Impfzentrum in Niedersachsen

Mehr als 8500 unwirksame Impfungen? Polizei ermittelt gegen mögliche Corona-Kritikerin in Impfzentrum

Impfung
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Eine Spritze mit einem Impfstoff (Symbolbild): Eine Mitarbeiterin eines Impfzentrums könnte 8500 Dosen manipuliert haben

Kochsalzlösung statt Biontech: In Ostfriesland hat eine Impfzentrummitarbeiterin möglicherweise bis zu 8500 Impfdosen manipuliert - und nicht nur sechs, wie ursprünglich angenommen.

Ostfriesland - Hat eine Krankenschwester in Niedersachsen Tausende von Impfdosen manipuliert? Die Polizei ermittelt gegen eine Frau in Ostfriesland, die bereits im April aufgefallen war, weil sie sich einer Kollegin anvertraut hatte. Damals hieß es, sie habe sechs Ampullen des Biontech-Impfstoffs versehentlich fallen gelassen und aus Angst vor Ärger durch Kochsalzlösung ersetzt. Sie war daraufhin entlassen worden.

Nach polizeilichen Ermittlungen könnte der Fall aber eine viel größere Dimension haben: Im Raum steht, dass bis zu 8557 Dosen während der Dienstzeit der Krankenschwester manipuliert worden sein könnten. Und auch das Motiv der Krankenschwester könnte ein ganz anderes sein: Sie soll als Corona-Kritikerin aufgefallen sein.

Rot-Kreuz-Mitarbeiterin fällt durch coronakritische Aussagen auf

Bei den Ermittlungen war offenbar aufgefallen, dass sich die Frau in sozialen Medien corona-kritisch geäußert habe. Auch ein politisches Motiv sei möglich, so die Ermittler - Details wurden aber nicht bekannt gegeben. „Nach aktuellen polizeilichen Erkenntnissen besteht die Gefahr, dass die Verursacherin auch in weiteren Fällen anstelle des Impfstoffs nur eine Kochsalzlösung in den Spritzen aufgezogen hat“, teilten die Behörden lediglich mit.

Angesichts der „unklaren Situation“ sei es wichtig, dass allen möglicherweise Betroffenen nun zeitnah „Nachholimpfungen“ angeboten würden. Bis zu 8557 Menschen könnten potentiell betroffen sein. Sie wurden im Zeitraum zwischen März und April geimpft, als die Krankenschwester Dienst hatte und für die Vorbereitung der Spritzen zuständig war.

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Mit Kochsalzlösung manipulierte Impfdosen? Was der Fall für potentiell Betroffene bedeutet

Schon im April, direkt nach Bekanntwerden des Falles, war nicht mehr zu ermitteln gewesen, welche Geimpften die sechs manipulierten Dosen gegen das Coronavirus erhalten hatten. Etwa 200 Menschen wurden zur Bestimmung ihrer Corona-Antikörper damals eingeladen.

Weil die Impfungen nun aber bereits Monate zurückliegen, sei dieses Vorgehen nicht mehr sinnvoll, so das Rote Kreuz. Stattdessen sollen alle möglicherweise Betroffenen informiert werden und einen neuen Impftermin bekommen. Die Nachimpfungen würden in Abstimmung mit dem RKI und der Ständigen Impfkommission vorgenommen. (dpa/kat)

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