Welche Creme hält, was sie verspricht?

Zahnpasta im Test: So gut sind Billig-Produkte

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Die Billigsten sind die Besten: Bei Spezialzahncremes für empfindliche Zähne war genau das die Erkenntnis der Stiftung Warentest.

München - Heißes tut weh, Kaltes auch: Bei überempfindlichen Zähnen wird jedes Essen zur Qual. Dann ist schonendes Zähneputzen mit einer Sensitiv-Creme wichtig. Doch ein Test von Stiftung Warentest zeigt: Nicht mal die Hälfte der Produkte hält, was sie verspricht.

Überempfindliche Zähne sind ziemlich schmerzhaft: Ob ein heißer Tee, ein kühles Wasser oder ein Stück süße Schokolade: Alles tut weh. Schuld sind meistens freiliegende Zahnhälse. Wenn sich das Zahnfleisch zurückzieht, ist das Zahnzement schnell abgeputzt und das sehr empfindliche Dentin komplett ungeschützt. In dem Fall ist der Schonwaschgang im Mund extrem wichtig – und zwar mit einer Sensitiv-Creme. Die unabhängige Stiftung Warentest hat ihnen auf den Zahn gefühlt.

Billig-Produkte vorn

Das Test-Ergebnis ist eindeutig: Weniger als die Hälfte der untersuchten Cremes hält, was sie verspricht: Von 19 Produkten schneiden nur acht gut ab. Klarer Sieger ist die Friscodent sensitive von Aldi Süd – mit 0,55 Euro für 125 Milliliter eine der billigsten im Test. Grundsätzlich liegen die günstigen Zahncremes weit vorne.

Unter den Top Ten finden sich fünf Produkte (neben dem Testsieger Kaufland K-Classic dental, Aldi Nord Eurodont, Müller Sensident und dm Dontodent) für 0,55 Euro pro 125 Milliliter. Insgesamt schaffen acht Zahn-Pastas ein „gut“.

Leere Versprechen

Der Test zeigt aber auch: Viele Cremes haben den Zusatz „sensitiv“ eigentlich nicht verdient. Sie werben mit Eigenschaften, die sie gar nicht besitzen. „Sensitiv“ bezieht sich nämlich unter anderem auf den Abrieb. Dieser muss niedrig sein, um den überempfindlichen Zahn zu schützen. Doch zehn Cremes haben einen mittleren Abrieb – deutlich zu viel für sehr sensible Zähne.

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Vier Cremes bekommen von den Testern sogar ein „mangelhaft“. Zum Beispiel die teure Sensitiv-Pasta von Biorepair (5 Euro für 75 ml). Sie enthält keinen ausreichenden Kariesschutz, entfernt Verfärbungen nur mäßig – und das für einen hohen Preis. Gleiches gilt für die Zahnpasta von Dr. Hauschka. Und auch die Produkte von Lavera und Elina schneiden nicht viel besser ab: Beide schützen nicht wirklich gut vor Karies und haben einen sehr hohen Abrieb für Sensitiv-Cremes.

Die Mischung macht’s

Um die passende Zahnpasta zu finden, hilft ein Blick auf die Tube: Sensitiv-Produkte sollten spezielle Wirkstoffe enthalten, die dem Schmerz Einhalt gebieten. Bis auf die Colgate Total sensitive (1,69 Euro für 75 ml) haben alle Produkte, die es versprechen, mindestens einen dieser Wirkstoffe. Zu ihnen zählen unter anderem Kaliumverbindungen, Strontiumsalze und Aminfluorid.

Doch das allein reicht noch nicht für die perfekte Zahnpflege: Auch gegen Karies sollte jede Creme wirken. Darum sollte auch Fluorid zwingend bei den Inhaltsstoffen auftauchen. Außerdem prüften die Tester, wie gut die Produkte gegen Verfärbungen wirken. Das Problem: Der wichtige niedrige Abrieb bei Sensitiv-Cremes kann Verfärbungen nur mäßig bekämpfen. Doch die Produkte von Aldi Süd, Kaufland und Sensodyne – im Test auf Platz eins bis drei – schafften dies zumindest befriedigend.

Ab zum Zahnarzt

Grundsätzlich gilt: Sind Verfärbungen allzu hartnäckig, hilft nur eine professionelle Zahnreinigung – und bei allzu großen Schmerzen und sensiblen Zähnen nur der Besuch beim Arzt. Da ist jede Zahnpasta machtlos.

Janine Tokarski

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