200 Euro Miete für fensterlose Zimmer

Erst vertrieben und dann abgezockt

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Asia und Jeman mit den Kindern Sibel (8), Ahmad (7), Dilshin (5) und Kaniwar (3) leben in zwei winzigen Zimmern.

Das erste Mal, als ich Jeman Adel Abas und seine Familie treffe, ist er voller Hoffnung. Die Ernüchterung kommt schnell.

Das erste Mal, als ich Jeman Adel Abas und seine Familie treffe, ist er voller Hoffnung. Der 29-Jährige sitzt mit seiner Frau Asia (27) und den vier Kindern in einem der Busse, die an der türkisch-irakischen Grenze auf Flüchtlinge warten. Zweimal am Tag bringen die Konvois die Vertriebenen und Heimatlosen, die es bis hierher schaffen, dann in Übergangslager. Von dort aus können die, die irgendwo bei Verwandten unterkommen oder sogar eine eigene Bleibe bezahlen können, weiterziehen.

„Wir haben Glück, ein Verwandter ist schon seit ein paar Wochen in Erbil und sagt, dass er ein Haus für uns gefunden hat und dass der Vermieter sogar Arbeit für mich hat“, erzählt der Familienvater.

Jeman stammt aus Kobane. Einen Monat und zwei Tage waren er und seine Lieben auf der Flucht. Die Kinder haben die Gefechte der IS-Kämpfer in ihrem Stadtteil live miterlebt. Auch wie einer ihrer Onkel starb. Als Kaniwar (er hat dem jüngsten der Abas-Kinder den Namen gegeben) tot in den Armen von Mutter Asia lag, wusste sie: „Wir müssen weg. Sofort.“

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Über viele Umwege hat sich die Familie bis zur Grenze durchgeschlagen. Jetzt sitzen sie in ihrem Bus – geimpft von Unicef-Mitarbeitern, registriert und mit einem Hygienepaket, Energieriegeln und Wasser versorgt. Jeman hat ein Handy. Sobald er weiß, wann er in Erbil ankommt, will er anrufen, damit er mir das neue Zuhause zeigen kann. Zwei Tage später ist es schon so weit. Mein Fotograf Ammar telefoniert mit Jeman, die Familie ist in ihrem Haus. Ich freue mich drauf, die Kinder wiederzusehen und berichten zu können, dass es allen gut geht.

tz-Aktion mit Unicef: Bilder aus den Krisengebieten

tz-Aktion mit Unicef: Bilder aus den Krisengebieten

In der trockenen Ecke liegt ihr ganzes Hab und Gut.

Die Ernüchterung kommt schnell. Die Bezeichnung Haus mag vielleicht korrekt sein für die beiden Räume, die Jeman und Asia bewohnen. Es gibt eine eigene Blechtür – der Zugang zu nicht mal 30 Quadratmetern ohne Fenster, ohne Fußboden, ohne Bad und Toilette. Der lehmige Untergrund ist feucht, funktionierende Möbel gibt es keine. Die Matratzen und Decken haben die Flüchtlinge von Unicef bekommen. „Sonst hätten wir gar nichts drin“, sagt Jeman. Wo ist die Hoffnung in seinen Augen geblieben?

Die Abas' sind verzweifelt. 200 Euro müssen sie dem Besitzer Miete zahlen. Mehr als sechs Wochen können sie nicht bleiben – dann sind die Ersparnisse weg. Jeman will nicht aufgeben. „Ich kann arbeiten, ich weiß, dass ich durchhalten muss – für Asia und die Kinder“, sagt er. „Aber ich bin so erschöpft. Die Kinder weinen jede Nacht, weil sie so schlimme Träume haben. Die feuchten Räume machen sie außerdem krank.“

Jeman steht mit anderen Verwandten in Kontakt, die in einem Flüchtlingslager in der Nähe untergekommen sind. Jetzt hofft er, dass er mit Asia und den Kindern dorthin umziehen kann.

Dorit Caspary

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