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Extreme Kälte während Ukraine-Krieg: Flüchtlingen und Menschen ohne Heizung und Strom droht Lebensgefahr

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Von: Momir Takac

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Flüchtlinge aus der Ukraine stehen vor dem Grenzübergang Kroscienko.
Flüchtlingen aus der Ukraine machen die eisigen Temperaturen zunehmend zu schaffen. © IMAGO/B&S/Bernd März

In der Ukraine werden Temperaturen bis weit unter den Gefrierpunkt erwartet. Eine große Gefahr für Flüchtlinge und die vom Krieg ohnehin schon schwer gebeutelte Bevölkerung.

Kiew - Der Krieg in der Ukraine tobt nun seit zwei Wochen und bringt unendliches Leid über die Bevölkerung. Viele Menschen - vor allem Frauen und Kinder - versuchen, sich außer Landes in Sicherheit zu bringen. Schätzungen der UN zufolge befinden sich seit dem Einmarsch der Truppen mehr als zwei Millionen Menschen auf der Flucht.

Sie nehmen lange Wege und Strapazen in Kauf, um der Brutalität des Ukraine-Konflikts zu entkommen. Ihre Heimat steht unter ständigem Artilleriebeschuss, Häuser sind unbewohnbar, die Infrastruktur wird zerstört. In Mariupol etwa gab es mehrere Todesopfer nach dem Angriff auf ein Kinderkrankenhaus. Bereits mehrere Male sollen Evakuierungen über Fluchtkorridore gescheitert sein, weil die Waffenruhe missachtet wurde.

Wetter während Ukraine-Krieg: Temperaturen sinken bis weit unter den Gefrierpunkt

Doch die Menschen haben mit einer weiteren Schwierigkeit zu kämpfen: dem Wetter. Winter- und auch die ersten Frühlingsmonate sind in der Ukraine kalt. Und gerade jetzt während des nun andauernden Krieges sind sie besonders kalt. Laut Wetterprognosen werden Temperaturen bis zu -10 Grad Celsius erwartet, die sich wie -20 Grad anfühlen können. Grund dafür ist eisige Polarluft, die für Menschen in Städten ohne Heizung und Strom gefährlich werden kann.

„Ab Mittwoch breitet sich in der Ukraine extrem kalte Polarluft aus. Die Temperaturen sinken damit nachts – selbst in den größeren Städten wie Kiew oder Charkiw – auf unter minus 10 Grad. Durch den eiskalten Wind fühlt sich das nochmals deutlich kälter an. Die Windchill-Temperaturen bewegen sich gegen minus 20 Grad, zum Teil auch darunter. Und selbst tagsüber liegen die Höchstwerte in der Ostukraine teilweise nicht bei über minus 10 Grad“, sagte RTL-Meteorologe Björn Alexander wetter.de.

Wetter-Experte Jung sieht Lebensgefahr für Menschen in der Ukraine

Wetter-Experte Dominik Jung sieht dadurch eine enorme Gefahr für die Menschen während des Kriegs in der Ukraine. „Während es bei uns nun zur Sonne und Trockenheit endlich auch noch Wärme gibt, wird es in der Ukraine besonders brutal“, sagte der Meteorologe. Für Flüchtende oder Menschen in unbeheizten Wohnungen oder Bunkern könnten die tiefen Temperaturen lebensgefährlich werden.

Doch leichte Entspannung ist zumindest in Sicht. „Den Tiefpunkt erwarten die Wettercomputer am Donnerstag und Freitag“, sagte Alexander. Danach soll es zum Wochenende hin etwas milder werden. Zwar gebe es weiter strengen Nachtfrost bei unter -10 Grad, doch zumindest tagsüber soll es leichte Plusgrade geben. (mt)

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