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US-Abenteurer: Wir haben Bigfoot entdeckt!

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So sieht Bigfoot der amerikanischen Vorstellung nach aus: ein Denkmal in der kleinen Gemeinde Willow Creek östlich von Eureka. Haben US-Abenteurer jetzt einen echten Bigfoot entdeckt?
So sieht Bigfoot der amerikanischen Vorstellung nach aus: ein Denkmal in der kleinen Gemeinde Willow Creek östlich von Eureka. Haben US-Abenteurer jetzt einen echten Bigfoot entdeckt? © Christian Röwekamp/dpa/tmn

San Francisco - Angekündigt hatten sie wissenschaftliche Beweise, doch dann präsentierten Matt Whitton (31) und Rick Dyer (28) bei ihrer Pressekonferenz am Wochenende in Palo Alto (Kalifornien) lediglich unscharfe Fotos eines behaarten Etwas in einer Kühlbox und eine abenteuerliche Geschichte

Die beiden wollen in einem Wald im US-Staat Georgia einen toten Bigfoot, einen sagenumwobenen Waldmenschen, gefunden haben. Bei der Bergung der Leiche seien ihnen dann noch drei lebende Exemplare des Waldmenschen über den Weg gelaufen.

Die tote Kreatur sei über und über behaart, wiege 230 Kilogramm, die Füße seien 41 Zentimeter und die Hände 28 Zentimeter groß. Die Zähne ähneln mehr dem Menschen- als dem Affengebiss. Der Kadaver lagere nun an einem geheimen Ort in einer Tiefkühltruhe. Er soll angeblich von Wissenschaftlern genauer untersucht werden.

Zur Unterstützung hatten sich die beiden Entdecker den selbsternannten Bigfoot-Spezialisten Tom Biscardi eingeladen, der seit Jahren nach diesen Wesen sucht und die Fotos als „absolut überzeugend“ bewertete. Nur dieser Meinung mochte sich keiner der mehreren hundert Journalisten anschließen, die zur Pressekonferenz gekommen waren. Zumal das wichtigste Beweisstück, eine E-Mail eines Labors, das im Auftrag der drei eine DNA-Analyse von Haarproben der Leiche erstellt haben soll, eher verwirrte. Von den drei Proben stamme eine von einem Menschen, eine weitere von einem Opossum, die dritte habe wegen technischer Probleme nicht analysiert werden können, schrieb der Wissenschaftler aus Minnesota.

Zahlreiche Forscher meldeten prompt Bedenken an. „Was Sie als Bigfoot bezeichnen, sieht nicht natürlich aus“, sagte der Anatomie-Professor Jeffrey Meldrum dem Discovery Channel und verwies auf die „auffallende Ähnlichkeit“ mit Affenkostümen, wie sie jedermann kaufen könne.

Immer wieder sorgen in den USA angebliche Sichtungen des haarigen Monsters für Schlagzeilen, das wie das Ungeheuer von Loch Ness und der Schneemensch Yeti die Fantasie der Menschen beflügelt. Im Jahr 2002 flog nach dem Tod des Amerikaners Ray Wallace ein großer Schwindel auf. Sein Vater habe Monsterspuren mit einer selbst geschnitzten Schablone gelegt, gestand Sohn Michael. Für Fotos sei seine Mutter in den Zottelpelz geschlüpft.

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Die Schotten haben ihre Nessie, durch den Himalaya schlurft der Yeti und in Nordamerika ist Bigfoot als Überbleibsel der Urzeit daheim und taucht vorzugsweise in den eher nachrichtenarmen Sommermonaten auf. Aber schon die Indianer erzählten sich Geschichten vom Sasquatsch, dem „stark behaarten Menschen“. Kryptozoologen suchen weltweit nach den Zwitterwesen aus Affe und Mensch, konnten aber nie überzeugende Beweise liefern. Oft wurden auf den Hinterbeinen stehende Grizzlys als Bigfoot fotografiert. Eine Hauptrolle spielte die Figur in vielen Filmen wie der Komödie „Harry und die Hendersons“ (1997).

Quelle: tz

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