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600-Kilo-Rind auf dem Beifahrersitz: Polizei stoppt Auto in den USA

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Im US-Bundesstaat Nebraska haben Polizeibeamte einen Mann und dessen ungewöhnlichen Begleiter aus dem Verkehr gezogen. Einen regelrechten Lokalmatador, wie es scheint.

München – In einem Land, in dem der nächste Präsident womöglich aus dem Gefängnis regieren könnte, Raubkatzen und Riesen-Echsen als Haustiere gehalten werden und ein irrer Werbe-Gag lebenslange Gratis-Sandwiches verspricht, dürfte einen eigentlich gar nichts mehr überraschen. Eigentlich.

Denn der Anblick eines ausgewachsenen Watussi-Rinds dort, wo eigentlich die Beifahrerseite eines Autos sein sollte, ist weiß Gott nicht alltäglich. Selbst im Land der unbegrenzten Möglichkeiten nicht.

Kurioser Beifahrer in USA: 600-Kilo-Bulle versetzt Polizei ins Staunen

Lee Meyer dürfte also reichlich verdutzte Blicke auf sich gezogen haben, als der Mann am Mittwochmorgen Ortszeit (30. August) mit seinem „Haustier“ auf dem Beifahrersitz den Highway entlang fuhr. Selbst die Polizeibeamten, die in den USA sicherlich schon so manch kuriosen Einsatz hatten, staunten nicht schlecht, nachdem sie am Einsatzort angekommen waren.

Wie ein Polizeisprecher der Direktion Norfolk im US-Bundesstaat Nebraska gegenüber einem lokalen Fernsender erklärte, habe man nach dem Notruf mit „etwas Kleinem, wie einem Kälbchen oder Ähnlichem“ gerechnet, jedenfalls einem Tier, das „tatsächlich in ein Fahrzeug hereinpasst“. Bei Meyer‘s Bullen, der im Übrigen auf den Namen „Howdy Doody“ hört, kann man das gewiss nicht behaupten.

In USA: Bulle „Howdy Doody“ und Herrchen kommen mit Verwarnung davon

Bis zu 600 Kilo können Watussi-Rinder auf die Waage bringen, deren Hörner gut und gerne mal einen Meter oder mehr in die Breite reichen. Um seinen Bullen mit auf Spritztouren nehmen zu können, ließ Meyer seinen Ford Crown Victoria – ein typischer Mittelklasse-Wagen in den USA – eigens umbauen.

Das Dach ist auf der rechten Seite, wo „Howdy Doody“ Platz nimmt, herausgeschnitten, die Beifahrertür mit einer Art Geländer gesichert. In dem Auto befinden sich nur die Beine des Bullen, dessen Torso und riesiger Schädel ragt über der Motorhaube hervor. Wären Besitzer und Rinderbulle hierzulande mit absoluter Sicherheit aus dem Verkehr gezogen, kamen Meyer und „Howdy Doody“ mit einem blauen Auge davon.

Bulle als Beifahrer im Auto in Nebraska.
Ein Fall für die „Bullen“: Im US-Bundesstaat Nebraska zog ein Rinderbesitzer Blicke auf sich. Weil er mit seinem riesigen Haustier spazieren fuhr, rückte die Polizei aus. © dpa

„Die Situation gab einige Verstöße her, die man hätte ahnden können“, sagte der Polizeisprecher laut News Channel Nebraska. Letzten Endes sei es bei einer Verwarnung geblieben. „Der Officer hat darum gebeten, das Tier nach Hause zu bringen und die Stadt zu verlassen“, so der Sprecher. Bei einem solchen Spektakel erscheint der Schwaben-Cowboy in einer Stuttgarter Straßenbahn fast schon normal.

Lokalprominenz in Nebraska: Nicht der erste Auftritt von 600-Kilo-Bulle

Warum Meyer mit dem ausgewachsenen Bullen vom überschaubaren Örtchen Neligh ins rund 60 Kilometer entfernte Norfolk gefahren ist, blieb ungeklärt. Gegenüber CBS News erzählte seine Frau, dass „Howdy Doody“ seit „acht oder neun Jahren“ nicht nur Meyers Wegbegleiter, sondern dessen „bester Freund“ sei. Trotz seines Intermezzos mit den Beamten und der Verkehrskontrolle fühle er sich „wie ein Filmstar“.

Tatsächlich ist es nicht das erste Mal, dass die beiden gemeinsam in dem Ford gesichtet wurden: Bei einer Parade zum Unabhängigkeitstag 2019 drehten Meyer und das riesige Herdentier schon einmal eine gemeinsame Runde. Tierische Überraschungen scheinen bei Verkehrskontrolle in den USA durchaus schon mal vorzukommen: In Ohio rettete die Polizei eine illegal gehaltene und unter Drogen gesetzte Katze, nachdem ihr Besitzer angehalten wurde. (rku)

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