Zu unrecht in der Todeszelle?

Kriminal-Drama in den USA: Falscher Mann zum Tode verurteilt? Er hofft auf Rettung in letzter Sekunde

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Wurde Rodney Reed zu unrecht zum Tode verurteilt? Das vermeintliche Verbrechen liegt mehr als 20 Jahre zurück.

Der Fall Rodney Reed beschäftigt derzeit beinahe die ganzen Vereinigten Staaten. Der Afroamerikaner wurde zum Tode verurteilt - obwohl er möglicherweise unschuldig ist.

Austin - Rodney Reed sitzt seit mehr als 20 Jahren im Gefängnis. Er soll eine junge Frau vergewaltigt und ermordet haben und dafür nächste Woche hingerichtet werden. Doch nun gibt es massive Zweifel daran, dass der zum Tode verurteilte Afroamerikaner auch tatsächlich der Täter ist. Steckte die US-amerikanische Justiz den falschen Mann in die Todeszelle?

Kriminal-Drama in den USA: Falscher Mann zum Tode verurteilt? 

Reed wurde 1998 von einer ausschließlich mit Weißen besetzten Jury wegen Vergewaltigung und Mordes an der 19-jährigen Stacey Stites zum Tode verurteilt. Er beteuerte stets seine Unschuld und gab an, mit der jungen weißen Frau eine Affäre gehabt zu haben. Dies würde erklären, warum Reeds DNA am Mordopfer gefunden wurde: Am Tag der Ermordung habe er noch einvernehmlichen Sex mit Stacey Stites gehabt, erklärte der Verurteilte.

Rodney Reed zum Tode verurteilt: Ex-Polizist der wahre Täter?

Seine Verteidiger vertreten die Ansicht, dass nach dem Prozess aufgetauchtes Beweismaterial Reeds Version stütze und letztlich auf einen anderen Verdächtigen hinweise. Bei diesem soll es sich um den damaligen Verlobten des Opfers handeln - den Ex-Polizisten Jimmy Fennell, der später wegen einer anderen Vergewaltigung eine zehnjährige Haftstrafe absitzen musste.

Eine frühere Kollegin Stites' sagte nach Angaben von Reeds Anwälten aus, dass sie von der Affäre zwischen Stites und Reed gewusst habe. Ein früherer Mithäftling des Ex-Polizisten offenbarte zudem, Fennell habe sich selbst des Mordes an seiner Verlobten bezichtigt und diesen damit begründet, dass sie „hinter seinem Rücken mit einem Schwarzen schlief“.

Rodney Reed: Prominente Unterstützer - großes Echo in den USA

Am kommenden Mittwoch sollte der mittlerweile 53-Jährige schließlich zum Tode verurteilt werden. Mit Heranrücken des Termins der Hinrichtung erhielt er von zahlreichen Prominenten, Abgeordneten und Millionen US-Bürgern Unterstützung. Dazu zählten beispielsweise die Sängerinnen Rihanna und Beyonce sowie Reality-Star Kim Kardashian, die sich auf Twitter äußerte. 

Jede eines Verbrechens beschuldigte Person verdiene „die Chance, dass alle verfügbaren Beweise in Betracht gezogen werden“, erklärte der Star. Bereits Ende Oktober hatte Kardashian das Handeln der Behörden als „völlig irrsinnig“ bezeichnet.

Kriminalfall Rodney Reed: „Trauma, Schmerz und Ungerechtigkeit“

Zugleich hatte Stavros Lambrinidis, EU-Botschafter in den USA, den Gouverneur von Texas, Greg Abbott, dazu aufgerufen, Reed zu begnadigen. Die Beweislage in dem Fall werfe „erheblichen Zweifel an seiner Schuld auf“, schrieb Lambrinidis am 30. Oktober in einem Brief. Die Demokratin Ayanna Pressley, Abgeordnete des Bundesstaates Massachutes, sagte:  „Das Trauma, der Schmerz und die Ungerechtigkeit, die Rodney Reed durch das Strafrecht erfahren hat, sind unmenschlich.“

Rodney Reed: Demonstranten fordern Freilassung - Senator reagiert

Der Fall Rodney Reed sorgt in den Vereinigten Staaten momentan für viel Aufsehen. Unter der Woche kam es in Texas, wo die Henkersmahlzeit mittlerweile aus bitteren Gründen abgeschafft wurde, zu einer Demonstration, in der die Freilassung des Afroamerikaners gefordert wurde.

Die Online-Petition Free Rodney Reed verzeichnete bis Sonntag fast drei Millionen Unterschriften, eine weitere darüber hinaus etwa 500.000. Der Republikaner Ted Cruz, Senator von Texas, forderte einen Aufschub für die Hinrichtung, um Beweise zu prüfen. „Wenn er schuldig ist, sollte das Urteil vollstreckt werden. Aber wenn er unschuldig ist, sollte er befreit werden.“ Aktuell deutet vieles auf Ersteres hin. 

as mit Material der AFP

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