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Enormer Preisaufschlag für Mehl und Öl: Supermarkt-Zettel sorgt für Wirbel - „Traurige Welt!“

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Supermarktregale ohne Mehl.
In Supermärkten kommt es derzeit zu leeren Mehlregalen. Eine Filiale hat jetzt mit drastischen Mitteln gegen Hamsterkäufe reagiert. © Eibner/Imago & Sreenshot Facebook/Ulrich Pommerenke

Um die Menschen vom Hamstern abzuhalten, hat ein Supermarkt anscheinend die Preise stark angezogen. Ab der zweiten und dritten Packung Mehl werden zusätzliche Kosten fällig.

Update vom 22. März, 13.20 Uhr: Die Bünting AG bestätigt heute (22. März) die Echtheit der beiden Zettel. Diese sind tatsächlich im Markant-Markt in der Stadt Herford angebracht. Die Pressereferentin des Unternehmens teilt dazu Folgendes mit: „Der Markt möchte eine normale Warenverfügbarkeit für möglichst alle Kunden gewährleisten – daher wird aktuell nur eine Packung „Jeden Tag“-Mehl und -Öl pro Haushalt zum Normalpreis abgegeben.“

Der Hinweis bedeute aber lediglich, dass sich jeder Kunde freiwillig entscheiden könne, auch mehrere Packungen zu kaufen und durch das Bezahlen des höheren Preises für die zweite und dritte Packung gleichzeitig den Markant-Markt Herford bei Spenden für die Ukraine zu unterstützen. Kurzum: „Niemand wird verpflichtet, zu spenden“, so die Pressereferentin weiter. „Ein Nachweis über die erzielte Spendensumme wird anschließend am Regal im Markt ausgehangen.“

Hamsterkäufe: Supermärkte rationalisieren den Verkauf von Öl und Mehl

München - Seit Beginn der Corona-Krise wurde nicht mehr so stark gehamstert, wie das im Moment der Fall ist. Dieses Mal ist aber nicht nur Klopapier an der Reihe, sondern vor allem Lebensmittel. Wegen des Ukraine-Konflikts decken sich viele Menschen mit Vorräten ein. Als Folge findet man leere Supermarktregale bei bestimmten Produkten, wie zum Beispiel Pflanzenölen und Weizenmehl. Darüber hinaus kommt es bei den genannten Produkten auch zu Lieferengpässen.

Supermärkte und Discounter wie Netto, Norma, Penny und Co. haben deshalb reagiert und zum Teil den Verkauf rationalisiert. Jeder Kunde darf nur noch eine bestimmte Anzahl an Ölflaschen oder Mehlpäckchen einkaufen. Eine weitere Supermarkt-Kette hat das Ganze jetzt noch drastisch verschärft. In den sozialen Medien kursiert ein Foto, auf dem zwei Zettel zu sehen sind, die an einem Supermarktregal kleben.

Auf einem der beiden Zettel ist das Logo eines Markant-Supermarktes angebracht. Markant-Märkte finden sich im Nordwesten Deutschlands und gehören zum Handelsunternehmen Bünting AG. In Bayern gibt es davon keine Filialen. Die Zettel stammen aus einem Markt im nordrhein-westfälischen Herford.

Markant-Supermarkt: Wer hamstert, zahlt extra?

Darauf ist zu lesen: „Sie benötigen nur Mehl und Öl? - Kein Problem, dann zahlen Sie 5 Euro zusätzlich“. Die dadurch entstehenden Einnahmen würden an Hilfsorganisationen für die Ukraine gespendet werden. Auf dem zweiten Zettel wird ergänzt: „Es zählt pro Haushalt und nicht pro Person. Wir bitten Sie, weitere Diskussionen darüber zu unterlassen!“

Facebook-User reagieren heftig auf angebliches Foto aus Supermarkt

Nutzer auf Facebook haben den Post fast 2000 Mal geteilt (Stand: 21. März 2022) und intensiv kommentiert. Einige Menschen finden die Aktion toll und schreiben unter den Post „Großartig!“ oder „Hervorragend!“. Von anderen Nutzern hagelt es hingegen Kritik. Ein Mann bemängelt, dass Großfamilien jetzt das Nachsehen hätten: „Tja, da sind wir als offizielle ‚Großfamilie‘ dann mal wieder die Gelackmeierten. Ich finde den Ansatz gut, die Umsetzung aber doof.“ Eine andere Userin kommentiert ähnlich: „Finde ich schwierig. Es soll ja Haushalte mit fünf und mehr Mitgliedern geben. Bei denen ist Geld im Regelfall knapp. Und die dürfen dann blechen.“

Wieder andere möchten selbst entscheiden, ob sie spenden. Eine Frau schreibt: „Ich möchte selbst entscheiden, ob ich für jemanden spenden möchte und will nicht dazu gezwungen werden! Zwei bis drei Packungen sind schon Hamstern!? Traurige Welt!“

Markant-Supermarkt gibt zunächst keine Auskunft über Aktion

Auf Anfrage von tz.de wollten Mitarbeitern der betreffenden Markant-Filiale zunächst keine Auskunft zu dem Vorfall geben. Der Filialleiter war am Montag (21. März 2022) nicht mehr im Haus und deshalb nicht zu sprechen. Der Pressestelle der Bünting AG war eine solche Kennzeichnung in einem ihrer Markant-Märke nicht bekannt. (jb)

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