Krankenhaus der letzten Hoffnung

Auf dieser Station kämpfen die Kinder ums nackte Überleben

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Es ist ein einfacher Raum mit Wellblechdach - die Kinder, die es hierher schaffen, haben die Chance zu überleben.

Mit Ihrer Spende unterstützen Sie die tz-Weihnachtsaktion „Wir helfen in Niger“. Gemeinsam mit Unicef und Ihnen möchten wir den Buben und Mädchen eine Zukunft schenken.

Die Ventilatoren laufen auf Hochtouren, trotzdem steht die Luft auf der Kindernotstation des Bezirkskrankenhauses Maradi. 37 Grad Celsius zeigt das Thermometer -  ein kühler Tag in Niger. In den einfachen Eisenbetten sitzen oft zwei Mütter mit ihren schwer kranken Kindern. Nicht, weil sie miteinander reden wollen, sondern weil einfach zu wenig Betten für alle da sind. Also teilen sich die Patienten die  Betten.

Bilder: Das beschwerliche Leben der Kinder in Niger

Roufaida(1) ist krank und hat Fieber, ihre Mutter sucht Hilfe im Gesundheitszentrum. © Islaman Abdou/Unicef
Nahrhafte Erdnusspaste soll die unterernährten Kinder wieder aufpäppeln. © Islaman Abdou/Unicef
Alleine können die Kinder die Tütchen mit der wertvollen Nahrung nicht essen, ihre Mütter unterstützen sie. © Islaman Abdou/Unicef
tz-Redakteurin Dorit Caspary besucht das Krankenhaus für unterernährte Kinder.  © Islaman Abdou/Unicef
Das rote Maßband zeigt: Djamilou (16 Monate alt) ist stark unterernährt. © Islaman Abdou/Unicef
Die Wassereimer werden von Ochsen aus dem Brunnen gezogen, Wasser holen ist Aufgabe der Kinder. © Islaman Abdou/Unicef
Drei Geschwister holen mit einer umfunktionierten Plastikplane Wasser aus einem Brunnen. © Islaman Abdo u/Unicef
Armai (7) schleppt Wasserkanister. © Islaman Abdou/Unicef
Die Mädchen in Niger wollen zur Schule gehen. © Islaman Abdou/Unicef
Oft ist der Weg zur Schule viele Kilometer lang. Eltern haben Angst, dass ihren Kindern auf dem Weg etwas passiert und verbieten ihnen den Schulbesuch. © Islaman Abdou/Unicef
Claudia Graus, stellvertretende Vorsitzende von Unicef Deutschland, im Gespräch mit den Offiziellen des Bezirks. Sie will wissen, was die Kinder am nötigsten brauchen. © Islaman Abdou/Unicef
Sollte im Alter von knapp 15 Jahren heiraten: Loutana. Jetzt hilft sie ihrer Mutter im Haus. © Islaman Abdou/Unicef
Durch Krankheit hat Ramatou (12, 2.v.r.)  die Stimme verloren. Ihre Freundinnen haben für sie eine eigene Zeichensprache entwickelt. Sie wollen später mal Geld mit gestrickter Babykleidung verdienen. © Islaman Abdou/Unicef
Dort Caspary begleitet Gambo Mounia bei seinem Gang durchs Dorf. Er ist quasi der Hausarzt im Dorf, ist von Unicef als Gesundheitsarbeiter ausgebildet worden. © Islaman Abdou/Unicef
Sueba (24) hofft, dass ihr Mädchen überlebt. Sie hat bereits drei Kinder nach der Geburt verloren. © Islaman Abdou/Unicef
Frühchen auf der Intensiv-Station des Bezirkskrankenhauses in Maradi, das hauptsächlich von Unicef finanziert wird. © Islaman Abd ou/Unicef
Unicef-Vorstand Claudia Graus besucht eine Grundschule und lernt die ersten Wörter in der Landessprache. © Islaman Abdou/Unicef
Badaria (8) freut sich jeden Tag, dass sie in der Unicef-Schule lernen kann. © Islaman Abdou/Unicef
Claudia Berger (Unicef Deutschland) schaut sich den Unterricht in den Schulen an. © Islaman Abdou/Unicef
Unicef stattet die Kinder mit Schulmaterial und Rucksäcken aus. © Islaman Abdou/Unicef
Gemeinsames Spiel nach der Schule mit einem alten Reifen. © Islaman Abdou/Unicef
Aufklärung in einem Dorf. Die Familien hören aufmerksam zu, sie lernen, wie sich Krankheiten ausbreiten und wie man das verhindern kann. © Islaman Abdou/Unicef
Die Kinder lassen sich von Unicef-Vorstand Claudia Graus deutsche Fingerspiele zeigen. © Islaman Abdou/Unicef
Erdnussernte © Islaman Abdou/Unicef
Mütter mit ihren kranken Kindern warten auf eine Behandlung im Krankenhaus. © Islaman Abdou/Unicef
Alle Kinder werden gemessen und gewogen. © Islaman Abdou/Unicef
Das Maßband zeigt deutlich: Der Bub ist gefährlich unterernährt. © Islaman Abdou/Unicef
Die Waage im Gesundheitszentrum: ein Plastikeimer, in den die Kinder hineingesetzt werden. © Islaman Abdou/Unicef
Claudia Berger (Unicef Deutschland) inspiziert die Medikamente und Produkte, die in Niger im Einsatz sind. © Islaman Abdou/Unicef
Malariaprophylaxe ist besonders während und direkt nach der Regenzeit wichtig. © Islaman Abdou/Unicef
Bassirou (10) arbeitet anstatt in die Schule zu gehen. Er fertigt Lehmbriketts, die für den Hausbau verwendet werden. © Islaman Abdou/Unicef
Knochenarbeit: Bassirou (10) schleppt die Lehmziegel zu einer Eselkarre. © Islaman Abdou/Unicef
Nach katastrophalen Regenfällen haben viele Familien ihr Zuhause verloren. Vor allem die Bewohner in der Nähe des Flusses Niger hat es hart getroffen. © Claudia Berger/Unicef
Das war einmal ein Zuhause für 9 Personen. Die Flut hat alles zerstört. © Claudia Berger/Unicef
Zarah Gadu (Mitte) und ihre acht Kinder stehen nach der Flut vor dem Nichts. © Claudia Berger/Unicef
Viel Spaß haben die Kinder mit den tz-Ballons. Ein Spielzeug, dass die meisten noch nie gesehen haben. © Islaman Abdou/Unicef
Danke liebe tz-Leser, dass Ihr uns helft! © Islaman Abdou/Unicef

Shamsiya ist seit sieben Tagen mit ihrem Buben da. Mohamed kann nicht alleine essen, er hat eine Infektion und ist massiv unterernährt. 15 Kilometer lief seine Mutter mit ihm von zu Hause ins Krankenhaus. Für einen Transport war kein Geld da. Abends um 20 Uhr erreichte sie die Klinik. Mohamed (15 Monate) hatte sie in ein Tragetuch auf den Rücken gebunden. Seine Ärmchen hingen schlaff herunter. Sein Atem war kaum mehr spürbar. „Als Mohamed am Tag davor so einen Hautausschlag bekam, nicht mal mehr Wasser von einem Löffel getrunken hat, bin ich los“, erzählt seine Mutter. Die 25-Jährige hat schon ein Kind verloren. Sie weiß, wie sich der nahende Tod anfühlt. „Ich hatte solche Angst und bin gelaufen und gelaufen.“ 

„Unser Krankenhaus ist für viele Kinder die letzte Rettung“

Als sie mit dem 15 Monate alten Buben im bezirkskrankenhaus Maradi ankam, hatte sie Glück: Dr. Thomas Georges war noch im Dienst und kümmerte sich um das apathische Kind. „Mohamed war schon so schwach, das Fieber enorm hoch und die Haut mit Bläschen übersät. Die Chancen, dass er die nächsten Stunden übersteht, waren sehr gering.“ Doch der Bub gab nicht auf, kämpfte sich mit der Hilfe des Arztes zurück ins Leben. Er ist noch immer sehr schwach, hat in den vergangenen fünf Tagen gerade mal 100 Gramm zugenommen. Aber das Fieber ist nicht mehr so hoch und der Ausschlag ließ sich gut mit Antibiotika behandeln. „Ohne die Hilfe hier im Krankenhaus hätte ich meinen Buben sicher verloren“, so Shamsiya. 

„Kaum eine Familie könnte sich den Arztbesuch leisten“, sagt Dr. Georges, ein gebürtiger Libanese.

Die Klinik wird hauptsächlich von Unicef finanziert und unterstützt. Kinder werden gratis behandelt - das ist gesetzlich vorgeschrieben. „Kaum eine Familie könnte sich den Arztbesuch leisten“, sagt Dr. Georges, ein gebürtiger Libanese, und versorgt Mohamed mit einer Infusion. 

Im Nachbarbett schläft Madaria in den Armen ihrer Mutter Hinda. Auch sie hat um das Leben ihres Kindes gebangt. „Madaria ist immer ruhiger geworden, sie war plötzlich ein anderes Kind, hat komisch geröchelt.“ Hinda alarmierte den Sanitäter im Dorf. Der erkannte, wie ernst die Lage war und holte einen Notarztwagen. Hinda lebt in einer kleineren Stadt, die die Ambulanz anfahren kann. In der Klinik dann die Diagnose: Malaria. „Wenn man Medikamente hat und die Krankheit erkennt, kann man sie gut handeln. Unser Krankenhaus ist für viele Kinder die letzte Rettung, ohne Unterstützung haben wir keine Chance, den Betrieb aufrechtzuerhalten“, fürchtet Dr. Thomas Georges. 

Es gibt verschiedene Wege zu spenden

Per Überweisung: Stichwort Niger

Bei Spenden bis 100 Euro gilt der Einzahlungsbeleg als Quittung fürs Finanzamt. Bei größeren Beträgen bekommen Sie von Unicef automatisch eine Spendenbescheinigung zugeschickt. Bitte geben Sie im Feld Verwendungszweck unbedingt Ihren vollständigen Namen und Ihre Adresse an. Empfänger ist Unicef

Per Online-Formular: Klicken Sie hier!

Die Spendenkonten

Commerzbank IBAN: DE78 7008 00000326 900000 BIC: DRESDEFF700

Stadtsparkasse München IBAN: DE70 7015 00000000 263525 BIC: SSKMDEMM

Zum Schluss noch ein Versprechen, das die tz und Unicef seit 25 Jahren halten: Jeder Cent, den Sie spenden, kommt bei den Kindern an. Alle Verwaltungskosten werden aus anderen Töpfen gedeckt.

Für 10 Euro Nissan Qashqai gewinnen

Unter allen Spendern, die mindestens zehn Euro auf eines unserer Spendenkonten überweisen, verlosen wir einen Nissan Qashqai im Wert von 22.780 Euro - zur Verfügung gestellt von den Münchner Nissan-Händlern. Bitte notieren Sie Ihren vollständigen Namen und Ihre Adresse auf der Überweisung, damit wir Sie im Gewinnfall benachrichtigen können. Der Gewinner wird nach Abschluss der Spendenaktion gezogen, der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Nissan Qashqai zu gewinnen

Alle Informationen rund um die Spendenaktion finden Sie auf unserer Themenseite.

Ihre Ansprechpartnerin

Haben Sie noch Fragen? So erreichen Sie Unicef-Reporterin Dorit Caspary: Telefon 089/5306 512 und E-Mail dorit.caspary@tz.de.

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