Hauptsache Schule!

Egal, wie gefährlich der Weg ist: Diese Kinder wollen lernen

+
Moped-Transport zur nächsten Schule.

Beirut - tz und UNICEF ermöglicht es, Flüchtlingskindern in die Schule zu gehen - auch Sie können mit einer Spende helfen.

An diesem Tag unserer Reise durch den Libanon treffen wir viele strahlende Kinder. Man sieht ihnen die Aufregung an, denn es ist ihre erste Schulwoche seit langer, langer Zeit. Die Kinder freuen sich über jedes einzelne Schulheft, über jeden Stift und über die Rucksäcke, die sie von Unicef bekommen haben. „Jetzt können wir endlich wieder lernen“, sagt Zein. Seine kleineren Geschwister sind neidisch, dass sie noch keine Schulkinder sind. Ihr Bruder hat aber versprochen, dass er immer morgens mit ihnen das Alphabet üben wird. Der Zehnjährige geht wie die meisten der syrischen Flüchtlinge hier im Bekaa-Tal in die zweite Schulschicht, die um 14.30 Uhr beginnt. Rund 200 000 Kinder besuchen dank der „Back to school“-Kampagne von Unicef und dem libanesischen Bildungsministerium inzwischen regelmäßig den Unterricht. Damit die Kinder das Angebot wahrnehmen können, nehmen viele Familie lange und gefährliche Wege auf sich. Teilweise sind die Flüchtlingslager eineinhalb Stunden Fußmarsch von der zugewiesenen Schule entfernt. Diese Distanz können vor allem die kleinen Kinder nicht laufen. Die Schulbusse sind heillos überfüllt. Wer ein Moped besitzt, packt so viele Kinder auf den Gepäckträger und aufs Lenkrad wie eben draufpassen. Hauptsache alle kommen in die Schule.

Mein 1. Schultag

Zein.

Stolz zeigt Zein (10) sein erstes Schulheft. Es steht noch nichts drin, aber heute soll es endlich so weit sein. Zein kann ab sofort die Grundschule im Ort besuchen. Es ist lange her, dass der Bub das letzte Mal in einem Klassenzimmer war. Nach der ersten Klasse sind die Eltern mit ihm und seinen vier Geschwistern in den Libanon geflohen. Dank der Unicef-Kampagne „Back to school“ kann Zein nun wieder lernen. Bislang hatten die Eltern den Buben so gut es eben geht zu Hause selbst im Lesen, Schreiben und Rechnen unterrichtet. „Jetzt bin endlich auch ein richtiges Schulkind“, so Zein.

Grüner Daumen

Hassan.

Hassan (13) würde so gerne in die Schule gehen. Aber weil sein Vater einen kaputten Rücken hat und die Familie nicht ernähren kann, müssen er und seine Brüder für das Familieneinkommen sorgen. In Syrien war Hassan bis zur vierten Klasse in der Schule. Seine Lieblingsfächer: alle, die was mit Pflanzen tun haben. Deshalb hat er auch im Libanon angefangen, vor dem Bretterverschlag der Familie eine kleine Gärtnerei anzulegen. In abgeschnittenen Plastikflaschen zieht er Auberginen, Blumen und Grünpflanzen. Je nachdem, welche Samen oder Ableger er bekommen kann. Hassan hat einen echten grünen Daumen, mit dem er später auch gerne richtig Geld verdienen würde. Dafür muss er aber wieder in die Schule gehen. Und das kann sich die Familie im Augenblick nicht leisten.

Erst arbeiten, dann lernen

Bashar.

Je nachdem, wie schnell Bashar seine Kartoffeln verkauft, kann er an dem Tag noch in die Schule oder eben nicht. Der Elfjährige arbeitet bei einem Gemüsehändler, der einen Stand an der Schnellstraße zwischen Beirut und der syrischen Grenze betreibt. Bezahlt wird Bashar meist mit Naturalien. Mal bekommt er eine Kiste mit Kartoffeln, mal Gemüse, das die Kundschaft nicht mehr haben will. Eine Stunde muss er dann nach Hause laufen. „Immerhin werden wir alle satt“, sagt er und ist froh, dass er heute rechtzeitig zur Nachmittagsschicht in die Schule kommt.

Vom Mofa gestürzt

Mohammed.

Mohammed (7) hält sich gut am Rücken seines Vaters fest. Denn vergangene Woche ist er auf der Fahrt zur Schule schlimm gestürzt, hat sich eine Platzwunde am linken Auge und eine Gehirnerschütterung zugezogen. Mohammed war als Letztes von vier Kindern auf dem Gepäckträger des Mofas gegessen und auf der Schotterpiste runtergefallen. „Alles nicht so schlimm“, sagt er. „Hauptsache ich kann wieder in die Schule. Ich will nämlich später Arzt werden, dann kann ich allen Kindern helfen.“

Kreuzfahrt, E-Bike oder Smart-TV: Damit möchte die tz ihre Leser belohnen

Mit Ihrer Spende – und sei sie auch noch so klein – unterstützen Sie die tz-Weihnachtsaktion Bei uns daheim ist Krieg – Kinder auf der Flucht. Wir helfen vor Ort. Der Erlös geht an die Kinder im Libanon, die durch den Krieg des IS in Syrien alles verloren haben – ihr Zuhause und ihre Zukunft – und trotzdem hoffen, bald wieder in ihre Heimat zurückzukehren. Gemeinsam mit Unicef und Ihnen, liebe Leser, wollen wir diese Kinder vor allem mit ganz konkreten Bildungs- und psychologischen Betreuungsprojekten unterstützen und ihnen so ein kleines Stück Normalität und Kindheit in ihrer zerstörten Welt geben. Aber vor allem: die Hoffnung auf ein friedliches Leben daheim in Syrien. Zum Schluss noch ein Versprechen, das die tz und Unicef seit über 25 Jahren halten: Jeder Cent, den Sie spenden, kommt bei den Kindern an. Alle Verwaltungskosten werden aus anderen Töpfen gedeckt, so übernimmt beispielsweise der Münchner Telekommunikationsdienstleister multiConnect GmbH alle Gebühren für Ihre Telefonspende.

So können Sie spenden

Sie möchten per Überweisung spenden? Bitte geben Sie bei Ihrer Überweisung das Stichwort Helfen vor Ort an. Bei Spenden bis 200 Euro gilt der Einzahlungsbeleg als Quittung fürs Finanzamt. Bei größeren Beträgen bekommen Sie von Unicef automatisch eine Spendenbescheinigung zugeschickt. Bitte geben Sie im Feld „Verwendungszweck“ unbedingt Namen und Adresse an. Empfänger ist Unicef.

Sie möchten online bei Unicef spenden? Unter www.tz.de/unicef finden Sie den direkten Zugang zu unseren Spendenkonten.

Sie möchten per Telefon spenden? Mit einem Anruf unter der Nummer 089/44 33 34 44 spenden Sie ganz einfach einmalig zehn Euro, die von Ihrer Telefonrechnung abgebucht werden. Bei einer Telefonspende gilt der Abbuchungsbeleg als Spendenbescheinigung.

Sie möchten an der Verlosung teilnehmen? Wichtig: Bitte notieren Sie Namen und Adresse auf dem Überweisungsträger, auf Ihrer Online-Überweisung oder geben Sie diese Daten bei Ihrem Spendenanruf an. Damit wir Sie erreichen können, falls das Los auf Sie fällt. Die Gewinner unserer Preise ziehen wir nach Abschluss unserer Spendenaktion im Februar. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Ihre Ansprechpartnerin

Haben Sie noch Fragen oder möchten Sie selbst aktiv werden, eine Veranstaltung oder Spendensammlung für unsere Aktion organisieren? Dann rufen Sie an oder schreiben Sie eine E-Mail. tz-Redakteurin Dorit Caspary war im Libanon, hat die Flüchtlingskinder besucht. Unsere Unicef-Reporterin erreichen Sie unter Tel. 089/53 06-512 oder per E-Mail unter ­dorit.caspary@tz.de.

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Reformationstag 2017: Über diesen zusätzlichen Feiertag freut sich ganz Deutschland
Reformationstag 2017: Über diesen zusätzlichen Feiertag freut sich ganz Deutschland
Zeitumstellung 2017: Wann werden die Uhren wieder auf Winterzeit umgestellt?
Zeitumstellung 2017: Wann werden die Uhren wieder auf Winterzeit umgestellt?
Lotto am Samstag: Das sind die aktuellen Lottozahlen vom 14.10.2017
Lotto am Samstag: Das sind die aktuellen Lottozahlen vom 14.10.2017
Lotto am Mittwoch vom 18.10.2017: Das sind die aktuellen Lottozahlen
Lotto am Mittwoch vom 18.10.2017: Das sind die aktuellen Lottozahlen

Kommentare