Unicef-Serie

Ein Herz & eine Seele

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Beste Freundinnen für immer: Jana (l.) ist Libanesin und kennt Hala aus Syrien seit einem Jahr. Die beiden Mädchen lesen gerne und verbringen viel Zeit zusammen in der Schulbücherei.

Damaskus - Heute in unserer Unicef-Serie: Die Libanesin Jana hat mit Hala aus Syrien ihre beste Freundin gefunden.

Beste Freundinnen sitzen in der Schule nebeneinander. Beste Freundinnen teilen sich die Brotzeit. Beste Freundinnen vertrauen sich Geheimnisse an. Bei Jana und Hala (beide 11) ist das nicht anders. Die beiden Mädchen besuchen die fünfte Klasse der Bar Elias Grundschule im Bekaa-Tal. Jana ist in der Kleinstadt aufgewachsen und schon seit der ersten Klasse in dieser Schule, Hala erst seit einem Jahr. Denn das Mädchen stammt aus Syrien. „Wir sind schon seit vier Jahren im Libanon, aber zuerst konnte ich hier nicht in die Schule. Das war schlimm“, erzählt Hala. Sie hat versucht, selber mit ihren Büchern weiterzulernen. „Nur wer lernt, kann später mal einen richtigen Beruf haben“, sagt das Mädchen ganz erwachsen.

In der öffentlichen Grundschule von Bar Elias werden libanesische und syrische Kinder gemeinsam unterrichtet.

In Bar Elias leben rund 5000 Libanesen, rund um die Stadt haben sich inzwischen 10 000 syrische Flüchtlinge irgendwie eine Behelfsunterkunft geschaffen. Auf einen Einwohner kommen zwei Flüchtlinge. Die Kinder würden alle gerne in de Schule gehen. Aber trotz Doppelschichten in den öffentlichen Grundschulen gibt es derzeit nicht genügend Platz für alle Kinder. Hala ist froh, dass sie sogar einen Platz in der Morgenschicht hat. „Sonst hätte ich Jana ja nie kennengelernt“, sagt die Elfjährige. Die Freundschaft der Mädchen hat sich langsam entwickelt. Beide sind schüchtern und beide haben Arabisch und Mathematik als Lieblingsfächer. Sie haben sich am Anfang bei den Aufgaben geholfen und dann angefangen, auch in den Pausen gemeinsam durch die Schulgänge zu schlendern. Dabei haben sie entdeckt, dass das Pausenbrot der anderen viel besser schmeckt. Jana hat Brot mit Marmelade, Hala mit Olivenöl. Jetzt tauschen sie regelmäßig. Auch bei der Haarfrisur sprechen sich die Mädels ab. Geflochtener Zopf oder zwei Zöpfe, zwei Haargummis oder nur einer – wichtige Fragen für Mädchen in diesem Alter.

Vorlesestunde in der Bibliothek: Gebannt hören die Kinder ihrer Lehrerin zu

All diese Kleinigkeiten und Gemeinsamkeiten haben Vertrauen geschaffen. Hala hat begonnen, ihrer Freundin von Syrien zu erzählen, dass eine vermummte IS-Terrorgruppe auf ihre Familie schoss. „Das macht mich so traurig, was Hala alles erlebt hat“, sagt Jana. Die Libanesin ist die Ruhigere der beiden. Oft schaut sie auf den Boden, wenn sie spricht oder nimmt Hala an der Hand. Gemeinsam sind sie stark. Manchmal mögen sie auch gar nicht so viel über sich reden. Jana weiß, wenn Hala traurige Gedanken hat und liest ihr dann Geschichten aus der Schulbücherei vor. Märchen mögen sie gerne, vor allem Rotkäppchen. Das war schon von beiden das Lieblingsmärchen, bevor sie sich gekannt haben.

Hala ist froh, dass ihre Familie im Libanon ist. „Hier kann ich die Sprache. Wenn wir jetzt zum Beispiel in Deutschland wären, würde ich gar nichts verstehen. Ich hoffe, dass wir hier bleiben können.“

Wenn die Freundinnen keine Schule haben, dürfen sie sich mit dem Handy Nachrichten schicken. Jede zwei am Tag. Das war am Anfang nicht möglich. Die Eltern von Jana waren erst ein bisschen skeptisch, mit wem sich ihre Tochter angefreundet hat. Inzwischen haben sie Hala kennengelernt und wissen, dass sie einfach ein nettes Mädchen ist. Als Nächstes möchten sich die Kinder auch mal zu Hause besuchen. Das ist nicht so einfach. Jana lebt in einem Haus, ihr Vater ist Fliesenleger und besitzt ein eigenes Geschäft. Halas Papa ist Maler und hatte in Syrien ebenfalls einen kleinen Betrieb. Jetzt lebt die Familie mit ihren fünf Kindern und einem Enkelkind in einer Hütte. Da möchte das Familienoberhaupt keinen Besuch empfangen. Es wäre ihm peinlich. Und deshalb darf Hala auch nicht zu Jana. Denn das würde im Libanon zumindest eine Gegeneinladung erfordern. Die Freundinnen hoffen, dass sich das irgendwann ändert. „Wir freuen uns wahrscheinlich deshalb so auf die Schule, weil wir uns dort den ganzen Vormittag sehen können.“

Dorit Caspary

Mit Ihrer Spende – und sei sie auch noch so klein – unterstützen Sie die tz-Weihnachtsaktion Bei uns daheim ist Krieg – Kinder auf der Flucht. Wir helfen vor Ort. Der Erlös geht an die Kinder im Libanon, die durch den Krieg des IS in Syrien alles verloren haben – ihr Zuhause und ihre Zukunft – und trotzdem hoffen, bald wieder in ihre Heimat zurückzukehren. Gemeinsam mit Unicef und Ihnen, liebe Leser, wollen wir diese Kinder vor allem mit ganz konkreten Bildungs- und psychologischen Betreuungsprojekten unterstützen und ihnen so ein kleines Stück Normalität und Kindheit in ihrer zerstörten Welt geben. Aber vor allem: die Hoffnung auf ein friedliches Leben daheim in Syrien.

Zum Schluss noch ein Versprechen, das die tz und Unicef seit über 25 Jahren halten: Jeder Cent, den Sie spenden, kommt bei den Kindern an. Alle Verwaltungskosten werden aus anderen Töpfen gedeckt, so übernimmt beispielsweise der Münchner Telekommunikationsdienstleister multiConnect GmbH alle Gebühren für Ihre Telefonspende.

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