Aktion "Helft den Kindern in Bangladesch"

Deutsche Ökomode aus Bangladesch

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Maximilian Lang, Geschäftsführer von hessnatur, im Interview.

München - Die tz hat gemeinsam mit UNICEF eine Spendenaktion für Bangladesch gestartet: Im Interview spricht Maximilian Lang, Geschäftführer bei hessnatur, über die örtliche Textilindustrie.

Wie bei Grameen Knitwear Ltd. in der Fabrik von Friedensnobelpreisträger Muhammad Yunus in Bangladesch T-Shirts produziert werden, haben wir Ihnen in unserer Wochenend-Ausgabe gezeigt. Warum ein deutsches Naturmode-Unternehmen gerade in dem Land fertigen lässt, das aus unterschiedlichsten Gründen immer wieder in der Kritik steht, erklärt Maximilian Lang, Geschäftsführer bei hessnatur, im tz-Interview.

Warum fertigt Ihr Unternehmen gerade in Bangladesch?

Maximilian Lang: Die Frage müsste doch eher heißen, warum sollen wir ein Land als Standort verbannen, das zu mehr als der Hälfte von der Textilindustrie abhängt? Natürlich ist es ein unbequemer Weg, aber wir wollen beweisen, dass man in Bangladesch durchaus ökologisch, sozial und auch ökonomisch produzieren kann.

Das kann man in Deutschland auch.

Lang: Stimmt. Aber in Bangladesch lebt ein großer Prozentsatz der Menschen von der Textilindustrie. Wenn wir ihnen die Lebensgrundlage nehmen, wird sich das Land nicht weiterentwickeln. Wichtig ist, dass man ökologisch und mit sozialer unternehmerischer Verantwortung agiert. Und die Firmen unterstützt, die das Land positiv verändern.

Lohnt sich der Einsatz?

Lang: Das wird sich ganz sicher auszahlen. Wir haben schon immer neue Wege beschritten, wenn wir von einer Idee überzeugt waren. Wir merken ja, wie sich die Ansprüche unserer Kunden entwickeln.

Wie zeigt sich der Wandel?

Lang: Ökologisch korrekt reicht nicht mehr. Mode soll auch sozial verträglich gefertigt sein und dabei gut aussehen. Vor zehn Jahren noch wollte man mit dem, was man trägt, ein Statement abgeben. Da sollte man sofort sehen, dass es sich um Ökomode handelt. Heute wollen viele Kunden schick gekleidet sein und dabei ein gutes Gefühl haben. Ökomode darf jetzt durchaus attraktiv aussehen.

Wie bekommen Sie diesen Wandel hin?

Lang: Wir haben uns mit Denise Rupp eine 34-jährige Designerin ins Haus geholt, die genau das umsetzt und moderne Mode entwirft. Dazu kommt, dass Kunden immer mehr Wert darauf legen, dass die Menschen, die ihre Kleidung hergestellt haben, davon auch ein einigermaßen gutes Leben führen können. Ich bin mir sicher, dass es in ein paar Jahren ganz normal sein wird, dass Produkte nachhaltig gefertigt sind. Dafür wird es auch Zertifizierungssiegel geben. Vergleichbar mit Ökotex 100 oder GOTS.

Wo sehen Sie ökologisch den größten Handlungsbedarf in Bangladesch?

Lang: Beim Thema Wasser. Es gibt einfach zu wenig sauberes Wasser. Schmutziges Wasser verbreitet Krankheitserreger und hat zudem massive Folgen für die Umwelt. Daher unterstützen wir Projekte in diesem Bereich und legen auch bei unseren Betrieben wie Grameen vor Ort großen Wert darauf, dass Wasser so effizient wie möglich genutzt und aufbereitet wird.

Bangladesch ist weit weg, wie können Sie da gewährleisten, dass Ihre Standards auch eingehalten werden?

Lang: Wir führen sehr strenge Zertifizierungen durch. Für unsere Babymoden-Kollektion beispielsweise haben sich unsere Fachleute ein Jahr mit dem Produktionsprozess beschäftigt, damit unsere Anforderungen auch sicher erfüllt werden. Außerdem haben wir einen Partner vor Ort, der stichprobenartig in kurzen Zeitabständen die Produktionen kontrolliert. Und dann ist da noch die Frage des Vertrauens. Nur wenn man seinen Partnern auch Vertrauen entgegenbringt, funktioniert eine solche Verbindung.

hessnatur spricht immer wieder von der sozialen Verantwortung. Mitarbeiter bei Grameen haben Glück, dort einen Job zu haben und weit über dem Mindestlohn von 50 Euro zu verdienen.

Lang: Das ist richtig, aber unser Engagement hört ja nicht am Fabriktor auf. Deshalb unterstützen wir beispielsweise Ihre Aktion für Unicef. Das, was diese Organisationen vor Ort tun, ist von unschätzbarem Wert.

Mit jedem Shirt 3 € spenden

Sie suchen ein Weihnachtsgeschenk, mit dem Sie nicht nur sich oder Ihren Lieben eine Freude machen? Dann haben wir genau das Richtige für Sie. Um unsere Spendenaktion für Unicef zu unterstützen, gibt‘s ab sofort drei Aktionsshirts von hessnatur. Die Langarmshirts aus reiner Bio-Baumwolle kosten für Damen und Herren je 29,95 Euro, für Kinder ist das Oberteil mit Rollkragen für 17,95 Euro zu haben. Egal ob groß oder klein, Sie haben die Wahl zwischen zwei Farben. Pro Shirt gehen drei Euro auf unsere Spendenkonten und damit an die Kinder in Bangladesch.

Seit 37 Jahren steht hessnatur für Ökomode, gilt als Pionier in Sachen ökologische und soziale Standards in der Textilproduktion. Konkret heißt das, die Kollektionen aus reinen Naturfasern werden ohne Kinderarbeit und zu gerechten Löhnen hergestellt. Das Sortiment umfasst inzwischen Damen- und Herrenbekleidung, Kleiung für Kinder und Babys, Heimtextilien, Wäsche und Schuhe.

2009 ließ das hessische Unternehmen erstmals ins Bangladesch T-Shirts produzieren – in einer einzigartigen Fabrik, gegründet von Friedensnobelpreisträger Muhamad Yunus. Im kommenden Jahr startet hessnatur ein neues Projekt in Bangladesch.

hessnatur-Laden München, Hohenzollernstraße 10, Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 10 bis 20 Uhr, Samstag 10 bis 18 Uhr.

Für 10 Euro einen BMW 114i gewinnen

Das ist doch perfekt: 10 Euro spenden und mit ein bisschen Glück ein absolutes Traumauto gewinnen. Unter allen Spendern, die mindestens zehn Euro auf eines unserer Unicef-Konten einzahlen, verlosen wir einen BMW 114i im Wert von 24 680 Euro, den der künftige Besitzer bei der neuen Automag-Filiale in München-Trudering auch noch selbst zusammenstellen lassen kann. Wichtig: Bitte notieren Sie Namen und Adresse auf dem Überweisungsträger, damit wir Sie erreichen können, falls das Los auf Sie fällt. Der Gewinner wird nach Abschluss unserer Weihnachtsaktion gezogen.

So können Sie spenden

Mit Ihrer Spende – und sei sie auch noch so klein – unterstützen Sie die tz-Weihnachtsaktion „Helft den Kindern in Bangladesch“. Der Erlös geht zum Beispiel in die Slum-Schulen für Straßenkinder. Bitte geben Sie das Stichwort „Bangladesch“ an. Denn wir möchten nach wie vor auch den Opfern des Taifuns auf den Philippinen helfen (Stichwort „Taifun“).

Bei Spenden bis 100 Euro gilt der Einzahlungsbeleg als Quittung fürs Finanzamt. Bei größeren Beträgen bekommen Sie automatisch von Unicef eine Spendenbescheinigung zugeschickt. Bitte geben Sie deshalb im Feld „Verwendungszweck“ unbedingt Namen und Adresse an. Empfänger ist Unicef.

Die Spendenkonten:

- Commerzbank
Kontonummer 326 900 000
BLZ 700 800 00

- Stadtsparkasse München
Kontonummer 263 525
BLZ 701 500 00

Ihre Ansprechpartnerin

Haben Sie noch Fragen, wollen Sie selbst aktiv werden, eine Veranstaltung oder Spendensammlung organisieren? Dann rufen Sie an oder schreiben Sie eine E-Mail. tz-Redakteurin Dorit Caspary war in Bangladesch, um sich die Projekte für die Kinder anzusehen. Sie können sich sicher sein: Jeder Spenden-Euro ist dort gut angelegt. Sie erreichen unsere Unicef-Reporterin unter Tel. 089/5306 512 oder per E-Mail unter dorit.caspary@tz.de

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