Empörte Mutter reicht Beschwerde ein

Rassismus-Skandal in den USA – Kinder in Schulklassen offenbar nach Hautfarbe unterteilt

Zu sehen ist die Außenfassade einer Grundschule, die von Bauzäunen von der restlichen Umgebung abgetrennt wird.
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In einer Grundschule in Atlanta sollen Klassen nach der jeweiligen Hautfarbe der Schüler und Schülerinnen eingeteilt worden sein. (Symbolbild)

Große Aufregung in den USA - Rassismus-Verdacht steht im Raum. Eine Grundschule in Atlanta soll Schulklassen auf Basis ihrer Hautfarbe unterteilt haben.

Atlanta – Laut eines Berichts des US-amerikanischen Nachrichtensenders WSB-TV Atlanta 2 soll es in einer Grundschule in Atlanta zu einer Unterteilung der Schulklassen nach Hautfarben gekommen sein. Dies ist seit 1964 durch den „Civil Rights Act“ offiziell verboten.

Kila Posey, die Mutter eines der betroffenen Schulkinder, spricht mit dem Nachrichtensender über ihre konkreten Erfahrungen. Sie hätte 2020 gegenüber der Schulleiterin der „Mary Lin Elementary School“ eine Klasse für ihr Kind vorgeschlagen. Die Antwort der Schulleiterin hätte Kila Posey „irritiert“. So habe die Direktorin gesagt, „dass das keine der schwarzen Klassen ist“.

Mutter darf ihr schwarzes Kind nicht in Klasse mit weißen Schülern bringen – „Du kannst es nicht tun“

Als der erste Schock vorüber war, habe die Mutter herausgefunden, dass die Grundschule in Atlanta ihre Schüler und Schülerinnen offenbar nach ihrer jeweiligen Hautfarbe in Klassen unterteile. Dem Vernehmen nach hätte es zwei Klassen nur mit schwarzen Kindern gegeben. Demgegenüber würden sechs Klassen mit weißen Kindern stehen.

„Zunächst konnte ich gar nicht glauben, dass ich diese Konversation im Jahr 2020 mit einer Person führe, die genauso aussieht wie ich – eine schwarze Frau“, heißt es von Kila Posey. Die Aussage der Schulleiterin hätte bei Posey für schlaflose Nächte gesorgt. „Das ist Rassentrennung in Klassenräumen. Du kannst keine Klassen nach Hautfarbe trennen. Du kannst es nicht tun“, sagt die fassungslose Mutter im Gespräch mit WSB-TV Atlanta 2.

Ein Grusel-Fund in den USA sorgte kürzlich auch für Aufsehen. Im Kofferraum eines Autos machte die Polizei eine schreckliche Entdeckung.

Vermeintlicher Rassismus-Skandal: Empörte Mutter reicht Beschwerde wegen Diskriminierung ein

Auf Poseys Bitten, dass ihr Kinder in eine Klasse mit weißen Schülern kommen möge, habe die Schulleiterin mit Ablehnung reagiert – und gedroht, dass Posey Kind in diesem Fall von der Schule ausgeschlossen werden. Nach Ansicht der Mutter habe die Direktorin gedacht, dass sie im Sinne und zum Wohle aller Schulkinder handeln würde.

Kila Posey wollte sich dies aber nicht länger bieten lassen und veranlasste eine Beschwerde wegen Diskriminierung gegenüber dem „U.S. Department of Education’s Office of Civil Rights“. Hierbei handelt es sich um eine staatliche Behörde, die sich für die Durchführung von Bürgerrechten und gegen Diskriminierung einsetzt.

Mit explizitem Verweis auf den „Civil Rights Act“ hat Poseys Anwältin die Sachlage wie folgt eingeordnet und kommentiert: „Paragraf VI des Civil Rights Act von 1964 besagt, dass man eine Gruppe von Menschen nicht aufgrund ihrer Rasse anders behandeln darf, und das ist, was gerade in Mary Lin passiert“.

Reumütiger Schul-Verwaltungsbezirk trifft „angemessene Maßnahmen“ – Schulleiterin wird nicht entlassen

Der zuständige Schul-Verwaltungsbezirk hätte auf Anfrage von WSB-TV Altanta 2 ausgesagt, die Unterteilung in Klassen von Schülern und Schülerinnen auf Basis derer Hautfarben nicht länger tolerieren zu können. Entsprechende Untersuchungen seien eingeleitet worden. Mittlerweile seien „angemessene Maßnahmen“ getroffen worden. Dies wird jedoch nicht weiter vom Schul-Verwaltungsbezirk präzisiert.

Dennoch zeigt sich Posey mit dem Ausgang des Sachverhaltes unzufrieden. Die Mutter fordert, dass sowohl die Schulleiterin als auch weiter Verantwortliche konsequent entlassen werden. „Hätte mein Umfeld davon gewusst, wäre es wahrscheinlich erschüttert. Nicht nur die schwarzen Eltern, auch die weißen“, heißt es in diesem Kontext von Posey, die derzeit noch auf den Abschluss der Ermittlungen wartet.

In den USA macht derzeit außerdem noch eine andere traurige Geschichte Schlagzeilen. Ein Familienvater hat seine Corona-Impfung zu lange hinausgezögert. Er wollte sich informieren und infizierte sich - und starb.

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