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Comeback der Hamsterkäufe bei Aldi, Lidl & Co. - nicht nur Sonnenblumenöl ist heiß begehrt

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Von: Kai Hartwig

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Die Zeit der Hamsterkäufe schien endgültig vorbei. Doch nun ist die Unsitte wohl zurück in deutschen Supermärkten. Eine Aldi-Kundin macht ihrem Ärger Luft.

München – Seit Beginn der Corona-Pandemie mussten sich die Menschen in Deutschland an einige Dinge gewöhnen, die zuvor nicht zum Alltag gehörten. Dazu zählen unter anderem das Tragen von Masken, Abstand zueinander zu halten oder die regelmäßige Desinfektion von Gegenständen.

Ein weiteres Phänomen konnte ebenfalls vielerorts wahrgenommen werden. Es kam vor allem in den ersten Monaten der Pandemie zu Hamsterkäufen. Damals hatten es die Konsumenten ganz besonders auf Klopapier und Nudeln abgesehen. Nachdem dies zunächst zu leeren Regalen in Supermärkten und Drogeriemärkten geführt hatte, wurde der ausufernde Kauf von Klopapier und Nudeln in den Filialen begrenzt. Nur noch eine bestimmte Menge pro Kunde war erlaubt. So beruhigte sich die Lage allmählich, die Regale füllten sich nach und nach wieder.

Hamsterkäufe bei Aldi, Lidl und Co. – Speiseöl-Regale sind größtenteils leer

Seitdem schien das Problem der Hamsterkäufe überwunden. Doch die Unsitte einiger Verbraucher feiert derzeit ihr Comeback. Das neue Klopapier heißt nun Öl, genauer: Sonnenblumenöl. Aufgrund des Ukraine-Konflikts schossen die Preise für das Speiseöl in die Höhe. Der Krieg in dem osteuropäischen Land sorgte für einen Öl-Engpass. Einerseits zählt die Ukraine weltweit zu den führenden Exportländern von Sonnenblumenöl. Außerdem stemmte auch Russland bislang einen enormen Exportanteil. Darüber hinaus hatte die Corona-Pandemie die Lieferketten schon vor Kriegsbeginn negativ beeinflusst.

Das zum Teil leere Regal einer Aldi-Filiale
In Aldi-Filialen schauen Kunden derzeit oft in teils leere Regale. © Screenshot / twitter.com/Anna19771672

Bei den Discountern gleichen sich nun bundesweit die Bilder. Sonneblumenöl gibt es in den Regalen von Aldi oder Lidl kaum noch, auch Mehl ist häufig nicht mehr zu kriegen. Ähnliche Berichte hört man von Supermarktketten wie Edeka oder Rewe. Auf Twitter klagten mehrere User über leere Regale.

Hamsterkäufe bei Aldi: Kundin „fassungslos“ – Twitter-Userin schildert Erfahrungen

„Fassungslos im Aldi heute morgen“, schrieb eine Nutzerin zu einer Reihe von Bildern, die sie bei ihrem Besuch des Discounters machte. Zu sehen sind teils leere Regale, wo sonst Speiseöl oder Mehl in rauen Mengen zu erwerben sind. Auch eine Beschilderung, laut denen die Abgabe für Küchenrollen pro Kunde oder Kundin stark eingeschränkt ist, postete die Twitter-Userin.

„Heute morgen (8:30 Uhr) hat ein Paar ungerührt die Palette Mehl geleert, unser Räuspern wurde ignoriert, dann schritt der Filialleiter ein“, schilderte sie. Und prangerte das „unsolidarisches Hamstern“ an. „Der Mensch ist schon ein komisches Tier“, kommentierte ein User den Post. Eine Nutzerin gab an, bei Lidl ähnliche Erfahrungen gesammelt zu haben.

Speiseöl als Benzin-Ersatz? „Wie viele Werkstätten jetzt wohl abkassieren...“

Die leeren Regale in den Ecken, wo sonst Speiseöl steht, posteten unterdessen auch andere Twitter-Nutzer. „Aldi. Kein Sonnenblumenöl. Billiges Oliven-/Rapsöl ist auch weg“, schrieb einer: „Auf dem gelben Zettel steht: nur eine Flasche pro Person.“ Doch wofür braucht man so viel Speiseöl? Ein User äußerte scherzhaft eine Vermutung: „Wie viele Werkstätten jetzt wohl auch abkassieren, wenn Leute Öl in Benzin und Turbolader-Diesel gießen“, witzelte er.

In einer anderen Aldi-Filiale waren die Regelungen für Speiseöl-Fans offenbar noch humaner. Bis zu fünf Flaschen pro Kunde durften hier erworben werden, wie der Post eines Twitter-Users zeigte. „Wer braucht denn fünf Stück? Zwei hätten es auch getan“, wunderte sich ein weiterer Nutzer. „Das Verwunderliche an der ganzen Sache: die rühren nicht das Olivenöl an, das stand da komplett voll“, beschrieb der Urheber des Posts die Situation. Seinen Angaben zufolge war neben dem Speiseöl auch der Nudel-Vorrat nahezu erschöpft.

Ob die Discounter und Supermärkte nun gezwungen sind, weitere Maßnahmen gegen das offensichtliche Hamstern zu ergreifen, muss man abwarten. Eines ist aber sicher: Das Phänomen der Hamsterkäufe ist anscheinend ein wiederkehrendes Verhalten einiger Verbraucher. (kh)

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