14 Jahre lang hatte Bilqees vergeblich versucht, auf natürlichem Wege mit ihrem Mann ein Kind zu bekommen. Adoptionsgesetze gibt es in dem Land nicht, in dem Hunderte Neugeborene, vor allem Mädchen, jährlich ausgesetzt werden.

"Viele der Babys würden sterben oder von Tieren gefressen werden. Da ist es doch besser, sie bekommen auf diesem Wege ein schönes Zuhause", rechtfertigt sich Ramzan Chhipa, Chef der Wohltätigkeits-Organisation, die den "Hauptpreis" der Show zur Verfügung stellt. Die Gewinner-Paare seien bei der Chhipa Welfare Association registriert und auf ihre Aufgabe als Eltern vorbereitet worden. Wenn sie zur Show eingeladen werden, ahnen sie jedoch nichts von dem möglichen Hauptgewinn, sie hoffen vielmehr auf ein Heimkino-System, eine Waschmaschine oder einen Computer.

"Es ist ein Ramadan-Geschenk", jubelt die frischgebackene Mutter in der britischen "Sun". Die zuschauerträchtige Aktion ist nämlich speziell zum islamischen Fastenmonat ins Leben gerufen worden. "Bei den Christen sind Geschenke zu Weihnachten wichtig, bei uns ist es eben Ramadan", erklärt Moderator Hussain.

Allerdings wird in dieser Zeit der Kampf um die Zuschauer mit besonders harten Mitteln ausgetragen. So konnte man in der Vergangenheit auch schon eine angebliche Live-Konvertierung vom Hinduismus zum Islam sowie eine Teufelsaustreibung per Telefon verfolgen, moderiert von einer Schauspielerin, die mit erotischen Fotos in dem streng konservativen Land für einen Skandal gesorgt hatte.

Dass der Gewinn eines Babys nur die Zuschauerquote nach oben treiben soll, bestreitet Moderator Hussain vehement: "In der Show geht es darum, Liebe zu verbreiten." Das umstrittene Konzept geht jedenfalls auf, die Sendung ist ein Straßenfeger.

hn

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