Dank der NGO Lost

So finden syrische Flüchtlinge Freunde im Libanon

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Wer weiß, vielleicht werden sich die sechs Jugendlichen künftig öfter sehen?

Beirut - Wie kann man syrische Flüchtlinge integrieren? Eine Möglichkeit: Kontakt zu Einheimischen herstellen. Das passiert im Libanon dank der Organisation Lost.

Die ersten Begegnungen sind unsicher, zurückhaltend. Keiner der sechs Jugendlichen weiß so genau, wie er mit dem anderen umgehen soll. Drei libanesische Mädchen und drei syrische Burschen sitzen sich in einem Zelt gegenüber und sollen sich kennenlernen. Kann das funktionieren? Und was steckt hinter dem Zusammentreffen?

Dank der NGO Lost können syrische Flüchtlinge im Libanon Freunde finden.

Assem Chreif (45), Leiter der Nicht-Regierungsorganisation (NGO) Lost, die von Unicef unterstützt wird, hat das Projekt mit ins Leben gerufen. „Nur wenn wir es schaffen, die Kinder und Jugendlichen gemeinsam miteinander aufwachsen zu lassen, wird es so etwas wie Integration der syrischen Flüchtlinge im Libanon geben.“ Für die Mitarbeiter von Lost heißt das, Programme zu schaffen, an denen junge Leute teilnehmen können unabhängig vom Herkunftsland und vom Geschlecht. Das ist nicht so einfach. Mädchen im heiratsfähigen Alter dürfen sowohl mit syrischer als auch libanesischer Abstammung nicht ohne Weiteres zusammen etwas unternehmen. Zu einer echten Integration gehört auch der respektvolle Umgang mit dem anderen Geschlecht dazu.

Lost-Chef Chreif: "Die Menschen kennen und vertrauen uns"

„Die Menschen kennen uns inzwischen. Seit 1998 arbeiten wir hier in unterschiedlichen sozialen Bereichen. Deshalb haben wir einen gewissen Vertrauensvorschuss“, erklärt Chreif.

In einer lokalen Schule hat Lost Ola (17), Mada (19) und Malak (17) gefragt, ob sie mit drei Syrern aus einem Flüchtlingslager in ihrem Ort Zeit verbringen würden. Natürlich sei ein Mitarbeiter dabei. Die Freundinnen stimmten zu: „Neue Leute kennenlernen macht eigentlich immer Spaß, egal aus welchem Land sie kommen“, sagt Malak.

Trotzdem waren die Mädels beim ersten Treffen auf neutralem Boden in einem Café ganz schön aufgeregt. Das mag am Alter liegen oder an der neuen Situation. Ali (23), der älteste der Syrer: „Wir dachten eigentlich immer, die mögen uns hier nicht, und das war schon beim ersten Treffen klar, dass das gar nicht stimmt.“

Schnell finden die Jugendlichen Gemeinsamkeiten

Schnell haben die sechs Jugendlichen erkannt, dass sie sich wunderbar über Musik austauschen können – teilweise haben sie sogar die gleichen Lieblingsbands. Und sie haben Spaß an ähnlichen Dingen – Karaoke steht bei allen hoch im Kurs. Und sie sind auch gerne noch ganz schön kindisch – sackhüpfen und Blindekuh spielen ist gar nicht uncool.

Sackhüpfen, Blindekuh spielen und gemeinsam lachen – das funktioniert bei den libanesischen und syrischen Jugendlichen über alle Grenzen hinweg.

All diese Aktivitäten finden direkt im Flüchtlingslager statt. „Damit erreichen wir nicht nur diese Kleingruppe. Alle Bewohner sehen, was hier läuft. Das baut Ängste ab und öffnet Türen“, erklärt Chreif. Auch die Leute außerhalb der Camps fangen an, über solche Begegnungen zu sprechen. Beim nächsten Mal machen dann Familien mit, die vorher Angst vor den Flüchtlingen hatten.“ Das, was der NGO-Chef in der Theorie erzählt, funktioniert tatsächlich. Wir sind dabei, als die Gruppe Blindekuh spielt. Immer mehr Kinder, Jugendliche, Mütter, Großmütter und am Ende auch Väter und Familienoberhäupter versammeln sich um die Jugendlichen. Erst aus der Entfernung beobachten sie das Geschehen, dann trauen sich immer mehr, sogar mitzumachen. Seit Langem wird hier das erste Mal wieder richtig gelacht.

"Richtige Freunde geworden"

Später reden die Jugendlichen noch einmal über ihre Zukunftspläne, Aus den Mädchen sprudelt es heraus: Lehrerinnen wollen sie werden, ihren Schulabschluss machen. Das würden die jungen Männer auch gerne. Mahmud (16) steht auf der Warteliste für einen Platz in der öffentlichen Schule: „Ich würde ja gerne wieder in den Unterricht gehen, aber ich war jetzt drei Jahre nicht und weiß nicht, ob ich überhaupt aufgenommen werde in meinem Alter.“

Die Mädchen haben versprochen, jetzt immer wieder mit Ali, Mahmud und dem zweiten Ali der Runde zu lernen. Mada: „Wir sind inzwischen richtige Freunde geworden, und da hilft man sich doch gegenseitig.“

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